Hoffentlich erklärst Du das Deinen eigenen Kindern auch genau so, wenn sie mit Problemen zu Dir kommen, die hast Du schließlich auch nicht zu verantworten. Wenn Dein Kind gemobbt wird, hast das ja nicht Du zu verantworten, sondern der Mobber und immerhin wird es ja nicht auch noch zuhause gemobbt, also kann Dir das nicht nur egal sein, sondern es soll sich doch eigentlich freuen und sich nicht so anstellen. (Dämliche Argumentation, nicht
.) Wie ich die Leute liebe, die dann immer noch rauslassen, dass es aber auch viel schlimmer sein könnte...
(Es ging in dem ganzen Punkt nur darum, dass (auch hier wieder) sehr gerne beschönigt wird oder aus unserer Sicht (ohne es je erlebt zu haben) fast schon romantisiert, was da mit den Kindern, die bereits bis zu ihrem 10. Lebensjahr mehr Kämpfe hinter sich haben, als der Großteil der Sportler hier in ihrem ganzen Leben, passiert, man natürlich Großteils nur von denen etwas hört, die diesen Weg „erfolgreich“ gegangen sind und dass man sich das (deshalb) nicht als Vorbild nehmen sollte, da es bei uns die dahingehenden Zwänge (glücklicherweise) nicht gibt... Das hat nichts mit dem Ankommen in der „Realität“ zu tun oder dass es noch viel schlimmer sein könnte... Dabei ging es auch nie um die Zustände in Thailand oder dass es für manche eine Alternative darstellt...)
Für manche. Du könntest auch behaupten, dass auch die erzwungene Sexarbeit immer noch die bessere Alternative als der Tod ist, aber das ist vermutlich sogar Dir dann zu heftig...
Ich vermute mal ganz dreist, dass Du keines der Kinder je kennengelernt hast oder von den ehemaligen oder denen, die sich auf dem Weg verletzt haben. Ja, es ist eine gewisse Chance und es gibt auch genug Kinder, die darin aufgehen oder Fuß fassen, es gibt auch genug, die daran komplett zerbrechen, verheizt werden oder mit Anfang/Mitte 20 vor dem absoluten Nichts (inkl. kaputtem Körper, mangelhafter Bildung und fehlendem Geld) stehen. Man kann natürlich auch die Kinderarbeit in den Fabriken, in denen sie bis zu den Knien in giftigen Chemikalien stehen, als bessere Alternative sehen (insbesondere wenn man selbst gerne mit Textilien arbeitet) und erklären, dass das den Kindern hier auch mal guttun würde und sie zur Arbeit zwingen oder man könnte sich glücklich schätzen, dass das bei uns nicht nötig ist und es nicht noch als „Erziehung“ verkaufen (wollen)...
Ist zumindest für mich nichts, was ich je Kindern oder generell Menschen, die Probleme haben und damit zu mir kommen, erklären würde. Denen hilft es leider so überhaupt nicht, wenn ich ihnen erkläre, dass es ihnen doch so viel besser geht, als ganz vielen anderen und sie eigentlich froh sein sollten. Natürlich könnte man dem Kind, das zitternd und heulend in der Umkleide sitzt, weil es sowohl vor dem Vater als auch vor dem Training und den anstehenden Schlägen eine wirkliche Angst entwickelt hat, auch einfach sagen, dass es sich nicht so anstellen soll, andere werden zuhause missbraucht oder von den Eltern getötet oder ich kann dem Kind dabei helfen und es nicht als „Erziehung“ abtun oder irgendwie schönreden. Das beginnt sogar schon bei den Kindern, die wirklich so überhaupt keine Lust haben und über Jahre ins Training gezwungen werden (ganz ohne Angst, einfach nur eine große Abneigung). Da nimmt das Kind von dem, was es doch eigentlich lernen sollte und weshalb es doch angeblich in den Sport geschickt wird, auch nichts mit und könnte genau das in einem anderen Sport (gerne) lernen.
Hat zwar nichts mit „Erziehung“ zu tun, sollte jedoch mittlerweile hinreichend bekannt sein, dass man tatsächlich dann am meisten mitnimmt, lernt und für sich gewinnt, wenn man dabei auch Spaß hat und nicht nur extrem abgeneigt ist...
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich...
Du schreibst doch ständig von „besser“ und „Alternative“, dann sollte man evtl. auch einfach genau das suchen... Ach und am Rande: Es ist nicht so, dass KS vor "verfetten" oder Mobbing schützt oder den kleinen Hector-Granit zum edlen Krieger ausbildet und ihn zum Alphatierchen der Klasse macht. Tatsächlich hat da (zumindest in meinem Umfeld) der Fußballverein weit mehr „gegen“ Mobbing geholfen als das Boxen. Die Fußballer hatten ihre Gemeinschaft, auch wenn der kleine, introvertierte und sehr ruhige Junge verdammt gut zulangen konnte und sehr diszipliniert war. Ich bilde mir vermutlich auch die (glücklichen) dickeren Kinder (oder die dünnen und durch den Zwang mitgenommenen) nur ein, die ich häufiger auf der Matte gesehen habe, das wird sicherlich durch Training kompensiert und hat überhaupt nichts mit der Ernährung zu tun; analog verfetten selbstverständlich die ganzen Zocker und Nerds und sind heutzutage auch noch absolute Außenseiter...
Gerade die Jungs, die „gemobbt werden“ und man dann auch noch zum KS zwingt, worauf sie jedoch so überhaupt keine Lust haben, der Sport überhaupt nichts für sie ist und die dann auch noch in ihrer Freizeit nebenher von den nächsten Leuten dominiert, besiegt und geschlagen werden, profitieren davon ungemein... Natürlich kommt das im KS und insbesondere am Anfang auch nicht vor und Mobbing in den Kindergruppen (usw.) gibt es da natürlich auch nicht...
Schön, dass Du das vermutest. Ich kenne ausnahmslos Gegenbeispiele und davon leider nicht gerade wenig. Es kam überraschenderweise nie wirklich gut an, wenn man Kinder über Jahre zum kämpfen zwingt und sie das so überhaupt nicht wollen oder davor sogar Angst haben... Im besten Falle wurde dann später der Sport einfach hingeschmissen und die familiäre Beziehung hat darunter gelitten, in anderen Fällen ging das noch ganz anders aus...
Nein, die Alternative ist nämlich nicht oft Chips, Fanta und Spielekonsole, sondern dass man das Kind einfach in einen Sport steckt, den es gerne ausübt und der ihm Spaß macht! Auch wenn es dann nicht zur Kampfsau, sondern zum Tänzer, wird oder Körbe wirft usw. Mal abgesehen davon, dass auch die Kinder in den Kindergruppen gerne "Chips, Fanta und Spielekonsole" haben und einen die paar Stunden Training auch nicht davor schützen. Da haben die Kinder mehr davon, wenn sie sich jeden Mittag auf dem Fußballplatz verabreden, ins Freibad gehen oder draußen spielen, als von den wenigen Einheiten.
Du betrachtest es auch als charakterbildende Maßnahme und natürlich lohnenswerte Alternative, das Kind regelmäßig windelweich zu prügeln, damit es was lernt und so „Werte“ mitnimmt? Nichts anderes passiert, wenn man ein Kind gegen seinen Willen zum VK-Kampf (oder nur harten Sparring) zwingt. Muss noch nicht einmal so hart sein; wenn das Kind mal Angst vor dem Training und den Treffern entwickelt hat, spielt es da auch keine Rolle mehr und es bringt sicherlich eine ganze Menge, es dann ständig dazu zu zwingen, genau das immer und immer wieder zu durchleben und ständig noch negativer zu prägen.
Harmlos sind da die, die einfach keine Lust haben und (welch Überraschung) auch nichts mitnehmen, weder an irgendwelchen „Werten“ noch an Lehren. Die warten einfach nur darauf, dass die Zeit vorbeigeht und stören häufig die Gruppe, solle man sie halt rausschmeißen.
... und wenn das Kind dann nach 6 Monaten 3x Training pro Woche die Sache immer noch bescheiden findet, könnte man sich mal überlegen, wie viele der tollen "Werte" es dabei tatsächlich mitnimmt, ob es von dieser "Erziehung" profitiert oder ob man einfach nur noch mehr Zwang ausüben muss, weil das Kind diese Fähigkeiten natürlich ungemein benötigt und nicht nur das Negative mitnimmt.
Naja, man steckt ja Geld rein, es könnte doch so viel schlimmer sein und es ist besser so, als direkt zum verfetteten Mobbingopfer zu werden.
Vom Tablet gesendet.





. (Dämliche Argumentation, nicht
.) Wie ich die Leute liebe, die dann immer noch rauslassen, dass es aber auch viel schlimmer sein könnte... 
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