Zitat Zitat von kaffeegeniesser Beitrag anzeigen
Mich interessieren Verhaltenskodizes von - in meinem Fall - toten Japanern und Okinawanern nicht. Ich lebe nicht im Jahr 1920 in Japan, sondern im Jahr 2019 in Deutschland. Ich geh trainieren, um Spaß am Training zu haben. Großer Meister und Sensei und Vorbild und Charakterbildung und pi pa po brauch ich nicht.
Es ist Dein gutes Recht, Deine Wünsche, Ziele und was Du überhaupt dafür tun würdest oder nicht, zu fomulieren und Dir einen entsprechenden Stil/Verein zu suchen.

Es ist jedoch (von wegen Lehrer und Trainer seien sowieso nur Dienstleister) GENAUSOGUT das Recht eines Lehrers oder gar Stiloberhaupts (vgl. etwa die jap. Koryû) deutlich zu formulieren, welche Ansprüche ein Schüler oder wer dazu einmal berufen werden möchte, zu erfüllen hat. Bei traditionellen jap. Schulen (bei chin. wohl ähnlich?) haut es auch mit dem "Wer zahlt bestimmt auch die Musik." nicht so wirklich hin. Es ist ganz im Gegenteil eine besondere Ehre (wirklicher) Schüler einer solchen Schule zu werden, die dem Schüler sagt, wo es langgeht und nicht umgekehrt - egal, ob und wenn ja wieviel Geld möglicherweise fließen mag.

Bei einer jap. traditionellen jap. Schule (beachte jap. = ganz anderes kulturelles Umfeld als in Mitteleuropa) würde das Überstülpen des Diensleistungsgedankens m.A.n. lediglich für einen (gerne unbewussten) Eurozentrismus sprechen, von dem z.B. auch die Japanologie nicht verschont geblieben ist, von dem man sich mittlerweile allerdings zu lösen versucht hat.



Zitat Zitat von kelte Beitrag anzeigen
Natürlich wäre es für das Selbstwertgefühl und das Ego des Trainers ein zusätzliches Schmankerl, wenn "sein" Schüler irgendwie irgendwo erfolgreich wäre. Aber das dürfte auf 90% der Leute nicht zutreffen - und das war vor 20 Jahren auch schon so.

Was sich in den letzten Jahren gewandelt hat, ist der fehlende Respekt vor sogenannten -und das Wort bitte unterstreichen- Respektspersonen.
Während früher die Leute auf Kommando in die Schlucht gesprungen wären, zeigen diese heute die kalte Schulter und lachen. Und das sehe ich übrigens sehr positiv.

Und damit kommen die Leute nicht klar. Das ist der Punkt.
Passt es nicht, dann passt es halt nicht und das ist nicht zwingend die Schuld des Unterrichtenden. In den Koryû etwa ist selbst das Stiloberhaupt imgrunde "nur" ein Platzhalter, Jemand, der für einen gewissen Zeitraum (optimalerweise unterstützt von den höheren Lehrern der Schule) für das Fortbestehzen der Schule besonders verantwortlich zeichnet. Langfristiges Ziel ist in erster Linie der Fortbestand der Schule und der in ihr gelehrten Dinge, von Individueen erlangter Ruhm usw. ist dabei ein nettes Nebenprodukt. Der Lehrplan mag einem gewissen Wandel unterworfen sein aber sicherlich nicht so stark, dass z.B. aufgrund des Wunsches eines Schülers aus einer Speerschule plötzlich ein Messertstil gebastelt wird, weil es halt "der Kunde" so fordert. Es gibt Schulen, die hat dren Oberhaupt ganz bewusstb aussterben lassen unter dem Motto lieber ein würdiges Ende der Schule als die Schule einem unwürdigen Nachfolger zu überlassen.

Beim Mediamarkt könnte es natürlichn geschehen, dass wenn immer mehr Menschen nach frischen Schrippen fragen und die Fernseher luinks liegen lassen, es irgendwann zwar frische Brötchen gibt aber keine Fernseher mehr.