... nächste Woche bin ich in der Provinz und werde (ausser es ist uninteressant) auch dort ein paar Klingen zeigen. Ich finde es halt auch deshalb interessant, weil ich selbst vor noch nicht all zu langer Zeit die philippinischen "Universalklingen" für Kampfklingen hielt, aber es gibt halt bedeutende Unterschiede und die Schmiedekunst hier ist, genau so wie die Kampfkunst doch viel differenzierter, als ich mir das noch vor nicht all zu langer Zeit vorgestllt hatte. Die traditionellen Klingenschmiede (Panday) fertigen die Klingen noch heute nach traditionellem Profil an, jedoch kann man die Kleinigkeiten mit dem Schmied besprechen wenn man etwas in Auftrag gibt. Eine Klinge gilt als authentisch, wenn sie aus der Region kommt, in welcher die jeweilige Klinge typisch ist und ein Schmied (meist sind dies auch Familienlinien) diese auf traditionelle Art anfertigt. Natürlich gibt es auch moderne Interpretationen oder Sonderanfertigungen, wenn man das möchte.
... bezüglich des Grundthemas dieses Threads: meine Meinung habe ich schon wieder einmal geändert und ich werde doch eher keine Zitate bringen; die wären zwar unverfälscht, aber sind halt auch kontextabhängig. Vielleicht kann man zumindest mit diesen beiden klassichen Zitaten wenig falsch machen: "alles ist situationsabhängig" & "eine Nuance macht einen Unterschied".
Ich antworte mal mit meiner persönlichen Meinung; so wie ich die Sachen auf meinem aktuellen Level übe und weitergebe:
"Flowdrills" sind meiner Meinung nach sehr wichtig, denn jede "logische Aktion" sollte ja spontan aus der Bewegung entstehen können. Obwohl das, was ich erreichen möchte eigentlich sehr streng und definiert ist, fange ich mit der ungehemmten Bewegung an, die natürlich zu Beginn grob und allgemein ist; es wird dann stetig feiner und differenzierter, aber der freie, ungehemmte Bewegungsfluss darf dabei nicht unterbrochen werden. Da ist so ein bischen auch die Idee dass man nicht weiss wann der Schüler angegriffen wird, und sollte das morgen passieren, dann sollte er schonmal eine Kleinigkeit können.
Auf eine rechte Trainingstradition kann ich leider nicht blicken: der Lehrer meiner Lehrer hatte noch Köpfe abgeschlagen und so, wie er es vermittelte wäre es für uns (auch für mich) inadäquat. Im Prinzip sieht das Training bei mir so aus:
Feste Abläufe spielen eine kleine Rolle und werden als "Grundform" zu beginn eines neuen Themas kurz geübt, bzw geben sie ganz am Anfang auch einen Überblick über das System.
Sparring ist zwar kontinuierlich mit dabei, ist aber nur ein ganz kleiner Teil und steht nicht im Zentrum.
Situationsabhängige Szenarien (klassich) Schwert wird in verschiedenen Positionen getragen oder gezogen; bzw das Ziehen wird verhindert - dabei aber ein äusserst kleiner Teil der Trainingszeit.
Ethos/Taktik: ein kleiner Bestandteil der eher in Form von Anekdoten unstrukturiert mitvermittelt wird. Der Kontext in dem ich in Europa trainiere ist einfach ein anderer als der, in welchem die Kunst entstanden ist. Ohne Wissen über diesen Kontext und die damit vergesellschafteten Konzepte jedoch ginge die Grundidee der Kunst verloren.
Freies Füttern (in Abfolge, Rhythmus und Störelementen) mit direkten Korrekturen und Anmerkungen ist die Haupttrainingszeit. Ich sehe es aber weniger spielerisch und bin da mitunter auch zwanghafter veranlagt, so dass meine Sichtweise wahrscheinlich nicht zu jedem Übungsparner passt. Wenn es sehr locker und flowig wird (wenn ich zum Beispeil mit jemand aus einem anderen System trainiere), dann lass ich halt mein eigenes "System" bei Seite und schwinge einfach ein bischen mit, damit jeder auf seine Kosten kommt.
Wie geschrieben ist die ungehemmte, spontane und natürlich adäquate Aktion/Reaktion und deren Qualität das Ziel; darüber hinaus sollte sich diese Fähigkeit "Dakip Diwa" dann mit verschiedenen Waffen, Waffengattungen und auch der leerer Hand ausdrücken lassen und sich wie aus einem Guss anfühlen.
... ich hoffe das Geschriebene macht ein wenig Sinn





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