Also, mal aus meiner Sicht...

1)
Ob und wenn ja welche Unterschiede in der Verwendung und Begriffsgeschichte von Soldat und Krieger mit Bezug auf die Akteuere vorliegen, wäre spannend zu wissen und für bestimmte Zeiträume gründlich und genau zu untersuchen. Ich konnte jedenfalls hierzu keine Abhandlungen finden. Von daher scheint es mir weder angemessen zu sagen, dass es hier aus historischer Perspektive (grundsätzlich? immer und überall?) keinerlei Unterschied gab und gibt, noch dass ein allgemeiner und klar definierter Unterschied besteht. Und dann wäre das natürlich noch mit Blick auf andere Begriffe (in anderen Sprachen und Kulturen) zu untersuchen; sicherlich möglich, aber auch aufwändig.

2)
Beim Thema Krieg, Weg des Kriegers und Soldat sehe ich es so, dass es um eine (wie schon von anderen auch angeführt) idealisierte Unterscheidung geht.

3)
Dass es auch eine positive Konnotation des Begriffs Kriegers gibt (ebenso wie die des Soldaten), dürfte historisch betrachtet außer Frage stehen. Sei es, dass einzelne Tugenden besonders Kriegern/Soldaten zugeschrieben wurden (die Tugend macht den Krieger), oder dass die Teilnehmer an kriegerischen Handlungen durch ihr Verhalten positiv aufgefallen sind (der Krieger macht die Tugend). Und so wie es ja für vermutlich alle Berufe und Stände eine gewisse Berufs- und Standesethik gab und häufig noch gibt (wenn auch meist ohne juristische Bedeutung, aber eben nicht immer, z. B. Ärzte), gab es dies natürlich auch für Soldaten und Krieger. Ob und inwieweit diese erfüllt wurden, ist eine andere Frage. Zu sagen, dass diese Anforderungen aber immer nur der Kontrolle der Soldaten und Krieger galten (und praktisch nie und null von einem echten Bemühen um ein Ideal motiviert waren), dafür bedarf es m. M. n. auch erst mal der Belege.

4)
Die Übertragung kämpferischer Begrifflichkeiten in den spirituellen Sektor ist mit Sicherheit sehr alt. Beispiele finden sich in den Psalmen und im Neuen Testament ebenso wie im alten chinesischen Liji ("Buch der Riten"). Im Abendland seien dann als Beispiele nur die Wüstenväter genannt, Thomas von Kampen ("Nachfolge Christi"), Lorenzo Scupoli ("Der geistliche Kampf") oder Erasmus von Rotterdam ("Handbuch des christlichen Streiters"). Nur als kleine Auswahl. Und auch im buddhistischen Kontext gibt es zum Beispiel die zornvollen Gottheiten, z. B. mit dem Schwert als Symbol der Weisheit.

5)
Nirgends geht meiner Meinung nach damit einher oder besteht die Absicht, die Schrecken eines Krieges zu verharmlosen.

6)
Last not least kann man daher auch andere "Krieger-Wege", sei es Dan Millman mit seinem friedvollen Krieger, Paulo Coelho mit seinem "Krieger des Lichts", oder auch modern-soziale Öko-Krieger etc. meiner Meinung nach nicht einfach damit pauschal aburteilen, dass man sich darauf beruft, der Begriff "Krieger" dürfe nur für Angehörige einer militärisch-kämpfenden Truppe gelten. Das kann man natürlich machen, aber warum das so sein sollte, leuchtet mir nicht ein. Mir kommt es dann vor allem auf die Inhalte an, nicht so sehr auf den Namen.