
Zitat von
Damiano R.
Wenn man ein Messer richtigerweise als letztes Mittel begreift, braucht es auch keine non-letalen Techniken, die ohnehin keine ausreichende Mannstoppwirkung bieten würden.
Richtig.
Man darf ein Messer zur Abwehr eines gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriffs im Rahmen von Notwehr/ Nothilfe verwenden - auch mit tödlichen Konsequenzen für den Aggressor.
Richtig.
Wann spricht man vom "letzten Mittel"? Das könnte theoretisch auch gegen eine Person der Fall sein - oder zwei Frauen - oder eine Gruppe Halbwüchsiger. Wo ist die Grenze? Denn im Kampf selber kann man diese nicht zuverlässig ziehen, da ist schlicht keine Zeit für solche Überlegungen. Das muss man sich also rechtzeitig bewusst machen.
Es wird sich immer sofort auf Notwehr bezogen. So einfach ist das nicht.
Ein Schnitt durch die Hauptschlagader am Hals oder in der Leiste, ist genauso unmittelbar mannstoppend, wie flächige, tiefe Schnitte über den Körper oder Stiche zu Augen/ Kopf oder Herz/ Lunge.
Wir hatten aber schon den Aspekt, dass es nicht so einfach ist, solche Schnitte anzubringen. Ich spiele den Ball einmal zurück: frage doch Polizisten? Du wirst wahrscheinlich hören, dass viele -selbst später verstorbene- Personen noch weiterkämpfen konnten, obwohl diese mehrere Stiche zum Torso abbekommen haben. Ähnliche Aussagen finden sich zu Schussverletzungen, es gibt ja auch Videoaufnahmen hierzu. Sollte man nicht thematisieren, gezielte tödliche Angriffe sollten kein Thema in einem öffentlichen Forum sein.
Daher nur ganz kurz: ich denke, zuverlässig mannstoppende Effekte bietet ein Messer vor allem bei heimtückischem Einsatz. Das sollte kein Aspekt sein, dem man anderen als Selbstverteidigung empfiehlt.
Da ein Messer extrem leicht und handlich ist im Verhältnis zur verheerenden Wirkung, ist es natürlich eine ideale SV-Waffe. Viele Menschen würden noch leben, hätten sie denn ein Messer geführt.
Eine ideale SV-Waffe ist für mich eine Waffe, die große Distanz einhält, jederzeit verfügbar ist und wenn möglich von den Auswirkungen effektiv, aber überschaubar bleibt. Z.B. ein Spazierstock. Diesen hätte man immer zur Hand, er dient ja gerade dazu, ständig an der Hand geführt zu werden. Jeder Angreifer erkennt diesen Stock, entweder er unterschätzt einen deswegen oder er lässt von vorne herein von seinem Vorhaben ab.
Ein solcher Stock würde nie als Waffe ausgelegt und man hat viele Einsatzmöglichkeiten. Es gibt taktische Regenschirme, die verstärkt wurden und somit Potential für SV-Handlungen bieten. Es gibt Pfefferspray - ist für Tiere gedacht, aber dennoch im Einsatz für die SV effektiv und überschaubar.
Richtig ist, dass ein Messer gefährlicher ist als diese Waffen. Und halt irgendwie cooler
Auch als Stockkämpfer ist es sehr schwierig, einen gewillten Messerangreifer vom Infight und damit der sicheren Niederlage abzuhalten. Das verschafft einem Angreifer mit Messer immer einen Vorteil. Das ist aber bei allen legalen Verteidigungswaffen der Fall. Auch und besonders mit eigenem Messer. Was nutzt es mir denn, wenn ich tödlichen Schaden austeile, dabei aber selber drauf gehe?
Mir persönlich geht es darum, mich zu schützen. Und das bedeutet gerade bei Waffen, dass ich Distanz zum Angreifer halten möchte. Und da sehe ich gegen ein Messer mit einem Stock o.ä. keine schlechteren Chancen, als mit eigenem Messer. Die Handlichkeit mag ja ein Argument für ein Messer sein, aber iVm anderen Nachteilen ist das für mich kein Kriterium. Wer sich schützen möchte, kann bitteschön auch auf Komfort verzichten.
Wenn man schon diskutiert - mal weg vom Einhandmesser, also im legalen Rahmen - und sich nicht im Kreis drehen möchte:
Was spricht gegen alternative Bewaffnung? Wenn ich Dich als Angreifer mit eigenem Messer und mit eigenem Stock abwehren möchte (und ja, ich trainiere beides): warum hätte ich Deiner Meinung nach mit einem Messer bessere Chancen? Soviel bessere, dass ich den Nachteil, eine Person zu töten, einfach mal in Kauf nehmen kann? Für mich spielt das eine große Rolle. Nennt sich Abwägung 
Das wären Punkte, die mich interessieren. Habe ich aber schon angesprochen. Bin mal gespannt, ob hierzu etwas kommt.
Viele Menschen würden noch leben, hätten sie denn ein Messer geführt.
Kommt immer auf die gesamte Situation an. Viele Menschen würden auch noch leben, hätten sie sich vernünftig mit Prävention und Deeskalation beschäftigt. Alles eine Frage des Blickwinkels.
Geändert von MCFly (18-11-2019 um 13:49 Uhr)
It 's not who I'm underneath but what I do that defines me. Bruce Wayne
Dabei würdest Du sogar beim Schattenboxen verlieren. Kannix