da lese ich jetzt, dass man im Achtsamkeitstraining aktiv aufmerksam bleiben muss, um bei der Übung zu bleiben und die mentalen und körperlichen Erfahrungen zu beobachten.
Bei (willentlichen) Bewegungen muss man dann drauf achten, dass das was man tut, auch dem entspricht, was man tun will.
Das typische Einstiegsobjekt für die Achtsamkeit bei JKZ ist der Atem.
Das Atmen ist natürlich auch eine Bewegung, die sowohl (zum Glück) autonom funktioniert, aber für jeden auch ohne besonderes Training willkürlich steuerbar ist.
In der Mindfulness nach JKZ, wie ich sie kennenlernte, greift man da nun nicht willkürlich ein, sondern beobachtet nur (es kommt ja bei der Definition der Mindfulness zur absichtlichen Aufmerksamkeit noch das Element "nicht werten" dazu)
Bei dieser Art der Atembeobachtung hat man dann nicht den in obigen Zitat beschriebenen Effekt des Soll-Ist-Ableichs einer willentlich ausgeführten Bewegung sondern eben nur noch den Effekt, des Soll-Ist-Abgleichs "bin ich mit der Aufmerksamkeit noch beim Atem oder beim Mindwandering?".
In manchen Methoden kann man da die Aufmerksamkeit durch Atemzählen überwachen:
Man zählt immer von eins bis zehn und wenn man dann plötzlich bei zwölf ist, weiß man, dass man irgendwo anders war.
Sobald man nun eine Bewegung mit einer Zielvorgabe ausführt, kommt dann der genannte zweite "Entry Point" zum tragen:
Schon bei Atemübungen, die einer bestimmten Vorgabe folgen, muss ich regelmäßig aktiv kontrollieren, ob meine Ausführung der Vorgabe noch entspricht.
Außer bei den im ersten Artikel angesprochenden Spontanbewegungen wird das auf jegliche Bewegung zutreffen.
Also auch auf Senkong und sogar auf ZZ, wenn man z.B. bestimmte Haltungs- oder Spannungszustände überwacht...
Die natürliche Tendenz des Körpers ist es allerdings, immer wiederholte Prozesse zu automatisieren und damit kann man dann die Bewegungsvorgaben erfüllen und gleichzeitig seinen Geist auf Wanderschaft schicken.
Natürlich kann man dann dem Geist neue Aufgaben (im Geist die sixtinische Kapelle ausmalen) geben. Das ist ja der übliche Lernprozess komplexer Aufgaben.
Oder ihn in entsprechende Umstände bringen, die automatisch in eine gesteigerte Aufmerksamkeit versetzen.
Bisher habe ich allerdings Achtsamkeitstraining so verstanden, dass man da nichturteilende Aufmerksamkeit auf Prozesse anwendet denen man üblicherweise eher keine Aufmerksamkeit schenkt, eben mit dem Ziel mit der Welt wieder in Kontakt zu kommen....und um aus dem Tun-Modus (in Verbindung mit dem Richtig-Falsch-Modus) in einen annehmenden Sein-Modus (es ist gut, so wie es ist) zu kommen.





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