Das ist so ein immer währendes Thema.
Es wird in den Evangelien erzählt, dass im Augenblick, wo Jesus am Kreuz starb, der Vorhang des Tempels in Jerusalem zerriss, sodass der Blick auf das Allerheiligste frei wurde, das sonst nur der Hohepriester unter sehr bestimmten Umständen besuchen durfte.
Das lese ich so (inspiriert von, ich glaube, Rudolf Steiner), dass es ab diesem Moment nicht mehr Priester brauchte, die zwischen dem Gläubigen und Gott vermitteln, sondern dass der Gläubige sich direkt an Gott wenden kann und auch soll.
Priesterkasten etablierten sich aber trotzdem immer wieder, und es gab auch immer wieder Reformbemühungen, die das direkte Verhältnis von Mensch zu Gott suchten.
Ebenso gibt's in der Theologie Moden, wie überall anders auch, sprich in fünfzig oder hundert Jahren wird die Diskussion auch wieder woanders sein, und es ist nicht gesagt, dass ausgerechnet heute das Klügste und Wesentlichste gesagt wird. Vielleicht wäre es lohnenswerter, den alten Alchemisten Thomas von Aquin zu lesen? oder Meister Eckehart?
nebst reformieretn Grundsätzen wie "sola scriptura" (nur die Schrift) finde ich auch das aufklärerische "sapere aude", angebracht, wage es, selbst zu denken!





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