Nur die kurze Anmerkung, dass ja nicht einmal die Aussage (bzw. er) den Folgerungen zustimmt oder die Aussagen der anderen Teilnehmer kritisiert, sondern lediglich darauf hinweist, dass es in diesem einen konkreten Sonderfall zutrifft - sinngemäß -; was auch von niemandem bestritten wurde.
Ich muss mich regelrecht darauf vorbereiten und konditionieren, um im Kampf - während den Runden - die Anweisungen meines Trainer wahrnehmen bzw. verarbeiten zu können... Das erinnert mich immer wieder an die tollen Fragen wie: „Hast Du denn nicht gehört, dass der gegnerische Trainer ihm zu Beginn der Runde zugerufen hat, dass er später XY machen soll?“
Bei Erstkämpfern wurde ich mal gefragt, warum ich grundsätzlich nur während der Rundenpause konkrete Anweisungen gebe... Ist eigentlich ganz simpel, der Großteil hört es eh nicht und von denen, die es hören, setzen es vielleicht 2 (oft direkt nach der Ansage) um und keiner nimmt es zur Kenntnis und arbeitet später damit. Da fehlt schlicht die Erfahrung.
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Erinnert mich nur immer wieder daran, warum ich irgendwann die Schnauze voll hatte... Noch lieber waren/sind mir nur die Exemplare, die dann auch noch damit hausieren gehen, dass ich es gesagt oder bestätigt hätte...
Nein, erst einmal bedeutet weniger Druck nur, dass an dieser einen Stelle weniger Druck ausgeübt wird (vice versa) und nicht mehr. Daraus kannst Du nicht mehr ableiten und auch nicht weniger. Ziehe ich an Deinem Nacken, weißt Du auch nur, dass ein Zug an Deinem Nacken stattfindet und verfügst evtl. über genug Erfahrung, um innerhalb dieser bestimmte „Erwartungen“ zu tätigen. Dass die nur in Deiner Welt gelten und man keinesfalls annehmen sollte, es stimme, wird häufig deutlich, wenn Sportler Reaktionen abrufen, die sie lange gedrillt haben. Ob das ich, mit meinem Thaiclinch inkl. dem aufrechten und nahen Stand, bin oder der Boxer ist, der Schläge abduckt, der, die klassische Turtle-Position einnehmende, Sportler usw. spielt da keine Rolle.
Der Unterschied ist nur, dass all diese Sportler genug Druck gewohnt sind, um auch mit den Folgen der falschen Entscheidungen klarzukommen und nicht meinen, zu wissen, was kommt.
Du wirst überhaupt keinen Druck an den Armen spüren, während ich Dir einen Haken ans Kinn schlage und bei einer Geraden ist die Chance groß, dass sich der Druck nicht nennenswert verändert - ich drücke ja nicht gegen Deine Arme... Selbst wenn Du es merkst, weißt Du nicht, was kommt und während reagieren schon schwer genug ist, bezweifle ich, dass Du aufgrund des Druckverlusts überhaupt reagieren würdest, bevor die Faust im Gesicht ist.
Abgesehen davon wüsste ich gerne mal, wieso WTler so oft denken, man würde ihr Spiel mitspielen. Du bekommst (regelmäßig) keinen Kontakt zu meinen Armen oder bist im Clinch, ich strecke die auch nicht auf Brusthöhe von mir weg. Auch habe ich dieses Verhalten noch nicht von ernstzunehmenden Gefahren bzw. im Kampf gesehen - nur von einer hilflos überforderten Person, die irgendwie Distanz zum Angreifer aufbauen wollte und die Arme ausstreckt.
Kämpfe sind meistens etwas sehr Dynamisches oder Kräftezehrendes. Etwas wie einen gleichmäßigen Druck wirst Du (kontrolliert) nur hinbekommen, indem Du mit maximaler Kraft arbeitest und Dein Gegner dieser nicht ausweichen kann. Beispielsweise wenn ich Dich in der Ringecke gestellt habe und Dir mit meinem Unterarm unter Deinem Kinn den Kopf nach hinten überstrecke bzw. Dich regelrecht aus dem Ring drücken will, während ich Dich bearbeite oder wenn ich in der Sidemount mein Gewicht auf Dich packe. Im Stand ist es nahezu unmöglich und unnütz. Generell ist es eine Kraftverschwendung. Explosiv und punktuell, nie gleichmäßig...
Wie willst Du das eigentlich machen? Du löst doch auch den Druck, um „was Anderes [zu] mache[n]“? Also ist es kein gleichmäßiger Druck, sondern (nach Deiner Logik) sogar eine Vorwarnung für ihn.
Kann man... Dann aber keinen gleichmäßigen, auf den man sich ohne Probleme einstellen kann... Du wirst es nicht einmal schaffen, eine gleichschwere Person, die sicher steht, mit gleichmäßigem Druck zu schieben, da sie sich darauf einstellen kann. Arbeitest Du explosiv, wäre das etwas anderes und erzwingt eher eine Reaktion. Die Aufmerksamkeit bekommst Du auch nicht, wenn da ein Druck ist, der keinen interessiert.
Wenn ich kämpfe, stört es mich wenig, wenn da ein bisschen Druck ist, ich allerdings weder bewegt werde noch Schmerzen empfinde.
Danke, das war ein Fehler...
Nö. Das wäre (bei mir) wohl die unwahrscheinlichste Folgereaktion. Wobei ich immer noch gerne wüsste, wie Du das durchs Schuhwerk überhaupt fühlen willst. Zwei Schuhe berühren sich, wie merkst Du, wie viel Gewicht ich auf dem linken Bein habe, ob ich auf den Ballen oder der Sohle stehe?
... und Du denkst, Du hättest im Kampf die Kontrolle darüber, wann Du den Kontakt verlierst?
Weit weniger zuverlässig als die Kombination der Sinne und was es Dir im Kampf bringt, weiß ich immer noch nicht. (Du denkst, Du hörst, wie sie drauf sind und selbst wenn es stimmen sollte, heißt das nicht, dass es etwas mit Dir zu tun hat. Ob jemand in Deine Richtung rennt, weil er Dich angreifen will, schnell aufs Klo muss oder einfach nur Lust hatte zu rennen, erkennst Du nicht daran. Wenn ich gereizt und wütend bin, merkst Du das vielleicht, was es mit Dir zu tun hat, kannst Du nicht wissen. Insbesondere wenn Du mich nicht siehst... Den „freundlichen Grundton“ habe ich auch oft vernommen, bis man mich plötzlich angegriffen hat...)
Interessant. Danke.
Wie gesagt, Kämpfe sind dynamisch oder kräftezehrend, falls statisch. Dazu kommen sämtliche andere Faktoren und wenn ich in einem Kampf nicht einmal Prellungen o. Ä. wahrnehme, bezweifle ich doch sehr, dass ich einen „leichten Druck“ überhaupt wahrnehmen oder er mir interessieren könnte... Spätestens nach dem ersten harten Treffer dürfte das herzlich egal sein.
Wie willst Du eigentlich den Druck zu mir aufbauen? Schon mal bei den Boxern im Training probiert? Die halten (hoffentlich) ihre Ärmchen an ganz anderen Stellen und bevor Du ihre Arme überhaupt berührest, hast Du ein paar Treffer sitzen. Generell halte ich es für ein fragwürdiges Ziel, einen „Messdruck“ aufbauen zu wollen... Ähnlich wie viele Anfänger den Fehler machen und sich auf die Schläge des Gegners konzentrieren...
Nur weil mein Druck weg ist, bin ich es noch lange nicht.
Ach, ich bin im Vergleich zu vielen, die da draußen für Übergriffe verantwortlich sind, absolut ungefährlich. Wenn ich mich (beispielsweise) an die letzte Auseinandersetzung mit dem Kerl, der mittags am Bahnhof versucht hat, meiner (guten) Freundin die Handtasche zu klauen und anstatt sich bei Widerstand zu verziehen, den Kampf zu suchen, denke, hatte der auch ordentlich was hinter seinen Schlägen und hat sich sicherlich nicht zum ersten Mal gekloppt.
Ganz simples Beispiel: Egal was ich mache, ich weiß, wo Deine Arme sind, dass Du dementsprechend nicht decken oder nennenswert parieren kannst und die Chance, dass ich schneller agiere als Du reagierst, ist groß.
Gleichzeitig übst Du keinerlei nennenswerte Kontrolle über mich aus, hast keinen Griff, bist nicht frei in Deinen Bewegungen oder in einer sicheren Distanz, während Du trotzdem keine aktive wie passive Deckungsarbeit (aufgrund des intensiven (versuchten) Kontakts) leisten kannst. Du hast also weder die notwendige Kontrolle - beispielsweise mittels grapplerischer Arbeit inkl. dem Greifen - noch eine gute Deckung und uneingeschränkte Beweglichkeit, mit dementsprechendem Distanzverhalten.
Betrachte es doch (beispielsweise) einfach Mal aus Sicht des Distanzverhaltens. Bevor Du überhaupt (einigermaßen) fühlen oder einen „Messdruck“ aufbauen kannst, kann ich Dich schlagen, treten, aus der Distanz shooten usw. Dürftest Du doch momentan im Boxen eindrucksvoll merken. Da „fühlst“ Du erst, wenn es zu spät ist. Gleichzeitig ist im Kampf Vielfalt nicht notwendig. Auch Feinmotorik ist schön, jedoch nicht von Nöten. Es reicht, wenn ich den Umriss des Arms wahrnehmen kann, um ihm auszuweichen. Ich muss nicht die Inschrift des Eherings lesen können. Es spielt auch nur sekundär eine Rolle, ob ich dem Schlag ausweiche, indem ich 2cm Luft habe oder ob ich einen ganzen Schritt zurück mache.
Klingt vielleicht blöd, aber ich sehe lieber einen Schlag kommen, als ihn zu fühlen.
... klar und danach sind Tasche und Geldbeutel weg, weil Taschendiebe nicht so blöd sind, sich am Schritt erkennen oder „hören“ zu lassen.
... aber das langsame Fühlen und das Anbringen eines leichten und gleichmäßigen „Messdrucks“? Schenkt sich doch nicht viel, ob ich darüber nachdenke, was er da jetzt macht oder ich mich dem Messdruck hingebe. Beides ziemlich ungünstig.
... aber im Gefecht kannst Du bereits leichten Druck fühlen und gleichmäßig aufrechterhalten?
Du hörst und fühlst also nicht nur ganz aktiv und bewusst während eines Kampfes, sondern denkst auch noch ausführlich über Dein Erscheinungsbild nach, reflektierst und entwickelst Schuldgefühle?! Das muss das Multitasking sein, das Männer nicht können.
Würdest Du Dich auch nicht mehr anschnallen beim Autofahren, weil man bei Unfällen sterben kann und wenn Du während eines Unfalles sterben solltest, es eh keine Rolle spielen würde, ob Du angeschnallt warst oder nicht?
Warum sollte man freiwillig die Chancen reduzieren und was hast Du denn bis jetzt im WT gemacht, wenn Du bereits mit Schlägen solche Probleme hast? Wenn Du es siehst, kannst Du vielleicht noch WT-typisch reagieren - was auch immer das ist - doch wenn sie zu sind, geht das nicht.
Die Schläge im Sparring sind anders als die Schläge im Kampf?
Du erkennst also, warum eine Person rennt bzw. die Intention dahinter und nicht nur, dass eine Person rennt? Woran erkenne ich den Unterschied, ob sie die Bahn noch erwischen will, ein Klo benötigt, die Freunde einholen will oder nach einem missglückten Handtaschendiebstahl flieht, wenn sie von hinten auf mich zugerannt kommt? Woran weiß ich denn, ob sie an mir vorbeirennt oder vielleicht voll in mich rein, um mich zu Boden zu reißen?
Das hat irgendwie was Putziges, danke. Hätte ich mir das im Kampf auch mal gedacht
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Hättest Du ein paar Beispiele?
Wer im Kampf (oder auch nur Sparring) nicht „im Moment [bleibt“] oder bleiben kann, hat entweder noch keinen Schlag gefressen - und es legt sich danach ziemlich schnell - oder ist seinem Gegner meilenweit überlegen und spielt mit ihm... Das hat herzlich wenig mit Fühlen oder Sehen zu tun...
Schon mal versucht, nachzudenken, während jemand auf Dich einschlägt? Das läuft auch nicht so ab, dass man sich denkt: „Links, links, oh, seine rechte Deckung, links, sinkt immer, wenn ich, links, meine linke, links, Gerade schlage. Links, was könnte ich denn, links, daraus machen, links? Ah, links, Moment beim nächsten Angriff, links, täusche ich eine linke Gerade, links, an und schlage einen rechten, links, Haken. Bei 3 geht’s los, links. 1... 2... links... 3: links antäuschen, rechter Haken.“
Was ist denn die Alternative? Weil’s eh im Gesicht landet, spielt’s auch keine Rolle mehr? Warum dann nicht gleich hinstellen, Arme hängen lassen und nichts machen?
Übung.
Gleichzeitig finde ich es „riskant“, offensichtlich immer davon auszugehen, überhaupt den Kontakt und „Messdruck“ herstellen zu können... Was war/ist denn der Plan, wenn das nicht funktioniert? Schläge zu sehen, scheint ja keine Möglichkeit gewesen zu sein. Gleichzeitig neigen sogar die Leute „auf der Straße“ dazu, die Ärmchen nicht einfach vor sich zu strecken....
Kann man auch ganz leicht zuhause bauen und verwenden.
Was fühlst Du denn und was machst Du dann? Probier’s doch einfach mal bei den Boxern aus.
Wie fühlt sich denn so der Unterschied zwischen einem rechten Schwinger und einem rechten Haken an und wie der Unterschied, ob der Haken zu den Rippen, zum Kinn oder zur Milz geht?
Dürfte eher die Regel als die Ausnahme sein. Sogar wenn man schon als Knäul auf dem Boden liegt, sollte man ständig mit Angriffen rechnen, die ohne Berührung stattfinden.
Dann geh laufen. (Ich hasse es auch heute noch wie die Pest
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Wie viele Laufbänder habt ihr denn oder warum schickt man Dich zum Aufwärmen auf ein Laufband?!
*hust* angehende Wettkämpfer (Deinen Schilderungen zufolge) *hust*. Zumindest ich differenziere auch noch einmal zwischen Breitensportlern (mit gelegentlichen Kämpfen) und Wettkämpfern.
Wer allerdings noch nie im Ring stand (und in meinen Augen auch bis 3 Kämpfen), ist kein Wettkämpfer.
Deute ich das richtig und Du hast in Deinen 10 Jahren WT 1x die Woche trainiert?
Find ich klasse!... und meinen Respekt, dass Du so etwas nähen kannst!
LG
Vom Tablet gesendet.







. Wobei ich immer noch gerne wüsste, wie Du das durchs Schuhwerk überhaupt fühlen willst. Zwei Schuhe berühren sich, wie merkst Du, wie viel Gewicht ich auf dem linken Bein habe, ob ich auf den Ballen oder der Sohle stehe?
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