das ist m.e., wie mit der henne und dem ei.
die subkultur gibt heimat, die gangsta produziert, die ihre subkultur pflegen und verbreiten, die wieder leuten "heimat" bietet, die auf gangsta machen und es dann faktisch werden usw. im grunde geht es da auch um "lokalismus" (mein viertel/zu hause - dein viertel/zu hause) und um geradezu firmenähnlichen strukturen, die geld und macht generieren. gibt da auch dokus zu, wie solche gangs funktionieren: das hat wirklich was von moderner "firmenstruktur", mit management und allem drum und dran. die musik ist marketing, die neue kunden und mitarbeiter ködert und über die gemeinsamen kulturellen symbole bei den mitglieddern die gang-identität manifestiert und stärkt.
jeder mensch hat aber vorher schon so sein zugehörigkeitsgefühl zu "gleichen". dann ist es nur natürlich, das man sich an der gang orientiert, die aus dem gleichen viertel kommt. die gehttoähnlichen "problemviertel" haben aus den bekannten gründen nun mal eine gewisse bevölkerungsstruktur. dementsprechend dann auch die ethnische zusammensetzung der gangs: manche multi, manche nahezu einheitlich, manche sogar "ur-britisch" (wobei da eher die hooligan subkultur dominieren dürfte, HipHop ist denen oft, aber auch nicht immer, zu "black")... kommt halt aufs "problemviertel" an.
"herkünfte" sind erkennbar und haben was damit zu tun, wie man wo mit wem aufwächst (zb. in diesen vierteln), aber nicht die ursache des problems.
und dann gibt es ja die weltweite tendenz: ich will alles und zwar sofort. mir steht das zu, ich lass mir gar nix sagen (bzw. ich hab auch was zu sagen) und: ich binder größte und das maß aller dinge. das ist ne narzismus-pandemie - überall, bei allen und auf allen ebenen des lebens.
so was, wie bescheidenheit und understatement wird ja regelrecht als schwäche ausgelegt. man sagt ja schon kindergartenkindern, sie können sein, wer und was sie wollen, sollen sich durchsetzen und seien "die besten", die sich von anderen "nichts einreden" lassen sollen. und immer schön die ellenbogen nutzen, sonst kommt man nicht weiter. das sind die REALEN werte/normen/handlungsleitlinien, die hier und sonstwo zählen. ich, ich, ich. macht/einfluss, reichtum, "erlebnisorientierte" freizeitgestaltung mit möglichst großen gefühlen (adrenalinrush). und wenn man dann zum präkariat gehört, das in der herrschenden wirtschaftsform keinen platz mehr hat (nur noch hochqualifizierte jobs oder aber hungerlohntätigkeiten)... wie holt man sich das, was einem doch angeblich zusteht...? die subkultur macht dich dann jedenfalls zu einem, der was wert ist und der (in ihr) seine ziele erreichen kann.
"unsere werte"... ich lach mich tot. realität und vorgeschobener anspruch liegen da doch meilenweit auseinander. (auf die verlogene wertediskussion mit ihrer scheinheiligkeit reagiere ich allergisch. da krieg ich ausschlag von.)






