Den "Serrada Stil" kenne ich zwar nicht näher, aber es hat mich jetzt nicht überrascht, dass ein Stil, mit diesem Namen das Serrada- Konzept auf, eine den Serradasystemen typische Weise trainiert. Es klingt vielleicht jetzt etwas provokativ, wie ich das schreibe, aber mir ist zu beginn der intellektuelle Einstieg in die FMA sehr schwer gefallen: vieles ist nicht so strukturiert, man muss sich Informationen, wie in einem Puzzel zusammensuchen und zum Teil gibt es halt auch noch Mythen oder ältere (und sogar neuere) Falschinformationen. Vieles wäre einfacher, wenn es einen gut strukturierten Überblick gäbe; manche Übersichtswerke sind nicht schlecht, aber die Informationen sind so oberflächlich, dass man keine gute Vorstellung von den Verschiedenen Systemen entwickeln kann.
Deine Suche nach "Direktheit" kann ich vestehen; "Pang Dalaga" "für die (zuschauenden) Mädchen" sagt man zu den blumigen Bewegungen. Einige Systeme befolgen nicht nur dieses Prinzip der Direktheit (die wenigsten Bewegungen im KI haben beispielsweise mehr als ein Tempo), sondern erklären auch, wann dieses gilt (situationsabhängig) und wann anderes, indirektes Arbeiten (Enganyo, elyptische Bewegungen) adäquat sind; ein gutes Verständnis von Distanz und ein differenziertes Verständnis der Waffengattung sind auch Faktoren nach welchen ich empfehlen würde Ausschau zu halten, wenn Du Dich umschaust.
Das Serrada Prinzip an sich (die Trainingsweise, welche Du beschreibst sagt mir auch nicht zu) ist - meiner bescheidenen Meinung eines der Grundprinzipien, dass die meisten FMA verbindet: Das Herz des Hahns, das von der rassiermesserscharfen Klinge des Gegners durchbohrt wurde (im, auf den Philis allgegenwärtigen Hahnenkampf) schlägt noch einige Sekunden weiter und das Tier bleibt tödlich; erst das abgetrennte Glied neutralisiert die Gefahr.
Die Dog Brothers sind sicher zu empfehlen; allerdings würde ich diese halt nicht zu den FMA zählen (das Tüpflesch... erlaube ich mir jetzt mal, weil ich in der Schweiz lebe). Es gibt viele andere Perlen unter den FMA. In Europa ist es mit dem Überblick noch zusätzlich schwer, weil wenige direkt verraten, was sie konkret machen und oft wird vieles gleichzeitig bedient (SV, Sport, Tradition, geselliges Zusammensein, Kunst ...) und Systeme werden sowieso gemischt. Auf den Philis ist das manchmal auch so, aber viel sind auch ganz konkret und da wird einem zum Teil halt auch offen und ehrlich von den Linienhaltern gesagt, dass ihre Systeme jetzt einfach mit absicht nicht "gefährlich" ist, damit sie auch Jugendliche im Breitensport trainieren können und damit es keine Verletzungen gibt usw. der Stolz liegt da wo anders; ein Backwardengeneering mutet mich dann persönlich etwas komisch an, aber jedem seine Freiheit, wenn man ehrlich damit ist, was man macht und wo es her kommt und was überlieferte- und was eigene Gedanken, Ideen und Interpretationen sind.
Ok, habe jetzt ziemlich viel geschrieben, sorry; meine Empfehlung ist möglichst viel anzuschauen in den FMA und sich nicht von vorgefassten Meinungen (dass es diesem oder jenem ähneln sollte) einengen lassen. Es gibt beispielsweise Systeme, welche nicht auf eine Distanz spezialisiert sind, sondern alle Distanzen harmonisch abbilden, aber trotzdem sehr sehr gutes Corto- Game haben.





) "direkteres" in den FMA anschauen würde. Hierbei kommt mir als Beispiel dann ETF in den Kopf, sprich weniger schnörkellos und "direkter on point" anstatt diverse Stocktwirls nach erfolgtem Angriff und Konter auf den gegnerischen Arm fliegen zu lassen.
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