Also ....
Ich bin kein BWLer oder VWLer, ich habe mich lediglich in die Materie eingearbeitet und das ein oder andere Buch gelesen. Ich bin nicht im Besitz der absoluten Wahrheit, aber habe mir meine eigene Meinung gebildet. Ich kam zu folgendem Schluß:
1.) Der Euro
Wurde 1995 auf dem Gipfel von Madrid beschloßen. 1998 wurden die Wechselkurse festgelegt und wer alles daran teilnehmen darf. Auch die Maastrichtkriterien ( Neuverschuldung/Haushaltsdefizit, Gesamtverschuldung usw. ) wurden damals festgelegt. Länder wie Italien mußten vor der Euroeinführung höhere Zinsen für ihre Staatsanleihen bieten als z.Bsp. die Niederlande oder Österreich. Als feststand, daß Italien/Portugal/Zypern usw. mit dabei sind, sanken die Zinsen. Die südlichen Länder hatten jetzt die Aussicht auf eine stabile Währung mit niedrigen Zinsen. Die Italiener hätten damals ihre Mehrwertsteuer komplett abschaffen können und hätten immer noch einen ausgeglichenen ( ohne neue Schulden ) Haushalt gehabt. Haben sie aber nicht getan.
In Spanien gab es z.Bsp. einen Bauboom, daß viele billige Geld floß in den Bausektor und schuf dort neue Arbeitsplätze. Will man jetzt aber die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes untersuchen muß man sich das produzierende Gewerbe ( Industrie ) ansehen. Den die stehen im internationalen Wettbewerb. Die Gewerkschaften in der spanischen Bauindustrie konnten jetzt höhere Löhne und Gehälter durchsetzen, auf den ersten Blick gut, aber die Beschäftigten in der Industrie wollten jetzt auch mehr Geld sehen. Das führte dazu, daß die spanische Industrie international zu teuer wurde. Man muß ja immer soviel besser sein, wie man teurer ist. Man sieht an den Statistiken, daß die spanische Industrie heute weniger produziert als im Jahre 2008. Die haben sich immer noch nicht erholt. Mittlerweil wächst das BIP wieder, was u.a. am stark gestiegenen Tourismus liegt. Das ist gut für die Menschen, aber das Land hat sich insgesamt nicht wirklich erholt. Zumahl sich die Staatsverschuldung seit 2008 verdoppelt hat.
In Griechenland wurde der Staatshaushalt aufgebläht - Von den 10 Millionen Griechen, sind 1 Million Beamte. Riesige Wasserköpfe sind entstanden, die man immer noch nicht wirklich reformiert hat. 2007 schwappte dann die Finanzkrise aus den USA über die ganze Welt. Der Interbankenmarkt brach zusammen und die Banken liehen sich untereinander kein Geld mehr. 2008 schlug die Finanzkrise dann auf die Realwirtschaft durch und es mußten eilig Rettungspakete geschnürt werden. Das Ende vom Lied ist, daß die Märkte mit Geld geflutet wurden, die Staaten sich massiv verschuldeten und die Zinsen im Euroraum auf 0 % sanken. All das sollte die Krise abfedern und das Wachstum ankurbeln - Tat es aber nicht. Im Gegenteil, die Wirtschaft im Euroraum schlittert in eine Rezession, daß ist ein ganz normaler Vorgang aber das Problem ist, daß soviel Pulver verschoßen wurde. Es bleiben der EZB ( Europäische Zentralbank ) eigentlich nur Extremmaßnahmen übrig:
- unbegrenzter Aufkauf aller Staatsanleihen ( OMT-Programm )
- Aufkauf von Aktien und Immobilien
- Negativzinsen
- Helikoptergeld
und letzten Endes der Aufkauf aller Staatsschulden in Europa. Alles keine schönen Aussichten. Es gibt auch alternative Lösungsvorschläge z.Bsp. der temporäre Austritt von Staaten aus dem Eurosystem um zu gesunden und später zurückzukehren, aber das wird ( noch ) nicht umgesetzt. Wir haben also überschuldete Staaten und eine Währung die für den einen zu stark und den anderen zu schwach ist.





Mit Zitat antworten