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Ich meine damit eine selbst-bewußte und selbst-wahrnehmende Haltung beim Üben. Das bezieht sich aber nicht auf die äußere Form (oder auch den Ablauf) einer kata. Die setze ich als "gegeben" voraus. (In meinem keiko sage ich immer wieder Sätze wie etwa: "Wie ikkyô geht, wissen wir ja alle ...")
Aber um die "äußere Form" als "gegeben" voraussetzen zu können, muss sie doch so weit automatisiert (d.h. im Muskelgedächtnis verankert) sein, dass man ihr kaum noch Aufmerksamkeit geben muss und auf etwas anderes achten kann.
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Sondern mir geht es um die Wahrnehmung des eigenen Körpers - und die Arbeit damit. (Den Geist in den Körper sinken lassen und dann mitVorstellungen arbeiten. Beispielhaft: Spiralen im eigenen Körper erzeugen. Gelenke oder bestimmte Linien "öffnen" oder "schließen". Bestimmte Verbindungen im Inneren aufbauen. Die Körpermitte in die Extremitäten hinein ausdehnen. Usw.)
Und es geht mir um die Wahrnehmung des Kontaktes und der Körperstruktur von uke. (Eine Verbindung zu der Körperstruktur von uke herstellen. Meinen Geist nicht nur in meinem eigenen Körper "aufsaugen", sondern auch in den Körper von uke hinein ausdehnen. Und mit Vorstellungen so den Körper von uke beeinflussen.)
Ich denke, darin gibt es Konsens über den Dissens: meine Lehrer unterrichten keine solchen Vorstellungsbilder.

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Technische Exaktheit ist - wie oben gesagt: "Wie ikkyô geht, wissen wir ja alle ..." - die Voraussetzung dieser Art des Übens. Die äußere Form bzw. der Ablauf der kata muß möglichst präzise sein, damit sie dann von Innen her gefüllt werden kann. D.h., um ganz an den Beginn dieser Diskussion anzuknüpfen, es muß verinnerlicht sein, wo ein Fuß stehen soll, wohin eine Bewegung führt. Distanzen, Winkel, Timing,Richtungen, ... all das ist - meiner Ansicht nach - "nur" die Voraussetzung, um dann an dem arbeiten zu können, was ich unter aiki verstehe.
Gerade bei ikkyô will ich mir nicht anmaßen, zu wissen er geht. Und offenbar wissen das auch nicht alle Danträgerinnen, wie in diesem Beispiel, das ich vor kurzem schon mal verlinkt hatte. Das gilt für mich auch für andere Formen und Techniken, dass ich da noch an der "äußeren Form" arbeiten muss. Es ist ein Wechselspiel von statischem und langsamen, bewussten Üben und dem schnellen, fließenden Ki-no-nagare. Jedenfalls werde ich noch lange die Optimierung der "äußeren Formen" üben. Und ein Mittel dazu ist eben ein schnell und flüssig ausgeführtes ki-no-nagare, jedenfalls in der Praxis meiner Lehrer.

Ich kann die Didaktik meiner Lehrer nicht erklären oder gar begründen, ich kann nur schreiben, dass ich die erlebten Übungsformen als stimmig erlebe und dass die gelernten im Keiko meines Dojos für mich und meine Partner "funktionieren". Wie ich in dem Thread gelernt habe, brauch ich ja auch nicht mehr erwarten.