Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
Bezüglich Danaher und Co. ging es mir nicht darum, wie gut sie im MMA sind. Es ging darum zu sagen, dass BJJ aus meiner Sicht quasi so gut wie komplett erschlossen (erforscht) ist, und dort erstmal keine weiteren bahnbrechenden Entwicklungen zu erwarten sind.
Das würde ich so nicht sagen - BJJ war in den letzten Jahrzehnten der vielleicht dynamischste Kampfsport, es kommen laufend neue guards und submissions in Mode. Wie einer meiner Trainer mal gesagt hat: das halfguard-Spiel eines bluebelts heute ist meistens besser als das von einem blackbelt 1990. Danaher war ein Teil dieses Prozesses. Und die Entwicklungen gehen weiter, es ist noch nichtmal klar, ob alle möglichen externen Einflüsse bereits ausgeschöpft sind. BJJ ist in vieler Hinsicht ja auch eine Mischung, das hauseigene takedown-Repertoire ist zu 99.9% aus anderen Stilen geklaut (eigentlich alles bis auf guard pulls kommt woanders her). Ein Schwarzgurt-Trainingspartner hat mal gemeint, modernes no-gi sehe immer mehr aus wie catch wrestling abzüglich des pins als kampfentscheidendes Element (aber inzwischen wieder mehr als taktische Position). Ich persönlich bin z.B. ein grosser Fan von Lyubo Kumbarov, der ein game propagiert, das massiv auf der Ostblock-Schule des Freistilringens aufbaut und dabei auf Lösungen gekommen ist, die ich so sonst noch nie gesehen habe (leg lace passing, cradle passing). Das sind durchaus Ansätze, die demnächst noch an MMA-Relevanz gewinnen könnten.
Aber: sie basieren eben auf dem Ringen, das aus meiner Sicht ohnehin das Bindeglied zwischen Stand und Boden darstellt. Und wenn man die Effizienz des Strikings vergrössern möchte, muss man sich m.E. intensiv mit dem Ringen auseinandersetzen. Denn die grosse Bedrohung für den Striker im MMA ist letztlich nicht die Bodenkontrolle - das ist nur der Sumpf, wo er nicht mehr rauskommt. Zuerst muss er mal drin landen, und da kommt das Ringen ins Spiel.