
Zitat von
Tantal
Dazu 2 Fragen von mir
1. Wo kommen die Anwendungen dann her, wenn nicht aus der Form?
Die Anwendungen kommen aus irgendeinem Technikkanon, der auch in der Form drin steckt und durchaus auf späteren Stufen der Entwicklung vermittelt wird, bzw. gekonnt werden soll.
Das sind aber - bei den Formen, die ich kenne - eher Bewegungsideen, als festgelegte 1 zu 1 Beziehungen.
So kann in der gleichen Formbewegung ein Schlag oder auch ein Wurf "entdeckt" bzw. geübt werden.
Und dann kann man die geübten Fähigkeiten eben auch in Bewegungen anwenden, die man so in der Form nicht findet.

Zitat von
Tantal
2. Warum sollte ich diese Sachen (Form ohne Anwendungswissen und Anwendungen) getrennt üben, wenn man auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann?
Kann IMO jeder halten, wie er will.
Allerdings ist es in vielen Bereichen menschlichen Lernens üblich, komplexere Dinge auf einfachere Ebene / Bestandteile runter zu brechen und das dann isoliert und konzentriert zu üben und insbesondere an "Anwendungen" mit steigendem Schwierigkeitsgrad.
Das Vermitteln von Formbewegungen wird nach meiner bescheidenen Erfahrung im Taiji auch unterschiedlich gehandhabt aus unterschiedlichen Gründen.
Irgendein Klassiker sagt ja ungefähr (aus der Erinnerung:
"Wenn Du übst, stelle Dir vor, von einer Schaar von Gegner umringt seist.
Wenn Du kämpfst, kämpfe so, als sein keiner außer Dir da."
Das deutet ja schon darauf hin, dass da durchaus auch Solotraining mit Anwendungsvorstellungen verbunden wird. Auf meine Nachfrage bei einem Lehrer, der einen anderen Ansatz vertrat, bekam ich die Antwort, dass
das für höhere Stufen gelte aber am Anfang die kämpferische Geisteshaltung, dem anfänglichen Übungsziel entgegensteht.
Es gibt ja auch den Begriff "In's Verlieren investieren", der auch in irgendeinem Video von Mizner interpretiert wird.