die Verwirrungen gehen von euch aus.
die semantik des geschriebenen lässt diese tendenz als aspekt der aussagen geradezu als signifikanten im text erscheinen (bezogen darauf, warum etwas nicht authentisch, also fake sein soll).
das mag nicht beabsichtigt sein, dass es mit "rassismus" konfrontiert werden kann (das dem WIRKLICH so ist, glaube ich NICHT. das will ich euch AUF KEINEN FALL unterstellen), es schafft aber, durch den sprachgebrauch auf begrifflicher ebene entsprechende möglichkeiten der interpretation. deshalb, und nicht, weil es "verboten" wäre, sollte man sich manchmal überlegen, wie man etwas ausdrückt. wir wollen doch, dass man sich gegenseitig möglichst so "interpretiert", wie es auch gemeint war, oder?
es bleibt dabei: nicht echt thailändisch als vorwurf an einen aus thailand stammenden stil mit ANGEBLICH grenzüberschreitendem einfluss (müsste man mal genauer analysieren, wäre, wie oben geschrieben, jedenfalls nicht ungewöhnlich), ist eine aussage, dass ein stil, der aus dem land stammt nicht "authentisch" ist, weil er durch kontakt mit anderen ethnien entsprechend stilistische "einfärbungen" hat (angeblich... hm... die chaiya ellenbogen kenne ich in gleicher oder ähnlicher form jedenfalls aus einigen silat stilen zb.)
übrigens: ist alles eine frage, auf welcher seite der grenze man sich befindet.
Zur Anschauung: Muay Thai in einem sich Silat Tomoi nennenden hybrid-stil (nicht "rein") aus Malaysia. der Silat Tomoi mann (Kru Jak Othman, geboren und aufgewachsen direkt in der grenzgegend!) hat kein problem damit Muay und v.a. die pukulan Aspekte von Silat zusammen zu bringen, eben, weil es, wie natürlich gewachsen, gut passt (und das ist, behaupte ich, kein zufall). kein Problem mit "echt" in DIESEM SINNE. es ist für mich aber auch kein problem, wenn er sagen würde, "Muay Boran" ist altes Muay/Muai, VOR der versportlichung, anstatt, dass es eine Rekonstruktion ist, die noch nicht soooo alt ist, während er versucht "alte Elemente und Strukturen" im modernen wieder zu finden und zusammen zu bringen. hier im kkb würde auch keiner auf die "historischen fechter" der Europeam Martial Arts los gehen, nur, weil die rekontstruieren.
entscheidend ist: kann das zeugs was? ist es durch nutzung vorhandener quellen und "LOGISCHER Spekulation" NACHVOLLZIEHBAR und mit einer MÖGLICHST aus den erfahrungen des kämpfens und "realistischen" probierens resultierenden GLAUBHAFTIGKEIT rekonstruiert worden?
Ich bin mir sicher, dass die Boran rekonstruktionen sind, wie übrigens fast alle kampfkünste, die erst spät entstanden sind (da habt ihr ja recht) aber immer wieder behaupten, sie wären URALT. das betrifft wohl fast alle stile und kks auf der welt (sicherere beweise - nicht stories, die erzählt werden - über irgendwas älteres als aus dem 17./18. jh. wird man kaum finden. das meiste kommt wohl aus dem 19. und 20.)
aber diese art von authentizität, die mit überprüfbaren lineages und historischen aufzeichnungen von techniken und "stli-namen" zu tun hat, war von mir gar nicht thematisiert. da ging es um die aussage, dass etwas nicht authentisch sei, weil es (angeblich) elemente enthält, die nicht originär "thai" seien. das ist etwas anderes...
wie gesagt: historische authentizität erwarte ich nicht mal, wohl aber größtmögliche ehrlichkeit über lineage bzw. quellen des "wissens & könnens" und vor allem ein SYSTEM, das den namen verdient, weil alle einzelteile (egal woher) auf eine art und weise (also mit einem "stil" der umsetzung) so ineinander greifen, dass das Ergebnis ein in sich geschlossenes, logisch aufgebautes und FUNKTIONALES etwas ergeben, das sich fürs "kämpfen" gut gebrauchen lässt, wenn man es entsprechend trainiert.
und eure karambit einlage zb. ist nun mal 1. ein widerspruch zu den aussagen im 1. post ((a) etwas ist nicht authentisch, weil es von etwas anderem, "fremden", beeinflusst zu sein scheint + (b) pahuyuth ist im sinne von (a) authentisch und benutzt trotzdem karambits. wobei es egal für den widerspruch ist, ob die ursprünglich über indische vorläufer in den malaiischen raum gekommene waffe - nein, kein landwirtschaftliches gerät! - AUCH in thailand heimisch geworden wäre oder ob es in angeblich vorhandenen "unbefleckten" thailändischen stilen eigentlich gar nicht unterrichtet wird. in beiden fällen bleibt der widerspruch. ihr könnt das nicht für eure argumentation gebrauchen (chaiya ist u.a. nicht "echt", weil … solange ihr euch selbst als "echt" verkauft und zugleich das gleiche wie die leute im chaiya macht: elemente aus dem malaiischen oder, früher, indischen raum integrieren. wie gut oder schlecht ihr das macht, ist eineigenes thema.
aber zurück zu den clips von einer thai-Malay-Muay-"Boran"-Silat-Bokator mischung, die keine probleme hat (passt prima zusammen), keine probleme macht oder gar sucht aber zeigt, was sie, in einem normalen training mit "normalen" schülern kann, ihre Lehrer nennt und auch noch, durch die art des öffentlichen auftritts, glaubhaft rüberkommt. … und freundlich.
die einen lernen von mehreren stilen und sagen das auch und freuen sich über "kompatibilität" (liegt in der geschichte der grenzregionen-kks im kontakt zueinander. da will ich mich jetzt echt nicht mehr wiederholen), die anderen wollen darauf beharren, dass sie die EINZIG WAHREN in ihrem Bereich sind und alle anderen stile seien fake und/oder bullshit.
kann man mit dem Tomai Silat-Muay Boran-Bokator mix … oder wie auch immer... kämpfen? ich hab es nicht selbst gespürt, aber es ist meinem Fma&Silat & Boxen-Muay-Savate hybrid recht nahe und von dem ausgehend, weiß ich, wo da die limits sind gegen einen trainierten "spezialisten" im wettkampforientierten vollkontakt. dass es "was" bringt, weiß ich aber auch. die clips sagen mir vor diesem hintergrund: das geht im prinzip. reicht es für sportkämpfe, in denen athleten gegner sind, die genau das x mal in der woche trainieren, was sie auch im ring nutzen dürfen (regelwerk) und was sich in den erfahrungen der vollkontakt-"sport"-geschichte als erfolgreich umsetzbar und damit brauchbar erwiesen hat? keine ahnung. kann sein, kann aber auch nicht sein, wenn in den schulen "normal" trainiert wird aber nicht auf wettkämpfe zugeschnitten, wenn das technik repertoire nicht auf wesentliches beschränkt wird und wenn die schüler schlicht nicht athletisch genug sind (aus welchem grund auch immer. muss man ja nicht als ziel haben, wenn man was bestimmtes trainiert, weil es einem einfach SPASS macht). kann man es für sv brauchen? ich sage: ja. aber.... gegen trainierte "vk-spezialisten" aus dem sport (!) wird es problematisch. ist ein solcher kampf mal in die gänge gekommen, ist schluss. auch wenn sich der sport-wettkämpfer nicht auf sein lieblings szenario einstellen kann: er hat verdammt gut geschulte reflexe, kann irre gut antizipieren und schön "korrekt" schlagen - selbst aus dem schlaf heraus sozusagen. das macht auch den "anfang" ungemein schwierig. da mag ich fürs training tolle sachen "wissen" und meinen spaß dran haben, wenn ich die fundamentals des vk-sportes nicht drauf hab, wenn ich nicht die ständige übung im "geben und nehmen und nehmen vermeiden" habe (vk versteht sich, und zwar so kräftig, wie es trainigsstand und trainingsziel sinnvoll zulassen) ... dann kann ich "schlacht-wissen" haben, wie ich will, es ist dann kein "können". ich werde dann "geschlachtet." (außer ich mach messer und... na ja, ihr wisst schon: damiano zitat der wahl aus den kkb Highlights von 2018 hier einfügen)
https://www.youtube.com/watch?v=OwGZC1ShGvo
https://www.youtube.com/watch?v=H32EFh7W9eU
https://www.youtube.com/watch?v=WU2swiMzPhU






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