Zitat Zitat von 1789 Beitrag anzeigen
,,,machbarkeit hat erstmal noch gar nix mit möglichst geringem aufwand zu tun
Das ist richtig, steht aber immer im Zusammenhang mit der zu lösenden Aufgabe. Eine "nur so Bewegung", die völlig zweckfrei und gedankenlos ist, spielt sich selten im ausschöpfenden Bereich der anatomischen Vorgaben eines Gelenkes ab, sondern eher im Bereich nahe der Ruhestellung. Der hängende Arm ist so eine Ruhestellung, ein leichtes Pendeln des Arms findet nahe dieser Ruhestellung statt. Sobald eine Aufgabe mittels einer Extremität zu bewerkstelligen ist, findet die Bewegung gemäß der Aufgabe statt, richtet sich nach dem Objekt der Aufgabe. Ein Handball wird anders gegriffen, als eine Briefmarke, ein Ball anders weggeschossen, als ein Brett durchgetreten. Dabei verwendet man "natürlicher Weise" den Bewegungsapparat innerhalb seiner anatomischen Beweglichkeit - natürlicher Weise so, dass die Aufgabe mit möglichst geringem körperlichen Aufwand an Bewegung erreicht wird. Eine "ungeschulte" Angriffsbewegung orientiert sich eher nahe der Ruhestellung, da diese eher der Gewohnheit entspricht. Der geschulte Angriff orientiert sich mehr an der zu lösenden Aufgabe und nutzt dabei das Potential anatomisch vorgegebener Spielräume durch gezielte Gewöhnung (Schulung). Auch eine unnatürliche, anatomisch überschreitende Bewegung, oder dem Zweck nach unnatürlich übermäßige Bewegung kann konditioniert werden.

Beispiele:
Einen Tischtennisball zwischen Daumen und drei Handfingern zu greifen entspricht der natürlichen Bewegung des Greifens, da die Bewegung nahe der Ruhestellung stattfindet und das "Problem" dabei zuverlässig löst (Aufwand gering, Lösung erreicht).

Einen Tischtennisball zwischen Daumen und Unterarm des selben Arm zu halten entspricht einer unnatürlichen Bewegung, da hierzu größere Dehnung des Daumengelenks erforderlich ist, das Gelenk nicht innerhalb seiner anatomischen Vorgaben bleibt.

Einen Tischtennisball zwischen Daumen und und einem großen Zeh festzuhalten entspricht einer unnatürlichen Bewegung. Zwar findet die dazu durchgeführte Bewegung in allen beteiligten Gelenken innerhalb ihrer anatomisch natürlichen Beweglichkeit statt, überschreitet aber bei Weitem den für die Aufgabe erforderlichen Aufwand an Bewegung.

In einem Kampf von kampfungeschulten Personen werden die meisten Bewegungen natürlicher Art sein, da hierbei jede Bewegung spontan und ohne Gedanken an vorgegebene Muster stattfindet, wird i.a.R. auch nahe seiner gewohnten Bewegungen, entsprechend seines Alltags stattfinden. Das Schulen einer KK gewöhnt den Körper an spezifische Bewegungen oder an ein spezifisches Sichbewegen, was im Kampf dann als gewohnte Bewegungen stattfinden. So diese innerhalb der anatomisch natürlichen Spielräume stattfinden, werden sie zu gewohnten natürlichen Bewegungen. Überschreiten sie die Räume anatomisch vorgegebener Beweglichkeit, können sie zu gewohnten unnatürlichen Bewegungen werden (Beispiel Zirkus-Akrobatik)