
Zitat von
MCFly
Kannst Du das erklären? Der Begriff der Freiheit ist in mehreren Belangen ein zentraler Bestandteil des GG.
Ja allerdings eben nicht "unbedingt"...aber das meintest Du wohl auch nicht, da Du vom Abwägen sprichst.

Zitat von
MCFly
Das führt zu weit. Aber: natürlich brauchen wir Gesetze, um ein soziales Zusammenleben zu gestalten. Für Dich ist das dann "vernünftig" - meinetwegen.
Natürlich ist ein Gesetz in gewisser Weise immer dazu da, unser Verhalten zu kontrollieren. Es sollen eben bestimmte Gefahren vermieden werden. Das ist ein Teilaspekt von vielen. Und es gibt immer Menschen, die sich nicht daran halten.
Ja, Gesetze sollen die Kosten von unerwünschtem Handeln erhöhen und so dazu führen, dass sich der Einzelne bei Abwägung des Für und Wider einer möglichen Tat dagegen entscheidet.
Die Kosten werden dabei natürlich mit der geschätzten Wahrscheinlichkeit des Erwischt- und Bestraftwerdens gewichtet.
Neben den vom Gesetzgeber künstlich geschaffenen Kosten (Strafen) gibt es natürliche mögliche Kosten einer Tat, die ebenfalls mit der (vermeintlichen) Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet werden.
Du führst hier z.B. an, dass es eine gewisse Wahrscheinlichkeit gäbe, dass, wenn Du Deinen Einhandfolder mitführst, Du in die Verlegenheit kämst, dieses einzusetzen.
Der Einsatz und/oder die Verlegenheit scheinen von Dir als negativ bewertet zu werden, also etwas, das für Dich, unabhängig von der (Waffen-)Gesetzgebung, gegen das Mitführen des Einhandfolders spricht.
Aus Deiner Sicht ist es also vernünftig, keinen Einhandfolder mitzuführen, daher brauchst Du ja eigentlich die künstlich durch den Gesetzgeber geschaffenen Kosten nicht, es zu lassen (außer, die künstlich geschaffenen Kosten wären das Zünglein an der Waage, die dann bei den Gründen für und gegen das Mitführen den Ausschlag dagegen gäben).
Gibt ja hier viele Leute, die mit Messern trainieren, auch explizit das effektive Töten, die angeben, bewusst kein Messer mitzuführen, auch keines, das mitgeführt werden darf.
Daher fand ich es bemerkenswert, dass Du anführst, dass Dir das Gesetz ermöglicht, Dich vernünftig zu verhalten, da ich bisher dachte, Gesetze dienen eher dazu, Leute zu Handlungen oder Unterlassungen zu motivieren, deren Sinn sich ihnen nicht unmittelbar erschließt.
Das sind dann auch die, die entsprechenden Gesetze nicht einhalten, wenn die Strafen gewichtet mit der Wahrscheinlichkeit des Bestraftwerdens gering sind.
Zumindest hier in der Diskussion mit Damiano machst Du den Eindruck von jemanden, dem die Einhaltung von Regeln und Gesetzen grundsätzlich wichtig ist.
Ich bin da eher christlich beeinflusst:
Das Gesetz soll dem Menschen dienen, nicht der Mensch dem Gesetz.

Zitat von
MCFly
Was hier doch zu Tage tritt und auch mich immens -z.B. im Verkehrsbereich- stört, sind diese stetig mehr einengenden Vorschriften. Da hat eben jeder seine Sichtweise, wann dies sinnfrei wird oder in die falsche Richtung führt. Ich kann mit dem Waffengesetz gut leben.
Im Verkehrsbereich?
Was denn zum Beispiel?
Eher so technische Sachen, wie Fahrverbote für Dieselfahrzeuge oder Verkehrsregeln wie Geschwindigkeitsbeschränkungen?
Ich wurde durch das momentane Waffengesetz auch noch nicht besonders eingeschränkt. Wenn bei mir regelmäßig an Bahnhöfen Leibesvisitationen durchgeführt würden und ich vielleicht kriminalisiert, weil ich ein Taschenmesser vergessen hab, aus der Tasche zu nehmen, würde ich das anders empfinden.
Ebenso, wenn sich die allgemeine oder meine persönliche Sicherheitslage verschlechtern würde und ich es für mich persönlich für sinnvoll hielte, ein Messer schnell einsatzbereit zu tragen.
Durch das Führungsverbot von Einhandfoldern mit feststellbarer Klinge, wäre ich dann ja gezwungen, eine Ordnungswidrigkeit zu begehen oder gar, wie der eine Mensch aus dem Video, auf ein erlaubtes Messer mit höherer Verletzungsgefahr für mich zurückzugreifen.
Don't armwrestle the chimp.