Was für Überlieferungen meinst du? Ich kann generell nichts entdecken, weder hier im Thread genannt noch in den mir bekannten Unterlagen, was auf irgendeine diffizile anatomisch aufgehängte Waffenverwendung deutet. Man kann natürlich Vermutungen anstellen, der eine vermutet dies, der andere das.
Wenn man sich mal moderne Systeme anschaut, sieht es auch nicht anders aus. Natürlich gibt es Hinweise auf besonders günstige Ziele mitsamt den dadurch erzeugten Wirkungen. Ein Beispiel ist Fairbairns Messerziel-System. Die von ihm angegeben Wirkungen und/oder Wirkzeiten sind sämtlichst Kokolores und eher als Propaganda denn als real sinnvoller Hinweis zu verstehen. Aber immerhin.
Was absolut klar ist, ist, dass Wirkungen von Waffen eng mit der im Körper getroffenen Struktur zusammenhängen. Eine .44 Magnum in die Därme ist weniger wirksam als eine .22 lfb ins Herz. Ok. Eine Kugel in den unteren Herzbereich ist wirksamer als in den oberen, theoretisch. Es ist nur kaum möglich, im Kampf auf die zuletzt genannte Zentimeterarbeit einzugehen.
Mit Nahkampfwaffen ist man nah am Gegner, d.h. im Einwirkungsbereich. Sofortige Kampfunfähigkeit ist selten herzustellen, jedenfalls biologisch bedingte Handlungsunfähigkeit, egal, was man da durchschneidet oder trifft. Das ist einfach die überwiegende Erfahrung, an tausenden von Erfahrungsbeispielen belegt, und auch medizinisch leicht erklärbar. Die Verwendung von Nahkampfwaffen ist also gefährlich. Je länger ich mich im Wirkbereich des Gegners befinde, desto mehr. Gleichzeitig habe ich bei den meisten Nahkampfwaffen, anders als bei Schußwaffen, Defensivqualitäten. Ich halte es für sinnvoller, nach Treffern auf diese Möglichkeit zu setzen, anstatt die Waffe länger zu binden und Schneidarbeiten durchzuführen, die nicht mit einem großzügigen Herausziehen verbunden werden können. Ich vermute (!) daher, dass man das früher zum Teil ähnlich gesehen hat. Es gab bestimmt auch Leute, die das anders gesehen haben. Ähnlich wie heute.




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