
Zitat von
derKünstler
Hallo,
da möchte ich dagegenhalten, dass man WT in dieser Hinsicht nicht mit KS vergleichen kann, weil letztere per se in Gewichtsklassen eingeteilt sind. WT hat ja auch nicht den Anspruch, sich innerhalb einer fairen Vergleichsgruppe zu messen, sondern findet dem Sinn nach ausschließlich in unvorhersehbaren Extremsituationen Anwendung, auf die man sich nicht gezielt vorbereiten und deren Umstände man sich nicht aussuchen kann. Es ist ja kein allround survival System, in dem man auch auf Bäume klettern und über Mauern springen lernt, vom System her, oder auf ner Matte oder in einem Käfig.

So gut wie alle die bekannt geworden waren , daß sie sich auch ausserhalb eines Studios unkooperativ durchsetzten oder sich dem bewusst aussetzten UND WT trainierten , hatten ein sehr gute Physis. Warum Wohl ? Weil sie A) ihre Zeug so intensiv trainierten und B) Krafttraining nicht zu wenig mit drin hatten . Und warum DAS wohl ? Weil sie eben wussten , auch durch Erfahrung vor WT , daß eine starke Physis nunmal benötigt wird , wenn man sich in solches Terrain begibt. Egal was später dann per Werbung suggeriert wurde.
Es macht also überhaupt keinen Sinn ihre Physis von Ihrem WT zu trennen. Das wäre als würdest du nur das System betrachten und nicht die Art wie der Einzelne etwas trainiert . Und diese intensive Art ist nunmal auch mit ein grund FÜR ihre Physis. Falls jemand auf Genetig hinaus will, nunja , dann gilt dennoch das Gleiche auch für alle anderen Sportarten ... Mit besserer Physis kann man sich oft mehr technische Schwächen oder kleinere Repertoirs leisten
Und weil du auf Gewichtsklassen hinweist . Öhm , glaubst du das deine Chancen besser werden wenn du nur in Kategorie von einem "System" denkst und nicht gerade dort , wo es keine Limitierungen gibt , man also auf alles und jeden treffen kann, Physis und damit auch Kraft , ein nochmal sehr viel wichtigerer Part wird ? (wenn wir von unbewaffnet sprechen)
Also , was bitte genau ist denn da dein Punkt wo du "entgegen halten" möchtest?
In welchem außerhalb des "Wohlfühlramens" (was ich absurd finde, weil kein Kampf etwas zum Wohlfühlen ist), sollte WT denn sonst zum Einsatz kommen? Also welche SV- Situationen gäbe es denn, die unvermeidbar sind, in dessen Rahmen die Möglichkeiten von WT nicht passen? Und wenn ... ja, dann sind das eben die Grenzen eines solchen Systems.
Gerade noch argumentierst du mit , das es kein Allroundsystem ist , aber tust dich mit dem Begriff Wohlfühlrahmen schwer. Selbstverständlich hat WT sowohl was Distanzen angeht , als auch Ebenen und Strategien für die mehr Aufwand an Training investiert wird , einen abgesteckten Rahmen.. das ist dir doch alles selbst bekannt . Wozu also das veto?
Die probleme entstehen für viele , nach dem erstschlag , also dann wenn es darüber hinaus zu einem Schlagabtausch , einem Angriff, parieren , Konter Konstellation kommt , die Distanz nicht gehalten , und Vorwärtsdruck nicht aufrecht erhalten werden kann , Geradlinigkeit easy durch rund ausgekontert wird usw. Alles bekannt .
Wo genau soll denn da deine Frage sein?
Klar hat ein kampf keine Einschränkung . Weshalb wohl fangen Judokas an sich mit Schlagen ein wenig auseinander zu setzen und Boxer mit bissel Grappeln , wenn sie es auf unkooperativ ohne Regeln ummünzen wollen . ? jetzt bitte nicht wieder mit "Sport und regeln" ankommen. Eine KK , die nicht zum Boden geht , die bevorzugt in EINER Distanz arbeitet , unterwirft sich gewissermassen ebenfalls "Regeln" , denn so wird man sie dann auch trainieren und wie man trainiert , so kämpft man. Man , das ist doch nun so oft schon deutlich geworden . Und da fragst du nach dem Begriff Wohlfühlrahmen ?
Also erst fragst du nach dem Einsatzgebiet und dann sagst du lapidar , "ja , das sind dann halt die Grenzen" . Diese Grenzen sind doch genau teil dessen was ich Rahmen nenne. Und Einsatzgebiet ? Das ergibt sich schon aus der trainierten Vorgehensweise und ist auch so oft schon durchgekaut worden . Überfallcharakter mit stetem Vorwärtsdruck , trifft es nunmal ganz gut . Und DA komme wir zum Thema Physis zurück .
Keines der Mädels die , egal wie intensiv die trainiert haben , traue ich bei 50kg Körpergewicht zu einen ERNSTHAFTEN Druck aufzubauen , wenn die Kacke am Dampfen ist . Auch nicht der Natalie (ihr schon garnicht) , nicht den Mädels die bei uns , teilweise echt intensiv trainierten und ...egal . Und von den Jungs , da waren auch nicht so viele die mit geraden Fauststoss auf Zentrallinie echt Schaden bewirken konnten bis zur Knock out Fähigkeit. Dafür brauchte man nämlich wieder was ` genauuuu ! . Eine entsprechende Physis . Und nein, Kraft allein ist auch nicht ausreichend. Aber genau das war ja bei den "Kloppern" eben nicht . Sie alle hatten ihre Kraft mit Technik verbunden ...und ihr sagt nun , Pff , Physis , die denken wir uns mal weg.
Ich frag mal alle die hier die Physis , bei egal wo , rausnehmen wollen in der Betrachtung. Würdet ihr tatsächlich irgend einem System vertrauen , nur dem System ohne eine Physis die dieses System auch sinnvoll umsetzen kann? und falls ja, habt ihr jemals mal eure Haut in echt unkooperativ gewehrt und wart der Meinung (danach) ein System reicht da völlig ?
Wie kann man sowas auch nur gedanklich trennen wollen ? Das eine führt doch zu dem anderen .
Ansonsten sehe ich es als irrelevantes Kriterium an, ob man einen WTler unter Berücksichtigung der Physis als qualitativ gut ansieht. Entweder setzt er es so um, wie vermeintlich gedacht oder nicht. Erst im letzteren Fall wird die Physis wichtig, weil man dann trotz schlechtem WT (oder was auch immer) mehr Möglichkeiten hat, sich zu wehren. Aber auch dann nur, wenn Widersacher auch ähnlich schlecht sind.
Das hier halte ich für eine sehr naive Sicht. Es würde bedeuten du kämpfst , wenn es heftig wird , mit einem Stil. Dann meine Bitte an dich , bitte tu das nicht. Ganz dumme Idee.
Und was wenn er es technisch top umsetzt und die Wirkung ist ....NULL ? was dann ? Nein bitte. , es geht erstmal um waffenlos und um dort einigermassen wirkungsvoll arbeiten zu können , braucht man ein physisches Grundgerüst .
Witzigerweise sprichst du selbst von "vermeintlich" . Das ist doch Teil der Crux. So richtig weiss keiner wie es mal wirklich gedacht war , und trotzdem kommen Sätze mit gut und schlecht , obwohl keiner weiss was denn nun wirklich gut und schlecht ist , da alle etwas "vermeintliches" Üben . xd
Aber nehmen wir mal an , du sprichst bei qualitativ gut von technisch gut . Dann steht immer noch die gleiche frage. "genügt das in einer echten chaotischen Situation , wo es richtig heftig abgeht , um deine Haut zu wehren . Siehe die Mädels oben. In meinen Augen ein klares nein.
Nimm doch mal ein paar Athleten . Und nimm in Gedanken ihre Physis weg . Glaubst du allen Ernstes sie könnten die gleichen Leistungen bringen ? Ich denke , es ist klar. das geht nicht. Und auch wenn sie mit der Physis auf ihrem Peak ohne ihren KS anderen gefährlich werden könnten oder sich auch mit anderen Sportarten durchsetzen könnten , macht es überhaupt kein Sinn, es gedanklich trennen zu wollen.
Solche abstrusen Ideen kommen in meinen Augen echt nur in Kampfkünsten vor. Im Wettkampfsport ist der Zusammenhang zw.. Training und Physis , und Physis und Leistung völlig klar.
Geändert von Cam67 (28-05-2025 um 09:22 Uhr)
Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)