
Zitat von
ryoma
Zu der "Funktionsmaske", welche Shava beschrieb, gehört in Japan vorallem auch die Kleidung. Ein Askpekt, der von Westlern gerne übergangen wird.
Hierbei meine ich nicht unbedingt die Markenversessenheit, welche viele Japaner an den Tag legen, das ist lediglich eine Folgeerscheinung.
Aber "richtig" gekleidet zu sein, ist in Japan wesentlich wichtiger als z.B. im Westen. Und "richtig" bedeutet eben nicht, ständig völlig overdressed zu sein. Sondern für den Anlass angemessen. Und das ist durchaus eine Kunst.
Um den Bogen zu den KK zu spannen: Mir fiel auf, das bei Koryû-Enbu viele Besucher (auch Junge) in Anzug und Krawatte erschienen. Für westl. Augen zuerst einmal absolut overdressed (ist doch nur ne Sportveranstaltung!).
Nein. Koryû-Enbu sind eine sehr ernste und durchaus quasireligiöse Veranstaltung, da die eigene Vorführung ein Opfergabe für die Götter darstellt.
Allerdings sind nicht alle Koryû-Enbu so ausgerichtet. Es gibt genug "säkulare" Enbu (z.B. Asakusa-Enbu).
Wie gesagt sind die Besucher oftmals im Anzug anzutreffen. Nicht wenige davon sind natürlich auch Mitglieder von Koryû und da schickt es sich eben nicht unbedingt, in Flipflops und Schlabber-T-Shirt aufzutauchen.
Aber selbst wenn man nicht als Vertreter einer Schule dorthin geht, ist Anzug und Krawatte an solch einem Anlass NIE overdressed. Im Gegenteil: Man bringt den Teilnehmern damit Respekt entgegen.