Zitat Zitat von Kniehkigg Beitrag anzeigen
Von "kollidieren" kann wohl keine Rede sein. Wie kommst du darauf?
Natürlich kann man von Studienergebnissen bzw. Wahrscheinlichkeiten nicht auf den Einzelfall schließen. Ich sehe da nun aber kein Argument sondern einen probabilistischen Fakt.
Du sagst, man kann von Studienergebnissen nicht auf den Einzelfall schließen, siehst aber nicht, wieso man deshalb Probleme bekommen kann, wenn man den Einzelfall (allein!) aufgrund der Ergebnisse großer Statistiken behandelt?

Zitat Zitat von Kniehkigg Beitrag anzeigen
Unser ganzes Leben ist so aufgebaut. Du kannst wenn du eine Straße überquerst um zur gegenüberliegenden Heilpraktiker zu kommen [ ] auch davon ausgehen dass du mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9x% auf der anderen Straßenseite ankommen wirst. Wo ist da das Argument?
Ersetzen wir den Heilpraktiker durch eine Apotheke.(ändert am Prinzip nix, aber es könnten weitere Personen auf die Idee kommen, von dem Auftreten paramedizinischer Begriffe in meinen Posts darauf zu schließen, dass es hier um Paramedizin ginge).

Ich hoffe mal nicht, dass Du annimmst oder suggerieren willst, dass die üblichen Medikamente durchweg eine Wirksamkeit von 99,9x% zeigen?
Darüberhinaus heißt Wirkung ja nicht, dass etwas auch zufriedenstellend wirkt, und das Ausmaß der Wirkung die Nebenwirkungen rechtfertigt.


Ziel ist es also: zu einer Apotheke zu gelangen (während der Öffnungszeiten)
Gehen wir mal von 99,9% (x=0) aus.
Behandlung ist: Straße überqueren (SRASSE)
Kontrollbehandlung 1: Straße durch einen engen Tunnel unterqueren.(TUNNEL)
Kontrollbehandlung 2: An Straßenrand stehen bleiben (NIX)
Nebenwirkungen: Überfahren werden, im Tunnel stecken bleiben

Man macht eine Studie, an der 30.000 Leute teilnehmen.
Unter diesen 30.000 Leuten befinden sich zwei kleinwüchsige Menschen, die nur langsam gehen können, schlecht sehen und hören.
Die Studie ist randomisiert, d.h. die Probanden werden zufällig auf die drei Behandlungen verteilt.
Zufällig landen die zwei Kleinwüchsigen in den Gruppen STRASSE und NIX.
Als Ergebnis erhält man:

Aus den Gruppen TUNNEL und NIX hat keiner die Apotheke rechtzeitig erreicht, viele aus der Gruppe TUNNEL blieben im Tunnel stecken.
In der Gruppe STRASSE erreichten von 9.989 Personen die Apotheke während der Öffnungszeiten.
Einer ist am Bordstein umgeknickt und 10 Personen wurden überfahren.

Fazit:
Um von der gegenüberliegenden Straßenseite in die Löwenapotheke zu gelangen, hat sich das Überqueren der Straße als sehr effektive Maßnahme erwiesen. Nebenwirkungen traten nur bei 0,11% der Teilnehmer auf.
Die Maßnahmen TUNNEL und NIX erwiesen sich als unwirksam, bei TUNNEL traten sehr häufig Nebenwirkungen auf.

Nun fragt der Kleinwüchsige, der in der Gruppe NIX war, einen Arzt, der diese Studie kennt, wie er am besten die Löwenapotheke erreicht.
Das letzte mal sei er erfolglos am Straßenrand stehen geblieben, hat aber gehört, dass es irgendwo einen Tunnel geben soll, mittels dessen er die Straße gefahrlos überqueren könne.
Der Arzt erwidert:
"Ja, den Tunnel gibt es, aber eine Studie hat klar gezeigt, dass Sie damit nicht zur Löwenapotheke gelangen können. Ich empfehle ihnen die Straße zu überqueren."
Kleinwüchsiger:
"Aber ich kann doch nur langsam gehen, sehe und höre schlecht. Dazu scheint mir heute besonders viel Verkehr zu sein, ich würde lieber den Tunnel nehmen"
Arzt:
"Haben sie Medizin studiert? Nein? Na also."
Kleinwüchsiger:
"Ja, das leuchtet mir ein"

Der Kleinwüchsige wird beim Versuch, die Straße zu überqueren, überfahren.

bedauernswertes Einzelschicksal

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PS: meine Anmerkungen zu dem Rest Deines Posts: ->