Zitat Zitat von Willi von der Heide Beitrag anzeigen
Gewalt in all ihren Erscheinungsformen gab es natürlich schon immer.
Das bezweifel ich doch stark. Ich bin der Meinung, dass es die Gewalt zum einen in allen Erscheinungsformen eben nicht schon immer gab und auch existieren Formen von Gewalt, welche bei manchen Völkern so nie stattgefunden haben.

Du schreibst in einem deiner letzten Kommentare von einer so anderen Sozialisation [Hierarchien (welche es auch in der deutschen Kultur gibt), Clanstrukturen (=Familienstrukturen, welche es auch in der deutschen Kultur gibt)] und berufst dich später auch noch auf die armen Kriegserlebnisse der Asylanten. Was du dabei völlig außer acht lässt, ist, dass die momentane indigene Bevölkerung der BRD selber direkte Nachfahren von Weltkriegsteilnehmern sind und es Kriege regelmäßig bereits seit der Antike in deutschen Landen gegeben hat. Auch haben die meisten diesen Krieg wirklich komplett miterlebt und oftmals auch aktiv daran teilgenommen; danach sogar noch sehr viel Leid in Kriegsgefangenschaft erlebt (Sklaverei?). Deine, in die BRD gereisten, Asylanten haben diese Erlebnisse aber nicht in diesem Format erlebt, da sie sich ja dazu entschieden haben vor der Gewalt dort zu fliehen und ihrem Vaterland den Rücken zu kehren, anstatt eine der streitenden Seiten zu unterstützen und nach dem Krieg das Vaterland wieder aufzubauen. Daher ziehen diese Punkte zumindest bei mir nicht.

Ich sage auch, dass es an einer anderen Sozialisation liegt, jedoch schaue ich nicht wie du, lediglich die momentanen Verhältnisse dort an, sondern erkenne, dass die verschiedenen Menschenvölker aufgrund einer völlig anderen Entwicklung (aufgrund der Umwelteinflüsse und Erlebnisse) eben verschieden sind; was man als eine Sozialisation auf langer Sicht verstehen könnte und sich auch in den Charakter der Menschen wiederspiegelt. Wie willst du z.B. das Volk der Turkmenen/Türken verstehen wenn du ihre Geschichte der letzten tausend Jahre dabei außer acht lässt? Die Turkmenen sind als Räubervolk in Byzanz eingefallen und haben sich mit Gewalt dieses Land angeeignet und immer weiter ausgebreitet; dabei hat man die Sklaverei praktiziert und es wurden Jahrhunderte lang Heiden aus Europa und Afrika dafür eingefangen. Ein ursprüngliches Nomaden- und Räubervolk aus der Steppe, welches nach größerer Landerwerbung sich eben nicht zu einem klassischen Agrarstaat entwickelt hat, sondern seine räuberischen Charakterzüge bis zum Ende des 1.Weltkrieges beibehalten hat. Du machst meiner Meinung nach einen großen Fehler wenn du solche Art von Menschen mit z.B. Nachkommen eines klassischen Agrarvolkes vergleichst, wo der Ackerbau und die Viehzucht bereits in der Steinzeit bekannt waren. Da treffen einfach verschiedene Charaktere aufeinander, aufgrund verschiedener Evolution.

"Gewalt in all ihren Erscheinungsformen gab es natürlich schon immer"

Aber wie verfuhren die verschiedenen Völker denn im Durchschnitt? Auch da lehrt die Geschichte, dass es eben verschieden war. Bei den Juden z.B. war es Gottes Gesetz, dass man Ehebrecher und Götzenanbeter steinigt, während bei dem germanischen Stamm der Goten (die Goten wurden ja ausgerottet), Ehebrecher mit Peitschenhieben aus dem Dorf verbannt wurden und das "Götzenanbeten" nicht vorhanden war; es war erlaubt diesen oder jenen "Gott" (Ahnen) anzubeten.

Auch bei den Arabern waren bis in die Neuzeit Sklavenjagden gängige Praxis (Die Deutschen hatten ja sogar einmal einen Kurzkrieg mit den Arabern in einer ihrer Ostafrikakolonien, da die Araber regelmäßig für ihre Sklavenjagden dort einfielen und die Negros sich unter den Schutz der Deutschen stellten). (Teilweise existieren noch heute Gesellschaften auf der arabischen Halbinsel, wo die Sklaverei praktiziert wird), während es andere Völker gibt, wo sowas wie Sklaverei nie existierte.

Denk mal drüber nach...