Zitat Zitat von Damiano R. Beitrag anzeigen
So lange man gesund ist, kann man leicht über alternative Heilmethoden herziehen. Wenn man selber ernsthaft erkrankt und feststellen muss, dass die Schulmedizin auf viele, vor allem chronische Leiden, keine wirksame Antwort hat, wie lange hält dann wohl diese Haltung noch?

Kapituliert man dann vor der Krankheit, weil die ach so wirksame Schulmedizin nicht helfen kann und lobt sie weiter oder sucht man dann doch nach Heilung auch abseits des chemischen Mainstreams?
Ich kann die Verzweiflung durchaus verstehen, die sich breitmacht, wenn man mit chronischen Schmerzen oder Einschränkungen durchs Leben geht. Bin schließlich selbst betroffen.

Ich kann auch nachvollziehen, dass man aus dieser Verzweiflung heraus nach dem berüchtigten Strohhalm greift, denn "irgendwas MUSS ja helfen", nicht wahr? Und, ganz ehrlich, ich hab in dieser Situation auch den einen oder anderen Euro für Magie in Tüten von irgendwelchen Heilsversprechern (ja, auch Homöofuzzis) ausgegeben. Jeder davon war zu viel, okay. Aber die mir mal zuteilgewordene Bildung zuzuschalten und mir einzugestehen, dass das Unfug ist, hat eine Weile gebraucht.

Das Problem ist nur, dass man, statt Homöopathie einzuwerfen, auch immer bei Vollmond dreimal nackig um die Dorfeieche laufen und dabei "Alle meine Entchen" singen könnte und es hätte EXAKT denselben Effekt auf das Krankheitsbild. Käme aber billiger. Okay, das mit der Erregung öffentlichen Ärgernisses wäre ggf. ein Problem.


Manchmal heißt das "Zauberwort" bei chronischen Beschwerden übrigens auch "Coping", frei übersetzt: Lernen sich damit zu arrangieren und sich davon möglichst wenig in die Suppe spucken zu lassen. Sie sind ja "chronisch", weil sie eben nicht weggehen.