Zitat aus dem Link:

Bei einem solchen Einsatz fiel ihm erstmals auf, dass mit ihm etwas nicht stimmt: „Als ich im ersten Stock angekommen war, war ich so außer Puste, dass ich mich erst mal neben den Patienten setzen musste.“

Wenige Tage später dann die Situation vor einer Routineuntersuchung im Wartezimmer eines Hautarztes: „Ich habe keine Luft bekommen, hatte Druck auf der Brust.“ Ein bedrohliches Gefühl. „Ich habe mir die Maske runtergerissen, das war völlig absurd.“ Dann kam das dritte Erlebnis dieser Art und die Erkenntnis, dass er etwas unternehmen muss: „Ich saß vor dem Fernseher, der Film war nicht besonders aufregend und die Pulsuhr an meinem Handgelenk zeigte 120 Schläge pro Minute.“ Doppelt so viel wie normal. „Das kannte ich so nicht.“
Er braucht eine Pulsuhr, um zu merken, dass sein Puls sehr hoch ist, während er gemütlich auf der Couch sitzt?

Wenn er nach einem Stockwerk Treppensteigen völlig ausser Atem ist, ist das für ihn zu Zeiten von Corona noch KEIN Warnzeichen, das sofort ernst zu nehmen ist?

Das klingt nach einem, der völlig kein Körpergefühl hat. und nach einem, der seine Urteilskraft an Maschinen (zB Pulsuhr) auslagert, weil er offenbar die direkte Erfahrung des eigenen Befindens nicht hoch genug schätzt, um diese in Entscheidungen betreffend der eigenen Gesundheit angememessen zu berücksichtigen.

Und er ist froh, dass die Expertise an der Uniklinik ihn vor Schlimmerem bewahrt hat. „Es wäre fatal gewesen, wenn ich weiter trainiert hätte.“
nochmals dasselbe Thema: Atemnot zu haben hätte ihn selbst nicht daran gehindert, weiter zu trainieren - er brauchte schon eine Uniklinik, die ihm das Naheliegene sagt.

Das finde ich schon sehr irritierend - nicht nur in diesem Fall, ich beobachte das als allgemeine Tendenz - wie sehr sich in den letzten Jahren medizinische Massnahmen vom subjektiven Befinden abgekoppelt haben. als ob die zwei Dinge gar nicht miteinander zu tun hätten.