Ist das vielleicht ein Mißverständnis?
Ich meine mit aikikai die japanische Stiftung mit hombu dôjô in Tokyo. Da gibt es eine Prüfungsordnung, nach der im hombu dôjô in Tokyo selber geprüft wird.
Der aikikai wird durch shihan des hombu repräsentiert. Diese shihan unterrichten selbständig. Und sie haben in aller Regel auch eigene Prüfungsmodi, sobald sie außerhalb des hombu Prüfungen abnehmen. Ablauf und Inhalt der Prüfungen der einzelnen shihan unterscheiden sich. Lediglich die Prüfungen, die im hombu selbst abgenommen werden, sind einheitlich.
Das bedeutet, daß es im aikikai - dem in Tokyo ansässigen mit hombu dort usw. - insgesamt keinen Standart gibt.
Ich kenne Menschen, die extra für jede Prüfung nach Japan fliegen, weil es ihnen wichtig ist, die Prüfung im hombu abzulegen, weil sie meinen, daß das die "eigentliche" Prüfung sei. Ich kenne andere Menschen, die ihre Prüfung gerade nicht im hombu absolvieren, weil sie meinen, daß die Prüfung dort lediglich Ausdruck eines kleinsten gemeinsamen Nenners sei.
Du hast die Prüfungsordnung des Aikikai Deutschland zitiert. Das ist nicht "der" aikikai, sondern ein Verband, der von Asai sensei geleitet wird. Asai sensei ist der ursprüngliche shihan des aikikai in und für Deutschland. Und er ist bereits seit 1965 hier. Und im Aikikai Deutschland ist also offenbar "katate ryote dori" Standard.
(Nebenbemerkung: Ich kenne es aus dôjô, die dem Aikikai Deutschland angehören so, daß beim Üben gar keine japanischen Begriffe für die Angriffe benutzt werden, sondern man konsequent von "1.Form" usw. spricht.)
Inzwischen gibt es weitere Verbände, die vom hombu dôjô anerkannt sind in Deutschland. Und es ist inzwischen auch anderen shihan gestattet, offiziell in Deutschland zu unterrichten. Und also auch Prüfungen abzunehmen.
Ein weiterer shihan des aikikai, der einem Verband in Deutschland vorsteht, ist Christian Tissier. Auch in Prüfungen der Aikidoföderation Deutschland wird nach "katatet ryote dori" gefragt.
Auch Endô sensei, der als angestellter Lehrer des hombu dôjô auch viele Jahre lang Vorsitzender der Prüfungskommission des hombu war und auch die aktuelle Prüfungsordnung mit gestaltet hat, unterrichtet und prüft in Deutschland. Er steht außerdem dem gemeinsam mit Chrsitian Tissier der Aikidoföderation vor. Wenn Endô sensei prüft, dann fragt er nach "morote dori".
Egal nun, ob bei Asai sensei, Christian Tissier oder Endô sensei: Alle diese Prüfungen sind unmittelbare Prüfungen des aikikai durch einen shihan.
Wenn du also mit "der Aikikai" den aikikai mit Sitz in Tokyo meinst, dann läßt sich nicht sagen, daß es in dieser Hinsicht einen Standard gäbe.
Zumal die Prüfungsordnung(en) innerhalb des aikikai keinen so normativen Charakter haben, wie es deine Aussage vermuten läßt. Viel wichtiger ist dort die persönliche Schüler-Lehrer-Beziehung.
Ergänzung:
Ich habe gerade mal nachgeschaut: Im Aikido Shinki Rengo, das ebenfalls zum aikikai gehört, werden noch einmal andere Begriffe gebraucht.





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