1. Das ist nicht richtig. Natürlich war es abängig von der jeweiligen historischen Situation, aber in aller Regel hatte die Mehrzahl der Eintritte hatte ökonomische oder soziale Gründe.
2. Das gemeinschaftlich Leben in den Klöstern war ganz ausdrücklich nicht darauf ausgerichtet, individuelle Bedürfnisse zu erfüllen und ebensowenig darauf, ein Gefühl von "Zuhause" in diese Wohnsituation zu erzeugen. Sondern es ging eben gerade darum, die Vorläufigkeit dieser Welt und mithin auch dieser Wohnsituation leibhaft zu vermitteln.
3. Das Gesellschaftsverständnis, das sich im klösterlichen Leben ausgedrückt hat, war definitiv nicht das, was Alexander in seiner Architektur ausdrücken und erschaffen wollte ...
4. Ich habe selber, wie oben schon gesagt, während des Studiums einige Zeit in einer spirituellen Gemeinschaft gelebt. Nicht-zölibatär, offen, an den Individualbedürfnissen orientiert. Scheinbar optimal. Für mich als jungen Menschen war das sehr, sehr gut. Dieses gemeinschaftliche Leben gehört zu den glücklichsten Zeiten meines Lebens. Heute möchte ich ausdrücklich nicht mehr so leben. Heute habe ich mich selbst in einer Weise, die gerade aus der Abgrenzung ihr Glück zieht.
Mit Ritterburgen kenne ich mich nicht aus. Mit Höfen schon. Und gerade letzte Woche habe ich mich mit meiner Mutter darüber unterhalten, daß sie es als Kind noch erlebt hat, das Knechte und Mägde auf dem Hof waren. Sie fühlte sich - völlig unnötigerweise - bemüßigt, sich vor mir für diese Art der Lebens-, Wohn- und Arbeitsgemeinschaft zu entschuldigen. Es wäre halt damals so gewesen ...Auf Bauernhöfen lebten Mägde und Knechte. in Ritterburgen sowieso.
... auch diese Gemeinschaft war nicht freiwillig gewählt. Und auch diese Art des gemeinsamen Wohnens hat ganz sicher keinen hohen Wohlfühlfaktor gehabt. Wie sagt meine Mutter: Immerhin durften die Knechte und Mägde bei uns sogar ins Haus, durften am Sonntag mit am Tisch essen und mußten nicht im Stall schlafen (es gab bei uns, anders als offenbar auf vielen Höfen in der Nachbarschaft einen "Knechteschuppen". Der hieß noch so, als ich klein war.)
Auch da bin ich nicht sicher, ob dieses Wohnmodell dem entspricht, was Alexander im Sinn hatte. Oder dem, was dir vorschwebt ...
Ja. Taten sie. Gerne auch mal ohne eigenes Bett sondern mit Schlafstatt auf dem Fußboden und auch ansonsten in einer nicht so besonders privilegierten Wohnsituation ...Im Handwerk lebten Lehrlinge beim Lehrmeister.





Mit Zitat antworten