Zitat Zitat von StaySafe Beitrag anzeigen
Das ist ziemlicher Quatsch in meinen Augen.
Es geht doch nicht darum, dass man kein Verständnis hat für Situationen in denen das mit dem Training einfach nicht klappt.
Es geht darum, dass es sich nun mal zunehmend so darstellt, dass die Leute insgesamt unverbindlicher und weniger zielstrebig an das Training herangehen. Weniger Engagement gezeigt wird, oft aber gleichzeitig die Erwartungen an zu liefernde Leistung und Resultate völlig absurd hochgeschraubt werden.

Wenn mir bspw. ein Student mit nem lauen Nebenjob zwei mal die Woche sagt er würde das mit dem regelmäßigen Training nicht schaffen weil er so viel um die Ohren hat, gleichzeitig aber ein 35-jähriger Familienvater im Schichtdienst, mit Frau ebenfalls im Schichtdienst und einem 5-jährigen Sohn es 4 mal die Woche zum Training schafft - weil er es will und möglich macht! - dann frage ich mich wen besagter Beispielsstudent da eigentlich vera*schen will.

Es gibt den schönen Satz "Zeit für´s Training hat man nicht. Man nimmt sie sich." oder wie Schwarzenegger mal sagte "When the President of the United States has time to workout, when the Pope has time to workout - than you have time to workout!"


Hinzu kommt der Umstand dass ebenfalls zunehmend die körperlichen Grundvoraussetzungen für Kampfsport (und andere Sportarten die hier aber nicht diskutiert werden) im Querschnitt der Gesellschaft schlechter werden.

Das hat nichts, aber auch gar nichts mit "Mittelpunkt des Universums" zu tun.
Da hake ich einfach mal ein. Wir sind ein e.V. und nicht auf die Anzahl der Mitglieder angewiesen, da wir als Trainer weder unseren Lebensunrerhalt damit bestreiten müssen, noch davon reich werden wollen. Die meisten machen es so, dass sie ihre Fahrtkosten und ihre eigenen Lehrgänge bezhlt bekommen, nicht mehr.

In meiner Gruppe weiß ich, da sind mindestens 9 Leute, wenn sie nicht gerade ihren Kopf unterm Amr tragen und geben alles. Wenn einer von denen mal nen Scheißtag hatte, kommt er vorher zu mir, sagt: Du, ich bin etwas platt, gestresst, durch mit der Welt, ich mache heute nur locker mit. Dann ist das für mich mehr als in Ordnung, weil dann weiß ich auch, dass ich diese Person nicht mehr besonders motivieren und pushen muss wie sonst immer. Bei den anderen der Gruppe weiß ich, die machen immer locker flockig mit, haben aber auch andere Ziele. Sprich ich habe im Schnitt 20 Leute + einen Hilftrainer mit mir auf der Matte und mit den einen power ich und mache zum Schluss entsprechendes Stressstraining, mit den anderen mache ich lockeres Techniktraining ohne viel Gegegenwehr oder Stress.
In der Montagsgruppe sind immer so 14 Leute da, die einfach auf die Körper- und Bewegungsschule der zwei Trainer stehen. Ein paar andere Trainierende hoppeln hinterher, werden aber auch bespaßt und bei den Leuten die powern wollen, kommt dann oft die Ansage: So, jetzt noch dreimal in schön und wie für die Prüfung und dann tobt euch aus. Die nur hinterherhoppeln versuchen dann in der Zeit einfach rund zu werden, die Motoriker zelebrieren dann ihre Körperschulung.
In der dritten Erwachsenengruppe wechselt es durch, je nachdem, wer als Trainer vorn steht.
Und im Normalfall ist es so, wenn ich nicht als Trainer dran bin, stehe ich in der Reihe und trainiere mit. So handhaben es 7 der 8 Haupr- und Hilfstrainer.

Was ich damit sagen will:
KEINER von uns ist der Mittelpunkt des Universums. Jeder gibt nach bestem Wissen und Gewissen seine Art des Trainings. Wenn die Schüler mit einem reden und/oder man sie kennt, stellt man sich drauf ein. So wie ich mit 3 Leuten rede, würde ich sofort ein Disziplinarverfahren vom Verein haben, wenn ich es mit anderen machen würde. Aber diese 3 kenne ich so, die brauchen und WOLLEN das.