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@Amasbaal: auf welche Waffen beziehst Du denn ...
ich hab da wieder an das angeknüpft, was ich zu der frage geschrieben habe, was wir denn so machen würden und in welcher "tradition" das stehe.

messer ist da bei mir natürlich das hauptthema.

sparring ist für mich die übung für die "phase" eines kampfes, in der beide die distanz dafür wieder oder schon zu beginn haben und nun aus dem largo heraus messer gegen messer (oder schwert gegen schwert) gekämpft wird.
weapon retention und taktisch sinnvolle methoden des quick draw (damit man eben möglichst nicht behindert werden kann, die eigene waffe parat zu haben) gehören genau genommen zusammen. wenn man kein formal vereinbartes duell ausfechtet, ist das problem des beim ziehen behindert werden (davor, dabei oder unmittelbar danach, bevor man in position ist) m.e. zentral: zwei bewaffnete geraten in streit, der eine (ein beispiel), macht "das dreieck" (hand an hüfte, dadurch muss der ellenbogen etwas angehoben sein... es entsteht, bei zug von der gleichen seite, auf der auch die waffenhand ist, ein mehr oder weniger großes und deutliches dreieck zwischen hand, ellenbogengelenk und schulter mit der seite des oberkörpers als basis). spätestens dann muss gehandelt werden und eine "grappling" aktion erfolgen, die das ziehen behindert und dir selbst eine zeitlücke zum eigenen ziehen ermöglicht. es von vorneherein schwer machen, dass der andere das gleiche auch bei einem selber machen kann oder den versuch von vorneherein zu neutralisieren, gehört dann auch dazu. oft ist die waffe gerade eben gezogen und noch nicht wirklich ready, wenn die behinderung kommt. oft endet das also vorläufig darin, dass einer zb. die waffenhand gegriffen hat und dann attackiert, was abgewehrt werden muss, weil man rauswinkeln mit grifflösung nicht hinbekommt und man muss halt selbst sofort (gegen)attackieren. in bestimmten konstellationen kann dies dann wieder in stalemate situationen enden... also gehören quick draw, weapon retention und stalemate (inklusive hand/waffenbefreiung daraus) für die trainingsplanung/-methodik zusammen, ist diese phase (evtl.ganz ohne solche probleme, denn beide können "den moment" ja erkannt haben und gehen beide zurück und ziehen dann ungehindert), DANN haben wir das duell, für das ich das sparring brauche. die andere möglichkeit wäre natürlich, dass einer den anderen völlig überrascht (wofür die eigenen gekonnten quick draw techniken von enormen wert sind). dann kommt es zu keinem duell im eigentlichen sinne, falls die dominanz beibehalten werden kann und der andere total überwältigt wird.

ich denke, das gilt für messer und schwert gleichermaßen.

für mitleser: stalemate ist die situation, in der ich die waffenhand des gegners und zugleich der gegner meine eigene waffenhand gepackt hat. kommt häufiger vor, als die meisten denken, wenn sie anfangen sich mit dem thema messer zu befassen.

ich gehe also durchaus davon aus, dass es duellartige situationen gibt, die trainiert werden müssen (dazu kommen schlachtfeldsituationen, in denen die formationen mit bereiter waffe aufeinander zu gehen oder laufen und ähnliches). deshalb ist und bleibt sparring wichtig. es bleibt auch wichtig für die dabei geschulten attribute, die man in jedem fall gebrauchen kann (distanz, timing, bewegung, position, reaktion blablabla)