Bevor Ihr euch hier weiter in ausländerfeindliche Theorien über "Messerstecherkulturen" verstrickt:
Da hatte gerade jemand einen Thread aufgemacht, weil er offensichtlich Messer als "Selbstverteidigungswaffe" tragen möchte und findet, dass der Staat ihn als "Selbstverteidiger" benachteiligt, weil er ja nur Messer tragen darf, die als Waffe ungeeignet sind.

Warum ich das jetzt schreibe?

Weil auch diese Denkweise, dass man Messer vorsätzlich als Waffe tragen und nutzen möchte, ein kulturelles Problem darstellt.

Messer als Waffe zu tragen, auch wenn man sich als der "Gute" einschätzt, der es dann nur in Notwehr einsetzen möchte, ist nämlich auch schon der falsche kulturelle Umgang mit Messern, der in Deutschland und vom deutschen Gesetzgeber überhaupt nicht akzeptiert wird.

Und jetzt mal zu der Verklärung:

Ist "Messerkriminalität" tatächlich ein Problem einer ausländischen Minderheit in Deutschland?

Hmm. Also hier in Berlin ist eine Straße nach Silvio Meier benannt. Der wurde 1992 von sehr deutschen Neonazis niedergestochen.

Messerkriminalität zieht sich ja eigentlich auch in Deutschland durch alle möglichen kriminellen Milieus, egal ob Drogendealer, Rotlicht-Fuzzis, Rockerbanden, oder eben gewaltbereite religiöse oder politische Spinner. ( Messer sind eben schnell und billig verfügbar)

Dies Milieus sind eher multiethnisch und oft eigene verkorkste "Subkulturen" mit Gewaltbereitschaft und Menschenverachtung.

Bei Jugendlichen und Messern ist das auch nicht so, dass es neu wäre, dass sie Messer führen, die sie nicht mal besitzen sollten und damit rumprollen.
Ich meine, als ich in Ende der 1980er/1990er in Berlin in der Schule war, musste unser Klassenlehrer sogar mal in Sozialkunde eine Diskussion einschieben, weil an unserer Schule immer wieder mal Schüler mit Messern, CS-Gas und Schreckschusspistolen erwischt wurden.

Als ich gerade im Sicherheitsbereich anfing so ca 2001/2002, habe ich für befreundete Musiker und eine Veranstaltungstechnikerin bei den Einlasskontrollen für Club-Konzerte ausgeholfen und musste Jugendlichen unter 18 erklären, dass sie mit ihrem Messer nicht reinkommen und dass es ins "Bekommst du nicht zurück"-Glas wandert, wenn sie reinwollen. (Das "Bekommst du nicht zurück"-Glas war eigentlich eine Notlösung, um verbotene Gegenstände wie Balisong- und Springmesser später von der Polizei abholen zu lassen, ohne jemanden in die Pfanne zu hauen. Rechtlich eine Grauzone, weil man verbotene Gegenstände eigentlich sofort loswerden muss, aber die Polizei hatte das "Sammeln und abgeben" akzeptiert)

Mag sein, dass es aktuell vielleicht mehr Messerstechereien gibt als früher. Mag sein, dass so einige dieser Messerstechereien vielleicht in bestimmten Milieus stattfinden, in denen Menschen ausländischer Herkunft stärker vertreten sind.

Oder Messerstechereien sind auch einfach nur stärker in den Fokus gerückt, weil es einige "öffentlichkeitswirksame" Tragödien gab, wie beispielsweise die Taten, die wohl eher Amokläufe von Menschen mit psychischen Störungen waren?

https://www.br.de/nachrichten/wissen...ssagen,Tpva7EK