Ha und sogar Ri sind partiell auch schon durchaus vor dem Dan angemessen, teils stellen sie sich auch erst später ein. Es gibt nicht "die" Erkenntnis im Karate, die sich anhand irgendeiner Stufe äußert, sondern zahlreiche unterschiedliche Fertigkeiten besitzen beim Praktizierenden auch jeweils ein unterschiedliches Level. Manche dieser Level werden auch nie besser, weil der Karateka sie einfach nicht in "sein" Karate aufnimmt. Fair enough.
Insgesamt ist das Shuhari ein schrecklich überholtes Prinzip. Es funktioniert in seiner klassischen Vorstellungsweise nur in langjährigen und meist esoterisch angehauchten Schüler-Lehrer-Beziehungen, die heutzutage außer in wenigen Schulen kaum noch vorhanden sind. Der ewige "ich bin ja so schlecht und habe noch so viel zu lernen"-Gedanke führt zwar dazu, dass man sich mit seiner sacrosancten Demut just auf dem Wege des Dô fühlt, aber andererseits aus technischer Sicht meiner Erfahrung nach in erster Linie zur Stagnation. Fortschritt bedeutet: Selbstvertrauen auf das, was man bereits gelernt hat. Motivation bedeutet, dass zu sehen, was man bereits geschafft hat und nicht jahrelang mit trübem Blick auf das zu starren, was man noch nicht kann. Sonst wird man depressiv oder eine madige KK-Müdigkeit stellt sich ein; man "brennt aus".
Die meisten Karateka (die ich kenne) praktizieren eine gesunde Mischung aus beidem.
lG
L.




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