Jedes Fach hat da seine eigenen Traditionen. Ich habe z.B. die Richtlinien von meinem Institut, ab wann die Länge per se ausreichend ist, und das wären bei Masterarbeiten bereits ca. 100 Seiten (wobei die Zeichenzahlen ausschlaggebend sind, nicht die Seitenzahlen). Tendenziell sind Masterarbeiten im Vergleich zu Magisterarbeiten eher kürzer geworden, auch wenn es immer Ausnahmen gibt. Dazu kommt die Sichtweise darüber, was eine Masterarbeit ist und tun soll. Ich kenne Institutsleiter, die strikt die Auffassung vertreten, dass eine Masterarbeit KEINE eigenständige Forschungsarbeit ist, auch keine Arbeit mit Primärquellen, sondern eine methodische Arbeit mit Sekundärliteratur. Da ist dann wieder relevant, was das entsprechende Fach bzw. der Betreuer vorschreiben. Im Prinzip kann mit der richtigen Quellenkrititk alles, ungeachtet des Jahrgangs, in den Diskurs einbezogen werden. Die Quellenkritik ist wiederum fachspezifisch, nicht zwingend themenspezifisch. Und schliesslich möchte ich noch am Rande anmerken, dass es bei Abschlussarbeiten immer eine grosse Spanne bei den Bewertungen gibt, was kein Urteil zur vorliegenden Arbeit darstellen soll. Wenn bei mir z.B. eine sehr gute Arbeit eingereicht wird, ermutige ich üblicherweise dazu, diese auch separat zu publizieren, aber sonst wird man im Leben meistens nicht mehr gefragt, was man so in seiner Masterarbeit geschrieben hat... zumindest nicht, wenn man in der Academia bleibt.
Beste Grüsse
Period.






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