https://www.faz.net/aktuell/politik/...-16727969.html

"Die löbliche Transparenz mit den Zahlen des RKI dient der Politik insofern zugleich als eine Art Sichtschutz. Dadurch können sich Kanzlerin und Ministerpräsidenten gewissermaßen als wohlmeinende Schiedsrichter zeigen. Sie bewerten das Verhalten der Deutschen, spenden Lob und lockern leicht; sie begutachten zugleich die wirtschaftlichen Verluste und verteilen die Menge der vertretbaren Entlastungsschritte auf die Betriebe; sie erinnern an die Bedrohlichkeit des Virus und mahnen zu Gehorsam. All das muss so sein. Darüber hinaus schuldet die Politik den Bürgern aber konkrete Angaben dazu, wie sie die Zeit genutzt hat, die sich die Deutschen durch ihren Verzicht erkauft haben.
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"Unabhängig davon, ob die Bundes- und Landesregierungen schon im Januar hätten begreifen müssen, dass das neuartige Coronavirus seinen Weg aus Wuhan nach Europa finden werde – warum wurde nicht wenigstens die Zeit seit Mitte März besser genutzt, als das Ausmaß der Bedrohung Allen vor Augen stand? Es müsste jedem Verantwortungsträger von Anbeginn klar gewesen seien, dass der Lockdown nicht reichen würde, um das Virusproblem zu lösen, sondern dass es darum ging, Zeit für Vorbereitungen zu erkaufen.
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gruss