Sorry, aber in der Momoyama konnte das Shogunat gar kein Buddhismus unter Kontrolle bekommen, weil es schlicht kein Shogunat in der Momoyama gab. Der Beginn der Momoyama (1573) markiert gleichzeitig das Ende der Muromachi/Ashikaga-Periode, und damit das Ende des Ashikaga-Shogunats. Das nächste Shogunat folgte 1603.
Auch haben die späten Ashikaga nie versucht, "den Buddhismus generell" unter Kontrolle zu bekommen (die mussten sogar die "Herrschaft" der Ikko über die Domäne Kaga anerkennen, bzw. akzeptieren trifft es wohl besser). Das ist weder Kaisern noch Shogunen gelungen, seit dem Shomu in der Nara als shintoistisches Staatsoberhaupt den Buddhismus massiv forcierte, eine Synkretisierung einsetzte und der Buddhismus sich zu einem nicht zu unterschätzenden Macht Faktum entwickelte. Die Symbiose gegenseitiger Unterstützung von Klöstern und weltlich-politischen Flügeln in kommenden Machtkämpfen der Heian, Kamakura, bis hin zur Nanbokucho/Muromachi führte zu einer Militarisierung von buddhistischen Ausrichtungen, besonders der Tendai-shu, aber auch der Shingon-shu und vielen sich aus diesen bezogen Richtungen (Jodo, usw.). Die Militarisierung diente aber auch der Durchsetzung eigener Interessen innerhalb buddhistischer Strömungen und führte auch zu Unterdrückungen oder gar Auslöschungen neuer und damit konkurrierender Ausrichtungen.
Oda Nobunaga sah es als unabdingbar an, im Zuge der Durchsetzung seiner Interessen, die militärische Macht solcher buddhistischer Ausrichtungen zu brechen, und damit politische Einflussnahme in Verbindung mit religiösen Fanatismus zu unterbinden.
Das Besondere bei Zen-Ausrichtungen wie der Rinzai ist die Idealisierungen bestimmter aus China übernommener kultureller Aspekte, in dem man Disziplinen zu "Wegen" formte. Zen stand unter dem Patronat der Hojo während des Kamakura Shogunats, verlor aber nach dessen Ende im frühen 14. Jahrhundert wieder den Fokus der Mächtigen. Es wurde bald von den nicht-militärischen, intellektuellen und ökonomisch aufstrebenden Schichten der Handelszentren in der Muromachi wie Sakai angenommen, die Disziplinen wie den Teeweg, Schreibkunst, Gartenkunst, Ikebana zum Teil ihrer Kultur machten. Das wiederum fand bald auch Einzug in der Militäraristokratie, die letztendlich nicht unwesentlich von der ökonomischen Macht dieser Chonin abhängig wurden.. Einer dieser Wege ist auch Budo.
Vielleicht ist Kyudo eine der ältesten dieser Budo-Disziplinen. Ex Ärmel war es einer der Hojo-Regenten, der das Nachlassen der Fertigkeiten im Umgang mit dem Bogen reklamierte und so, insbesondere Yabusame, als fester Bestandteil und Ritual wichtiger Feierlichkeiten etablierte.
Um zum Punkt zu kommen. Der "Weg des Kriegers", welcher hier thematisiert wird, scheint ja auf die japanische Ausformung zu zielen. Für mich stellt sich die Sache als eine Idealisierung eines Gemisches zen-buddhistischer Einflüsse, wie eben der "eines Weges" und klar konfuzianistischer Aspekte (Hierarchie, Gehorsam, kriegerische Tugenden) zusammen. Zusammengemixt ganz nach Bedarf und Anspruch der jeweiligen Zeit. In jedem Fall aber eine Idealisierung, eine Fiktion und Schablone.





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