Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen

Irgendwo habe ich mal die Unterscheidung im Hinterkopf:

1.) Erst kämpfen, dann siegen.
2.) Erst siegen, dann kämpfen.
3.)Siegen ohne zu kämpfen.

Das würde ich so interpretieren:

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3.) Wenn der andere merkt, dass er keine Chance hat, dann kommt der Kampf nicht zustande.

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Da es hier in diesem Zusammenhang um den (oft nebulösen) Begriff der Selbstverteidigung geht: ich würde Option 3 viel weiter auffassen. Der "Sieg ohne Kampf" muss überhaupt nicht auf eine Erkennung von (vermuteter) Dominanz beruhen. Was auch bedeutet, dass die Möglichkeit von (vernichtender) Gewalt immer noch das Ausschlaggebende ist. Ein noch besserer und effektiverer Sieg ist, wenn z.B. eine Situation mit Androhung oder Möglichkeit von ernstzunehmender Gewalt damit endet, dass beide Parteien doch ins Gespräch kommen (ob oberflächlich oder sogar mit ein bisschen Tiefe) und dann mit einem gegenseitigen Gruß oder sogar Handschlag auseinander gehen. Etwas, was nicht hauptsächlich auf (unterschwelliger) Dominanz beruht, sondern mehr auf Respekt und Empathie. "Sieg" hier im Sinne von "Gewinnen", im Sinne von: Schliesslich hat niemand Gewalt ausgeübt, niemand ist zu Schaden gekommen, die Gefahr wurde nicht nur etwas weiter in die Zukunft verschoben, und die Welt wurde ein klein bisschen heller statt dunkler.

Natürlich ist es dabei auch gut, wenn man es versteht, sich notfalls ernsthaft zu verteidigen. Das spielt oft unterschwellig mit. Muss aber nicht das Wichtigste in einer Konflikt/Gefahrensituation sein.