Das Problem, das du beschreibst, haben ja viele „alte“ Kampfkünste. Ich halte es jedoch für sehr viel vielschichtiger als du es hier betrachtest.
Was ist denn für dich „Kampfkraft“? Waffenlos, im Ring?
Dafür sind die allermeisten „alten“ Systeme nicht gemacht worden. Ihre Basis ist der Waffenkampf und ihr Ziel das Überleben in einer ziemlich gefährlichen Zeit. Wer hat was und warum entwickelt und wofür wurde es genutzt?
Des Weiteren nimmst du an dass das, was du weitläufig als den jeweiligen Stil wahrnimmst, auch die Essenz dieses Stils enthält. Ist das denn so?
Das steht in engen Kontext mit dem Punkt „Warum wurden diese Systeme erschaffe, und für wen“.
Ende des 19. Jhd./Anfang des 20. Jhd. fand ein massiver Umbruch in den chinesischen und japanischen Stilen statt. Moderne Waffen etablierten sich und die Gesellschaft wurde massiv umstrukturiert. Das hatte natürlich auch einen Einfluss darauf wofür „Kampfkunst“ genutzt werden sollte und was ihr Inhalt war.
Früher brauchte man KK im Militär, Milizen, der Polizei (Yamen) und dem kriminellen Milieu. Da gab es schon immer Überschneidungen. Durch o.g. Umbrüche wurde der Stellenwert von körperlichen Skills jedoch massiv eingeschränkt. Mit Schusswaffen ändert sich halt alles.
Zunächst wurden die KK dann benutzt um große Mengen an Leuten militärischen Drill beizubringen (Stärkung des Volkskörpers, Disziplin in den Einheiten etc.) aber der eigentliche Inhalt an Skills blieb da auf der Strecke.
Später dann entdeckte man dass man mit den KK gutes Geld verdienen konnte, da Ausländer durch Bruce Lee und Samurairomantik bereit waren viel Geld zu zahlen. Dafür brauchte man jedoch ein Programm was die Langnasen gut beschäftigt, denn dann kommen sie immer wieder und lassen die Devisen da.
Im Rahmen all dieser Entwicklung gab es einige wenige Kreise in denen die „alte“ Kampfkunst mit ihren, auf PRINZIPIEN beruhenden Inhalten, erhalten blieb. Die nutzten Formen um Prinzipien zu vermitteln und ggf. noch als Notizbuch um bestimmte Anwendungen nicht zu vergessen.
Der Großteil der Leute hatte „KK“ jedoch schon verwässert, durch die Änderungen, gelernt und hat keine Ahnung von dem eigentlichen Kern.
Diese Leute waren (oder sind) jedoch auch gute Geschäftsleute und vermarkten ihren Kram.
Jetzt ist es ja so dass das als „Stil“ gilt, was die Leute sehen und hören. Die „Marktschreierlehrer“ sind natürlich sehr viel präsenter und haben mehr Schüler als irgendwelche Leute die sich nicht darum kümmern wie viele Leute sie unterrichten, so lange sie eine kleine Gruppe um sich haben in der sie trainieren können. Da ist i.d.R. kein Interesse für Wettkämpfe etc. zu trainieren, zumal auch heute noch KK in China (und auch Japan) einen Ruf haben, den man lieber nicht haben möchte wenn man beruflich Karriere machen will und Geld verdienen möchte (was ja DER wichtige Punkt in diesen Gesellschaften ist).
Wenn dich als TE wirklich WC interessiert, dann such Dir einen Lehrer der nach alten Prinzipien unterrichtet und der dich im FREIEN Sparring mühelos KONTROLLIERT (denn das ist das Qualitätskriterium). Es gibt solche Leute. Für‘s WC kann ich keine Namen nennen, da ich mich in der Szene nicht auskenne, aber ich bin mir 100%ig sicher dass es diese Leute gibt (da können aber andere mehr zu sagen).
Das bedeutet aber auch, dass du versuchen musst das, was du meinst zu glauben, wieder aufgeben musst und neue Dinge lernen musst.






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