
Zitat von
carstenm
Wenn man aikidô übt, trainiert, dann lernt man dort, anderen Menschen körperlichen Schaden zuzufügen. Das ist der Kern dessen, was man dort täglich übt.
Ich halte es für wichtig, daß die Übenden sich damit auseinander setzen, dazu eine Einstellung gewinnen. Die aussschließlich kooperative Übungsweise verschleiert diesen Aspekt nahezu völlig. Als ich angefangen habe, war ein Buch populär mit dem Titel "Aikido - Kampfkunst ohne Gewalt".
Wenn man ein ken jutsu übt, "schneidet" man dort mit einem Holzschwert andere Menschen. Man symbolisiert Tötungsakte.
Auch da verschleiert für gewöhnlich die Übungsweise, bei der kaum einmal eine Verletzung geschieht, den eigentlichen Charakter dessen, was man da übt.
Mir geht es nicht darum, daß sich die dem Üben inhärente Gewalt im Alltag aktualiert, umsetzt, ausagiert wird. Das meine ich nicht.
Aber ich finde es wichtig, daß sich die Übenenden darüber klar werden, was eigentlich sie da tun. Und - jedenfalls vor sich selber - dazu Stellung beziehen.