Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
Mit der Entwicklung im Ringen kenne ich mich nicht aus. Dazu kann ich nichts sagen. Aber das, was Du schreibst, ist interessant und einleuchtend.
Vielleicht ist das ja Teil des Problems - wenn man MMA wirklich von Grund auf neu analysieren möchte, kann man es sich aus meiner Sicht nicht leisten, über eine der Teildisziplinen nichts oder wenig zu wissen.

Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
Ich denke allerdings, dass es beim MMA und Grappling (Bodenkampf/BJJ) anders ist. Wenn man sich auf den entsprechenden Plattformen für Lehrvideos anschaut (so lässt sich das auch als Quelle überprüfen), was angeboten wird, dann ist es seit Jahren im Prinzip immer das Gleiche, nur mit etwas anderem Schwerpunkt. Jeder zeigt, seine spezielle Ausführung einer Technik mit einem etwas anderen Kniff oder etwas anderer Herangehensweise. Mehr aber nicht.

Wer sich alles von John Danaher, Gordon Ryan und Craig Jones reingezogen, verstanden und vielleicht mit ihnen trainiert hat (möglicherweise mit der gesamten Danaher Death Squad), kann am Boden nicht mehr viel Neues lernen, außer das, was er kann, besser machen (dass man nur aus Videos allein nicht lernen kann ohne praktisch gute Anleitung, sollte jedermann klar sein). Deren Ausbildungsprogramm ist seit Jahren ausgearbeitet. Da kommt nicht mehr viel Neues. Denn die Systematik ist ausdefiniert.
Naja, meines Wissens haben Danaher, Ryan und Jones alle selbst noch keinen herausragenden MMA-Grappler produziert. Stattdessen ist Jones mehrfach daran gescheitert, einen Kämpfer erfolgreich auf die kaukasische Ringschule einzustellen - gerade letztens wieder mit JDM, vorher mit Volk, somit sogar zweimal gegen Makhachev -, und Danaher einerseits herausragende Sportgrappler hervorgebracht, andererseits den einen oder anderen Coach, der hier erfolgreicher war (mir fällt da Firas Zahabi ein, der Trainer von GSP). Die letzteren Fälle sind hier relevanter. Zahabi zum Beispiel hat offensichtlich das MMA-Game auf einem anderen Level analysiert als Danaher, dessen Gedanken im reinen BJJ-NoGi-Universum zu kreisen scheinen. Die meisten dominierenden MMA-Grappler kommen aber nicht aus der Danaher-Schule. Das sollte man berücksichtigen, wenn man Urteile fällt wie

Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
So eine hohe Schule der Bewegung gibt es für das Striking nicht. Und der Grund ist, weil es keinen John Danaher für das MMA-Striking gibt. Es gibt hier und da Box- und Kick-/Thaiboxtrainer (auch Boxtrainer), die MMA-Striking mit unterrichten, aber eben auf Basis ihrer Kick-/Thaibox-Systematik, die aber von der gesamten Struktur dem Bodenkampf im Zweikampf unterlegen ist (wie schon weiter vorn hier im Thread geschrieben; der durchschnittliche Bodenkämpfer wird den sehr guten Kick-/Thaiboxer oder auch Boxer höchstwahrscheinlich in kurzer Zeit dominieren und zur Aufgabe zwingen.

Es hat schlicht und einfach noch kein kluger Kopf eine klare MMA-Striking Systematik gezeigt, die sich deutlich von Kick-/Thaiboxen durch die Hintertür unterscheidet. Vielleicht gibt es so etwas ja. Aber gesehen haben wir es noch nicht.
Danaher verwendet nämlich die Sportgrappling-Systematik, nicht die aus dem MMA. Auch seine Athleten zeichnen sich nicht durch herausragende takedowns oder bombensichere takedown-defense aus, auch wenn einige da besser sind als andere. Dazu kommt, dass manche von ihnen in diesen Bereichen andere Trainer hatten, z.B. Talgat Iliasov bei Craig Jones.