Nein. Nicht im Sinne erkenntnistheoretischer Kategorien heutiger Wissenschaft, insbesondere nicht im Sinne heutiger Naturwissenschaft oder heutiger historischer Wissenschaft.
Die dazu notwendigen Denkweisen und Kriterien existierten damals schlicht und einfach nicht. Kriterien und Intentionen der Texte waren andere.
Nicht umsonst ist die historisch-kritische Methode entstanden. Nicht umsonst ist Hermeneutik ein wichitges Fachgebiet der Theologie. Nciht umsonst war in den 60er Jahrend des vergangenen Jahrhunderts die Entmythologisierung vorherrschendes Thema und hatte etwa hundert Jahre zuvor die Religionsgeschichtliche Schule Hochkonjunktur.
Nein.
Biblische Texte als naturwissenschaftliche oder historische Zeugnisse im Sinne gegenwärtiger Wissenschaft zu verstehen, mißversteht die Texte per se.
Etwas platt formuliert ist dabei zu unterscheiden die voraufklärerische Zeit (Keppler) von vergleichbaren Streitgkeiten in nachaufklärerischer Zeit (Darwin).Wurden in der Kirchengeschichte nicht des öfteren naturwissenschaftliche Äußerungen (z.B. Keppler, Darwin..) mit biblischen Texten verglichen?
Noch platterer formuliert: Vor der Erfindung der Vernunft kann man niemandem vorwerfen, sie nicht benutzt zu haben.
Und nach der Erfindung der Vernunft braucht man eigentlich nur den Film mit Spencer Tracy anschauen, um zu lernen, daß die Konkurrenz von Bibel und Darwin - die ja in den USA bis heute überaus lebendig ist - nicht so super clever ist. Auch gerade aus jüdisch-christlicher Sicht nicht.
"Gimme that old time religion ... gimme that old time religion ..."
Ich vertehe unter "ernsthaft", daß man willens ist und sich in die Lage versetzt, eigene mitgebrachte Vorurteile zu transzendieren. Das würde in diesem Falle bedeuten, wissenschaftliche, theologische Literatur zu diesem Thema anzuschauen.Diejenigen die das dann getan haben, hatten sich also nicht ernsthaft mit den Texten beschäftigt?
Eben darum zielen meine Fragen oben disciplula darauf ab, mehr darüber zu erfahren, woher seine/ihre Aussagen stammen.
Das scheint nur so. Beide sind sehr ähnlich.Nur ist die Kosmologie des Dao de jing etwas abstrakter formuliert, als die semitische Geschichtensammlung und lässt daher auf den ersten Blick größere Interpretationsspielräume offen.
Eben.... nur wenn sich eine Kosmologie auf metaphysische Fragen bezieht, die sich der Naturwissenschaft entziehen, steht sie nicht in Konkurrenz zu dieser. Ein Schöpfer, der für den Urknall verantwortlich ist und die Naturgesetze, sich ansonsten allerdings raushält befindet sich in einem der Beobachtung nicht zugänglichen Bereich ohne sich in Russels Teapot verstecken zu müssen.
Erhellter immerhin.ich nehme an, das hast Du getan und bist nun unendlich erhellt.
Eben darum folgt in meinem Text unmittelbarruckzuckdirektindernächstenzeile der Absatz:Naja, nicht nur Hiob hat erfahren, dass einem eine ganze Menge weggenommen werden kann, so dass man den vermeintlich sicheren Boden unter den Füßen verliert.Jüdisch-christlicher Glaube kann vielleicht Deutungsangebote machen, wenn Menschen auf der Suche sind nach Deutung. Das aber immer in dem Wissen, daß solche Angebote in bestimmten Lebenssituationen einfach Strohhalme sind. Schön, wenn sie je aktuell helfen. Aber interessant wird es dann, wenn wieder Boden unter den Füßen gewonnen ist.





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