Gegenfrage: was genau verstehst Du unter Tanto? Die "American tanto" variante mit gerade in einem ca. 50° Winkel "abgeschnittener" Spitze? Die findet man so bei praktisch keinem historischen Exemplar, die haben praktisch alle eine zum Rücken hochgezogene Schneide (straight back oder trailing point). Das wiederum führt dazu, dass die volle Rückenstärke über fast die ganze Klingenlänge erhalten bleibt, was wiederum eine sehr stabile Spitze und maximale Schneidenlänge auf die Klingenlänge produziert. Die moderne Variante ist ein reines Kunstprodukt. Allenfalls kann man zu ihren Gunsten anführen, dass dadurch eine scharfe Ecke entsteht, die einen ähnlichen Effekt im Schnitt produzieren kann wie ein Sheepsfoot, aber stabiler ist. Nachschärfen ist ggf. etwas leichter, weil man die Kurve vermeidet. Ach ja, und wenn der letzte Abschnitt scharf genug ist, kann man ihn wie ein Stemmeisen verwenden (was aber auch mit den traditionellen Formen möglich ist). Als Stichwaffe ist das Design aber suboptimal.
"Schmerzen beim Gegner" war und ist nie ein Argument für das Design von Klingenwaffen (im Gegensatz etwa zu die Heilung verzögernden Wundkanälen, wie beim smallsword oder Dreikant-Bajonett). Wenn man Zeit hat, sich im Kampf darüber Sorgen zu machen, macht man irgendwas falsch.






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