Ich hatte dazu neulich erst ein interessantes Gespräch mit einem japanischen Bekannten.
In Deutschland sind wir halt auf das Ideal der "Wahrhaftigkeit" aus. Das, was man nach außen zeigt, soll das wiederspiegeln, was sich in unserem Innersten verbirgt. Es ist darum ein Ideal, weil wir auch bei uns "Masken" (Personae) tragen, die mit dieser Wahrhaftigkeit kollidieren.
In Japan - so das Ideal - bleibt das wahrhaftige Innere eines Menschen verborgen und weicht im Alltag dem, was man als Funktionsmaske bezeichnen könnte. Man nimmt eine Persönlichkeit im Rahmen einer bestimmten Funktion ein. Diese wechselt je nach Beziehung zum Gegenüber. So kann sich ein einzelner Mensch in unterschiedlichen Situationen gänzlich anders verhalten.
Ich sage nicht, dass das bei uns nicht auch so ist, allerdings widerstrebt vielen dieses Verhalten, weil es eben dem Ideal der "Wahrhaftigkeit" oder meinetwegen "Authentizität" widersprecht. Diese Leute wirken auf uns in ihrem Verhalten inkonsistent und daher unglaubwürdig.
Um auf's Thema zurückzukommen:
In meinen Augen sind die "Tugenden", die hier den KK zugeordnet werden, entweder schlicht Teil des alltäglichen japanischen Habitus, oder Wunschgebilde (Mut z.B.), die den KKler - in seiner Funktion als "Retter" - von der grauen Masse abheben sollen.




