Wie gesagt, was die Leute hier in Europa gemacht haben kann man nicht mehr rausbekommen, für China gilt halt: Mit der Schneide nur im Notfall, oder wenn die Annahme nicht gescheit klappt, jedenfalls für Leute die sich intensiver mit dem Schwert befasst haben.
Für „Massenkampfkunst“ galt: Es wird mit dem stabilsten Teil geblockt um schnell sicher zu sein, da das das Einfachste und am schnellsten zu Erlernende ist. Mit Massenunterricht haben die fahrenden „Schwertmeister“ halt damals ihr Geld auf dem Land verdient
Wenn man sich die Anwendungssets, und vor allem die Details dazu, ansieht, dann sieht man ja auch wie die andere Art der Annahme entwickelt wird und womit das in der Körperarbeit verbunden ist. Je mehr Details, desto effektiver Bridging, Annahme und Arbeiten aus der Bindung. Noch einmal: es geht hier nur um die Annahme „Schneide gegen Schneide“ nicht ob man mit der eigenen Schneide die flache Seite des anderen Schwertes annehmen kann, das ist natürlich auch möglich.
Wenn man dann noch weiter geht und sich anguckt wo diese Art des Arbeitens herkommt (dem Speer), dann versteht man auch warum es so ist und wenn man dann hingeht und sich anguckt was die eigentliche Grundlage jeder chinesischen KK war (der Bogen), dann landet man schnell bei der Körpermechanik für den „Full Draw“ und dann versteht man wieder das Ringen und das Schwert besser.
Wie gesagt, solche Dinge hat den armen Kerl in einer ländlichen Miliz nicht interessiert, oder den zwangsrekrutierten Soldaten in einer Massenarmee. Das waren Dinge die für einige in den Bannern interessant war, für Söldner in Begleitdiensten oder andere Individuen die sich sehr viel mit den KK beschäftigen konnten/mussten.
Das die diese Art der Körpermechanik nicht jedem gezeigt haben sollte auch klar sein, denn gerade die Art der Annahme entscheidet darüber ob du innerhalb der ersten Sekunden stirbst oder nicht und wer da die Nase vorn hatte, der war ganz klar im Vorteil.
„Holding the shape“ ist nicht umsonst eines der wichtigsten Prinzipien. Das Schwert steckt sonst ganz schnell in Stellen wo man es nicht haben möchte...
Die „klassische“ Ausbildung in China war ja auch nicht umsonst 60% Bogen, 20% Speer, 10% Schwert und 10% der Rest. Man hat ja nicht für jede Waffe neue Mechaniken lernen wollen, zumal die Mechanik um einen 120-160 lbs Bogen zu spannen und effektiv zu schießen, schon ziemlich optimal ist. Damit bewegt man auch 4-5m Speere mit 4kg Spitzen und ganz sicher auch ein 750-900g Schwert.
Wie gesagt, wir wissen nicht was die Jungs in Europa gemacht haben, da es da keine lebendige Linie mehr gibt. Wenn ich aber Lichtenauer lese, oder Fiore oder Lecküchner, dann kann ich da die gleichen Mechaniken heraus erkennen, die ich auch aus unserer Linie kenne, aber das sind halt für Europa nur Vermutungen.
Wie die Jungs das in Japan gehandhabt haben, dass musst du jemanden aus den Koryu fragen.







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