Vom Prinzip her ja.
Hier unterscheiden wir uns.
Emotion und Wertvorstellungen sind zwei verschiedene Dinge, die nix miteinander zu tun haben. Wertvorstellungen sind etwas gesellschaftliches, also von aussen geschaffen. Emotionen kommen von innen und können sich durchaus von den Wertvorstellungen unterscheiden.
- Gibt es so eine Regel nicht mehr.
- War es bis vor einigen Jahrzehnten durchaus erlaubt, seine Kinder (und seine Frau) zu schlagen. Eheliche Vergewaltigung wurde sogar erst (glaube ich) in den 80ern unter Strafe gestellt. Mein Vater (Jahrgang '43) hat in der Schule noch Prügel vom Lehrer bekommen und niemand hat sich darüber aufgeregt.
Soll heißen, das nur, weil wir etwas nicht kennen, es nicht automatisch ein Aufreger sein muss. Wärst du mit dieser Regel aufgewachsen, wäre sie ein absolut natürlicher Bestandteil für dich und du könntest dir eine andere Sicht gar nicht vorstellen.
Insofern, ja ich würde dieser Regel folgen. WEIL ich es nicht anders kennen würde!
Da ich es aber anders kenne, würde ich es anders machen, bzw mache es anders.
Nicht ganz.
Im Groben und Ganzen ist mir das Opfer tatsächlich egal. Für das Opfer gibt es genügend andere Methoden, sein eigenes Befinden wieder aufzubauen (Psychiater, Freunde). Da muss ich mich als Fremder nicht auch noch einmischen, denn dann hätte ich wahnsinnig viel zu tun und käme überhaupt nicht mehr zu meinem eigenen Kram. Ich kann mich nicht um jeden einzelnen Menschen kümmern, der Probleme hat.
Wohl aber kann ich eingreifen, wenn ein offensichtlicher Regelverstoß vorliegt. Und dabei ist es völlig egal, welche Regeln gerade gelten.
- Arbeite ich in einer Disko, gelten die Hausregeln. Hältst du dich nicht dran, fliegst du raus. Keine Diskussion notwendig, denn dafür sind Regeln da.
- Bin ich zuhause, und du benimmst dich nicht, fliegst du raus. Mein Haus, meine Regeln. Keine Diskussion notwendig, denn dafür sind Regeln da.
- Bin ich unterwegs, gelten Gesetze. Hältst du dich nicht dran, gibt's Ärger. Keine Diskussion notwendig, denn dafür sind Gesetze da.
Was gehen mich andere, mir unbekannte Menschen an? Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, jeder sucht sich seinen eigenen Weg.
Von Mitgefühl ist hier auch nicht die Rede.
Sicherlich empfinde ich Mitgefühl für andere.
Aber deswegen muss und kann ich noch lange nicht überall eingreifen.
Ich empfinde zum Beispiel durchaus Mitgefühl mit Leuten, die gestrandet sind. Aber es ist nicht meine Aufgabe, ihnen da raus zu helfen.
Was könnte ich auch daran ändern?
Wenn ich jedem Obdachlosen ein Heim gebe, dann hätte ich nicht mehr genug Platz für mich und meine Familie. Gebe ich jedem zu Essen, hab ich selbst nicht mehr genug. Gebe ich jedem Geld, bleibt mir nix mehr übrig.
Irgendwo hat das Mitleid und das Mitgefühl auch Grenzen.
Bei einer Misshandlung gegen Schwächere stehe ich trotzdem nicht daneben und schaue zu. Hier wird definitiv eine Regel verletzt, hier wird massiv in Menschenrecht eingegriffen (§1 GG = Die Würde des Menschen ist unantastbar).
Und das Grundgesetz ist nix anderes als die schriftliche Form eines gesellschaftlichen Konsens, den es VORHER schon gab! Man könnte auch sagen, hier ist etwas aufgeschrieben worden, weil es für den Menschen absolut normal ist.
@Durakier:
Danke, das du dies erkennst.
Es geht mir tatsächlich um die grundlegenden Gefühle. Die sind nun mal nicht sehr zahlreich. Liebe, Wut, Leid, Freude und Hass, viel mehr gibt es eigentlich nicht.
Der Rest sind alles Abstufungen bzw Mischungen davon.





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