Zitat Zitat von SKA-Student Beitrag anzeigen
Wenn ich das fettgedruckte verstehen würde, würde ich dir evtl. zustimmen. Kannst du dazu bitte noch kurz was sagen?
Das würde hier ziemlich weit führen, außerdem ist das geschriebene Wort hier, in meinen Augen, recht umständlich.

Nur ganz kurz:
Jeder Mensch hat Erfahrungen mit Gewalt (physisch und/oder psychisch) gemacht und jeder Mensch hat einen unterschiedlichen Zugang zur Gewalt in sich. Es gibt einige sehr nette Konzepte zu dem Thema Farmer/Jäger ( s. Thom Hartmann) bzw. Schafe/Wölfe.

Wenn wir uns jetzt auf die therapeutische Ebene begeben wollen, dann müssen wir all diese Gefühle in uns kennenlernen und sie akzeptieren lernen, auch die von uns unterdrückten/weggesperrten, da wir sonst nicht gesunden können. Eine Möglichkeit, die ich persönlich sehr gerne in Kombination mit dem Karate verwende, ist da das Konzept des inneren Kindes.

Zu guter Letzt ist da dann noch die religiöse/philosophische Ebene, bei der wir lernen müssen, das diese Gefühle nur Illusionen sind, sie gehören zwar zu uns, sind aber nicht "Ich". "Ich" existiere nicht. "Ich" lebe in dieser Welt, bin aber nicht von dieser Welt.

Dazu vlt. noch einmal ein Bild aus unseren Dojokun:

In einer weiten Landschaft liegt ein Fluss. Er strömt von Horizont zu Horizont.
Dieser Fluss entspringt einer Quelle und ergießt sich ins Meer.
Auf dem Fluss schwimmen verschiedene Boote: große, kleine, offene, geschlossene, bewaffnete, friedliche, ...
Zwischen den Booten springt ruhelos und angestrengt eine kleine Person hin und her.
Diese Person bleibt in keinem der Boote sehr lange - sie springt und springt.
Der Fluss, der all diese Boote trägt, ist das "Wahre-Selbst", - die Boote sind
Empfindungen, Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken, Absichten, Ziele, Erwartungen, Verhaftungen, ...
Die Boote schwimmen auf dem Fluss, gehören zu ihm, sind aber nicht der Fluss.
Die kleine Person ist unser "Ich". Die Quelle und das Meer sind "die Macht, die größer ist als ich selbst", sind das "GÖTTLICHE", sind das "ABSOLUTE GEHEIMNIS", dass das "Wahre-Selbst" hervorbringt, trägt und in seine wesentliche Dynamik bringt.
Immer fährt unser "Ich" in einem der Boote; es ist sehr wasserscheu und hat Angst davor, ertrinken zu müssen, wenn es die vertrauten Boote verlässt und in den Fluss springt. "Öffnen von Herz und Geist für das leere GewahrSein, - für mein Wahres-Selbst" heißt: mutig aussteigen aus dem vermeintlich sicheren Boot, in den Fluss springen und sich dem Fluss überlassen, fließen als der Fluss, der man immer schon war, nur-Hier-und-Jetzt ist, immer sein wird, - von der Quelle zum Meer.

Und nun, - frage und erforsche bei Tag und bei Nacht, - bei allem was Du tust und lässt:
Wer bin ich, - nicht?? Wer ist es, der eigentlich sieht, hört, riecht, schmeckt, berührt, fühlt, denkt will, redet und handelt ??
Was ist mein ureigentliches Wesen, - mein "Wahres-Selbst"??
So, jetzt aber genug mit der Philosophie, du wolltest es aber ja nicht anders

Grüße

Kanken