Welch Überraschung... (So langsam frage ich mich echt, ob Du Dich anstrengst, so steil am Inhalt und dem Kern der Aussagen vorbeizuschießen oder sie einfach nicht verstehen willst...)
Was leider überhaupt nichts daran ändert, wenn Papa sich dann den Sohnemann nach dem Training „vornehmen will“, ihm auch noch eine Standpauke halten will, weil er schon wieder nicht richtig mitgemacht hat (bzw. ihn dafür sogar noch bestrafen will) oder irgendwelchen (brutal männlichen) Schwachsinn über Ehre, Kampfkraft, Männlichkeit und die Verweichlichung der Jugend vom Stapel lässt oder dass man das Kind hart anpacken müsse, wenn man ihm dezent zu verstehen gibt, dass das für keine Seite gewinnbringend ist und so nicht akzeptiert oder toleriert wird...
Was denkst Du wohl, wie es bei den Leuten ankommt, wenn man das Kind dann doch tatsächlich auf einmal für voll nimmt und es einem sogar komplett egal ist, wie das bei den Eltern ankommt, die es doch gerade tatsächlich zum Training gezwungen oder zumindest hergeschleift haben. Stimmt, ich werde im Sport kein Kind je dazu zwingen, zu kämpfen oder sich zu messen, wenn es wirklich nicht will und das kommt bei den Eltern, die genau diesen Zwang ausüben und das erwarten, da sie ja das Kind ins Training schleifen, dementsprechend an. Da hat man dann doch schon mal „nette“ Diskussionen und der Großteil nur so lange eine große Klappe und Anforderungen, wie sie dafür nicht geradestehen oder ertragen müssten, was vom Kind erwartet wird - ach und ja, ich bin auch deutlich "härter" im Nehmen als die Jugendlichen, dann kann ich doch wohl von einem Alphatierchen und Mann, der diese Schule durchlaufen hat und auf die Verweichlichung hinweist, erwarten, dass das auch auf ihn zutrifft und er nicht wie ein kleines Kind behandelt werden will, sondern wie ein "echter Mann". In dem Moment des Angebots wollte ich einfach mal sehen, was so dahinter steckt von einem Mann, der doch natürlich selbst eine viel härtere Schule durchlaufen habe und gerade ernsthaft seinem Jungen den Schwächling „austreiben“ wollte, sich für den Sohn schämen würde, wenn er nicht endlich zum Mann werden würde (der Junge war 12...) und ob man selbst bereit ist, das auf sich zu nehmen, was vom Kind erwartet wird, wenn man es zu Partnerübungen mit lockerem Kontakt und leichten Schlägen zum Gesicht auf die Deckung zwingen will (und ja, da reichen schon „leichte Schläge“, um ordentlich was beim Kind anzurichten, wenn es das nicht will). Dasselbe gilt, wenn mal wieder jemand sein Kind (das sogar Spaß im Training hat, aber einfach nicht an Wettkämpfen teilnehmen will und sich lieber auspowert, als andere Kinder hart zu schlagen und hart geschlagen zu werden) zum Kämpfen zwingen will.
... und wer gewinnt was beim diesem Zwang (und wie kann man sich bei diesem Zwang eigentlich aussuchen, zu was man es genau zwingt, wenn es doch nur um die "Teilnahme am Training" (mit allen Inhalten) geht)? Also außer dass das Kind die Zeit irgendwie absitzt und aus den Übungen mit Kontakt und den unangenehmen Teilen, die doch so wichtig für die Erziehung sind, rausgehalten wird? Nein, die tolle Ausstrahlung nimmt es da nicht mit, wieso sollte es auch... Ja, rangeln und raufen gehört irgendwann zum Training dazu und das ist nur dann positiv, wenn man es gerne und freiwillig macht. Ich hab tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass es kein Vollkontakt Sparring benötigt, wenn das Kind schon mit leichten Treffern überfordert ist, Angst hat, die andere Person zu schlagen und einfach auf den ganzen Zirkus keinen Bock, um ordentlich was anzurichten, wenn man es nur immer und immer wieder dazu zwingt, sich mit genau dem Zeug auseinanderzusetzen...
Steht man da dann am Rand und brüllt, sobald es an die Partnerübungen oder den Sandsack geht, dass hier der Zwang jetzt aber endet, das Kind nicht mehr mitmachen muss und die "Teilnahme am Training" sich bitte nur auf die Teile ohne Kontakt erstreckt und nicht den Rest des Trainings? Was stattfindet und wie es von dem jeweils betroffenen Kind aufgenommen wird, ist noch mal was ganz anderes... (Die Jungs, die Spaß dabei haben, nehmen die Sachen ganz anders wahr und stecken sie ganz anders weg...) Ich muss ein Kind nicht verkloppen, dass es negativ geprägt wird, da reicht schon eine ordentliche Abneigung und ein Schmerz (oder dominiert/besiegt werden bzw. den Willen aufgezwungen zu bekommen), den es nicht haben will und in dem es nichts Gutes oder gar ein Spiel (Rangeln und Raufen) sieht; hab das auch oft genug im Kinderjudo gesehen, wenn die Person, die keine Lust hatte, beim Techniktraining "geworfen" wurde und immer wieder leicht auf die Matte geknallt ist, beim Gürtelfange halbherzig mitgemacht hat und dementsprechend schlecht war, andere sich irgendwann beschwert (oder ähnliche Dinge gezeigt) haben, wenn der Junge in der "eigenen Gruppe" war, das aber einfach so überhaupt nichts Gutes und keinen Sinn aus Sicht des Kindes hatte.
Stimmt, die Ausstrahlung der Kinder, die keine Lust aufs Training haben, dazu gezwungen werden und im Training entweder überhaupt nicht mitmachen, den Frust der anderen Kinder auf sich ziehen, die tatsächlich trainieren wollen, dann evtl. sogar noch häufiger vom Trainer zurechtgewiesen werden oder sogar ständig spielerisch verpackt werden, jedes Spiel verlieren und immer die schlechtesten sind, ist schon absolut klasse! Das kommt sicher daher, dass die Kinder das Gefühl haben, so richtig gut unterstützt und in ihren Anliegen für voll genommen zu werden, wenn sie es nicht mal schaffen, dass Papa oder Mama akzeptiert, dass sie den Sport voll blöd finden, aber da schon wieder hin müssen. Das wäre im Fußballverein oder beim Tanzen nie passiert, das dem Kind Spaß macht, wo es gelobt wird, gerne hingeht und sich überraschenderweise auch häufig noch besser mit den anderen Kindern versteht, da alle gemeinsam Spaß haben und die Kinder der Sache positiv und nicht abgeneigt gegenüberstehen.
Die gezwungenen Kinder werden sich dann natürlich bereits durch die passende Ausstrahlung durchsetzen können, weil sie es ja gewohnt sind, dass das so super klappt und sie ihren Willen bekommen... Wenn man das Kind nur lange genug zwingt und ihm immer wieder vor Augen führt, dass es nix zu melden hat bzw. seine Meinung komplett egal ist und keinen interessiert und dann auch noch schlecht ist oder stört, wird es sicherlich lernen, dass es sich gegen andere durchsetzen kann und so richtig in seinen Vorhaben unterstütz wird! (Sieht man auch ständig bei den Erwachsenen. Da sind es dann die, die im Training von wirklich jedem verpackt werden, die dann Selbstvertrauen ausstrahlen und im Kampf der festen Überzeugung sind, dass das dieses Mal anders laufen wird als die tausendmal davor im Training...)
Mal ‘ne ganz blöde Frage: Wie kommt man auf den Trichter, dass ein Kind lernt, sich durchzusetzen, wenn man ihm von Anfang an zu verstehen gibt, dass es kein Mitspracherecht hat, sich nicht mal zuhause durchsetzen kann, seine Meinung eh nicht interessiert und es regelmäßig (mehrmals die Woche) und über Jahre etwas machen muss, auf die es keine Lust hat oder gegen das sich alles sträubt (und komplett unnötig und leicht zu ersetzen ist)und das wirklich regelmäßig, an festen Tagen und immer und immer wieder (auch noch planbar)? (Auch bei der angesprochenen Schulpflicht könnte man mal schauen, was mit Kindern passiert, die bspw. aufgrund von Mobbing oder kompletter Überforderung und Druck Seitens der Eltern passiert und wie man dagegen vorgeht. Einfach noch mehr Druck und Zwang hat da (zumindest in meiner Umgebung) nie funktioniert. Der gewaltige und zentrale Unterschied ist nur, dass man um die Schulpflicht und den Schulbesuch nicht rumkommt und Bildung einer der wichtigsten Pfeiler für die Zukunft ist. Der KS interessiert keine Sau und ist so leicht durch abertausend andere Alternativen zu ersetzen, die dieselben Ergebnisse liefern und das ohne die Probleme.)
(Am Rande: Überraschenderweise sind auch noch die Kinder die mit Abstand am durchsetzungsstärksten, die Spaß am Sport haben, erfolgreich sind und von ihren Eltern in ihrem Vorhaben und dem Spaß auch noch unterstütz werden. Da wird zusammengearbeitet und nicht gegeneinander (in einem absolut unnötigen Punkt).)
(Bevor das jetzt auch noch kommt: Ja, es gibt tatsächlich einen Unterschied, ob ich das Kind über Jahre regelmäßig zu einem Sport zwinge, auf den es so überhaupt keine Lust hat oder ob ich den in der Erziehung notwendigen liebevollen Zwang anwende und Grenzen aufzeige.)
Wenn man ganz viel Glück hat, läuft der Rest dann zumindest so „richtig“, dass das Kind „den Eltern zuliebe“ versucht, den Sport irgendwie zu machen, ggf. auch erfolgreich ist und wirklich hofft, dass es irgendwann mehr als ein Übel ist und dann einfach später irgendwann die Schnauze voll hat und es hinschmeißt, aber es nicht negativ gegen die Eltern auslegt.
Die „demonstrative Bereitschaft zur Gegenwehr“ hat ja schon super bei den Menschen funktioniert, die man eigentlich mag und die sogar auf derselben Seite stehen oder einen unterstützen (sollten), da wird es noch besser funktionieren und rüberkommen, wenn die Person auf der „feindlichen“ Seite steht. Wer nur genug Ablehnung und Zwang erfährt, wird definitiv ein riesengroßes Ego und eine tolle Ausstrahlung aufbauen und dass ihm die Gleichaltrigen, die kämpfen wollen, auch noch in der Freizeit ständig zeigen, dass er so überhaupt keine Chance gegen sie hat, wenn man denn wirklich mal rangelt oder Wettrennen veranstaltet usw., trägt dazu maßgeblich bei.
Da reicht so ziemlich jeder Sport aus und das hat mit verteidigen herzlich wenig zu tun. Ich (und genug andere) habe das sogar bereits in der Grundschule gegen die bösen Judo-Jungs geschafft, ohne je was trainiert zu haben, das hat man mir anders beigebracht und vermittelt und gerade die Kinder mit dem größten Ego, die sich wirklich zu behaupten wissen, sind überraschenderweise nicht die, die ständig zu irgendwas gezwungen werden, verlieren oder denen man vermittelt, dass sie überhaupt nichts zu melden und mitzureden haben, sondern da jetzt durch und es ertragen müssen... (Wie hat ein Sportler mal zu mir gesagt als ich erfahren habe, dass er gemobbt wird und es einfach über sich ergehen lässt: "Ich halt meinen Papa aus, wenn ich mal wieder schlecht war und ihn enttäuscht habe, dann halt ich auch noch die paar Blödmänner aus und ich hab ja noch Rocky [den Familienhund]." Ja, da kocht tatsächlich was in mir und da gibt es nicht viele Situationen von...)
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Vom Tablet gesendet.





. Da hat man dann doch schon mal „nette“ Diskussionen und der Großteil nur so lange eine große Klappe und Anforderungen, wie sie dafür nicht geradestehen oder ertragen müssten, was vom Kind erwartet wird - ach und ja, ich bin auch deutlich "härter" im Nehmen als die Jugendlichen, dann kann ich doch wohl von einem Alphatierchen und Mann, der diese Schule durchlaufen hat und auf die Verweichlichung hinweist, erwarten, dass das auch auf ihn zutrifft und er nicht wie ein kleines Kind behandelt werden will, sondern wie ein "echter Mann". In dem Moment des Angebots wollte ich einfach mal sehen, was so dahinter steckt von einem Mann, der doch natürlich selbst eine viel härtere Schule durchlaufen habe und gerade ernsthaft seinem Jungen den Schwächling „austreiben“ wollte, sich für den Sohn schämen würde, wenn er nicht endlich zum Mann werden würde (der Junge war 12...) und ob man selbst bereit ist, das auf sich zu nehmen, was vom Kind erwartet wird, wenn man es zu Partnerübungen mit lockerem Kontakt und leichten Schlägen zum Gesicht auf die Deckung zwingen will (und ja, da reichen schon „leichte Schläge“, um ordentlich was beim Kind anzurichten, wenn es das nicht will). Dasselbe gilt, wenn mal wieder jemand sein Kind (das sogar Spaß im Training hat, aber einfach nicht an Wettkämpfen teilnehmen will und sich lieber auspowert, als andere Kinder hart zu schlagen und hart geschlagen zu werden) zum Kämpfen zwingen will.
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