Zitat Zitat von oxcart Beitrag anzeigen
Ich meine damit nicht die Abwesenheit höherer Gedanken, eher die Nichtidentifikation damit bzw. die Kultivierung einer davon unabhängigen Perspektive. Angenommen das ist so überhaupt möglich.
Da können IMO praktische "Erfahrungen" mehr helfen, als bloßes darüber Nachdenken oder das Lesen von irgendwelchen Geschichten.
Mit Erfahrungen meine ich durchaus Erfahrungen durch Übungen, die die gleiche Welt in einem anderen Licht erscheinen lassen.

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Wahrscheinlich braucht es den Mangel als Kontrast, um manche Dinge richtig wertzuschätzen, was dann so mancher Idealvorstellung widerstrebt
War das nicht der Ansatz von Epikur?
Ja, ich habe für mich festgestellt, dass Einkaufen wieder langweiliger geworden ist, nachdem es fast alles wieder leicht verfügbar gibt.


Zitat Zitat von oxcart Beitrag anzeigen
So ungefähr, ich meine das nicht im soziopathischen Sinn.
Ich auch nicht, sondern eher im Sinne von "Sekundärleiden".
Ich meine, das war im Rahmen von Psychotherapie der Begriff für das Leiden an der Vorstellung, dass der eigene Zustand nicht normal sei oder doch anders sein solle.
Der Psychiater hat den Bierduscher zwar nicht zu einer Handlungsänderung bewegt, aber ihn von seiner kognitiven Dissonanz befreit.
Es gibt da den Spruch: "Schmerzen sind unvermeidlich, Leiden ist optional".
Ein spiritueller Materialist wird nun eventuell versuchen, durch Üben irgendwelche Superkräfte zu erlangen, die ihn von den Schmerzen befreien, unsterblich machen oder ihm das zu verschaffen, was er meint, was zu seinem Glück fehlt.
Ich glaube, Watzlawick nennt so was "mehr desselben" und Einstein wird das Zitat zugeschrieben:
"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind."
Dazu passt dann Dein Zitat von weiter vorne:

Zitat Zitat von oxcart Beitrag anzeigen
Alan Watts ist nur Pop-Philosophie, aber ich fand eine seiner Interpretationen bezüglich Zen interessant, wo wer meinte an sich wäre der Weg nur der Versuch Narren unter die Arme zu greifen und deren Torheit bis ins Absurde zu treiben, bis diese schliesslich weise werden würden. Das eigentliche Aha-Erlebnis ist dann wohl eher die Erkenntnis der eigenen Eselei und weniger das Erlangen dessen was man ursprünglich meinte zu suchen.