Zitat Zitat von Little Green Dragon Beitrag anzeigen
Ich habe dazu ja schon mal in einem anderen Strang was geschrieben. Es ist natürlich sehr einfach sich hinzustellen und zu sagen: "Ja dann geh halt nicht demonstrieren, wenn die Demo von irgendwem organisiert wird der "fishy" ist..." - nur was heißt das denn aktuell?

Wenn zur Demo-Auflage gemacht wird, dass pro 10 Teilnehmern vom Organisator je 1 Ordner abzustellen ist der auf die Einhaltung der Abstände achtet und auch sonstige Auflagen zur Einhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dran geknüpft sind - wer kann solche Auflagen denn mal eben so erfüllen wenn dann auch noch eine entsprechende Anzahl von Demonstranten verfügbar sein sollen?

Die ersten Demos (von nicht Verschwörungstheoretikern) wurden medial ja damit abgetan: "Schau mal da protestieren ja gerade mal 20 Personen...", dass muss man ja nicht ernst nehmen.
Jetzt hätte ich aber 5.000 oder mehr Teilnehmer - woher bekomme ich dann auf die schnelle 500 zuverlässige Ordner?

Wenn man sich jetzt wieder den Aluhut aufsetzen möchte könnte man ja fast auf die Idee kommen - "Hey die machen die Auflagen extra so streng, damit bloß keine großen Demos zu Stande kommen...".

Mit fortschreitender Dauer (bei weiter sinkenden Neuansteckungen) wird die Akzeptanz der restriktiven Maßnahmen und Grundrechtseinschränkungen in der breiten Masse immer mehr abnehmen - da kann man diejenigen die dann protestieren zwar gern als Spinner oder dumm bezeichnen, nur ändert das erstmal herzlich wenig am Grundproblem.
Irgendwo hat halt jeder das Recht sich nach eigenen Abwägung Gefahren auszusetzen, auch wenn ich es nicht mag. Hat halt auch nicht jeder den Luxus für immer in Quarantäne sitzen zu bleiben und irgendwie muss Essen auf den Tisch kommen. Die Frage ist halt ob da wirklich so viel Gefahr in Verzug ist, dass man elementare Grundrechte einfach so aushebeln kann. Vielleicht ist es bei Corona-Demos der Fall, vielleicht auch nicht.