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Thema: Wing Chun funktioniert nicht

  1. #76
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    Zitat Zitat von LahotPeng Beitrag anzeigen
    Beim Versuch mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger zu schlagen, da dürfte jeder anatomisch unbegabte schnell feststellen, dass bei einer normal gewachsenen Hand (die nicht über Jahre durch falsches Schlagen geschunden wurde) diese Knöchel gar nicht alle auf einer "Höhe" sind. Sie bilden keine gemeinsame Fläche aus.

    Das meine ich nicht frecht, sondern einfach faktenbasiert.

    Das kann man im folgenden Röntgenbild auch gut sehen. Man kann eine Fläche aus Mittel-, Ring- und kleinem Finger bilden, oder eine aus Zeige- und Mittelfinger.

    Wenn man über die drei Knöchel mit dem Kleinenfinger im Bunde geht, dann erhöht man das Risiko für eine Boxerfraktur: https://www.doccheck.com/de/detail/p...aktur-roentgen

    Es gibt auch Wege das auf den Haken zu übertragen. Ich ree also nicht allein vom geraden Schlagen.

    Weiteres Argument: Die Druckverteilung auf eine kleinere Fläche geht mit einer exorbitant gesteigerten Durchschlagskraft einher (Physik). Es ist also nicht nur gesünder, sondern auch effektiver.
    Ok Faktenbasiert.

    - es ist korrekt das man bei harten geraden Oberflächen nicht wirklich mit allen 3 Knöcheln auftrifft . Zumindest nicht gleichzeitig (Die Faust verformt sich ja auch z.t. ) . Da braucht man kein Röntgenbild. Auch bei den erwähnten Liegestützen muss man ein wenig im Handgelenk "rollen" damit der Knöchel des Kleinfingers Kontakt zum Fussboden bekommt . Rollen will man aber nicht., denn Rollen wäre auch ein kleines Knicken im Handgelenk. Bei einer weicheren Matte sieht es schon wieder etwas anders aus.

    Real trifft man dann auf harten Oberflächen mit den Knöcheln von Mittel und Zeigefinger . Bei weicheren Oberflächen wie Körpertreffer , treffen alle 3 und wenn man genau hinschaut , dann sieht man das die komplette Faust eindringt , wie auch bei einer Boxmechanik ^^. Völlig normal . So wegen Trefferfläche und Physik und so . Auch am Sandsack trifft man nicht nur mit 2 knöchel auf und erst recht nicht wenn du dicke Handschuh anhast . Das Gewebe des Sandsacks , wie auch die Haut des Gegners strafft sich beim Einschlag und umschliesst am Ende die komplette Knöchellinie . Selbst bei härter gefüllten Ledersäcken ist die Unebenheit der Knöchellinie der letzten 3 knöchel nicht mehr von Belang. Soviel zur Physik.

    - Fakt ist, bei mir z.b. , das ich am lebenden Objekt VOR WT mir 2x die Hand gebrochen hatte , dann nicht mehr . Und während der WT Zeit noch 1x aber da eher aus Dummheit ^^ . (man kloppt halt auf allem rum ..) und ja es war immer der 5. Mittelhandknochen betroffen . Unabhängig einer speziellen Schlagmechanik

    - ich spreche bei der Trefferfläche auch nicht von nur geraden oder nur vertikalen Schlägen . Der Handrücken bleibt einfach immer in Verlängerung des Unterarms und die Faustposition selbst , ob horizontal oder Vertikal richtet sich allein nach der Höhe des Ellenbogens . Also je höher der Ellenbogen kommt desto mehr geht die Faust in 45° Stellung bis hin zu horizontal und bei Uppercut ist sie sogar revers . Trefferfläche bleibt immer gleich .

    - Durch Trefferfläche mit Knöchel von Mittel und Ringfinger muss ich nicht , wie bei Fire Fleas Video das Handgelenk leicht abknicken , um auf den 2. und 3. Finger zu kommen , sondern nutze einfach die erwähnte stabile Verlängerung des Unterarms zum Handrücken und die Faust kann immer leicht geöffnet bleiben . Sie verschliesst sich selbst beim Auftreffen. Damit baue ich weniger Spannungen im Unterarm auf und kann so schneller und flexibler damit rotieren . Viele Bewegungen werden nunmal über Zeige oder Kleinfinger (je nach Rotation ) eingeleitet.

    - hier spreche ich ausschließlich von trainieren , schlagen , Anwenden ohne Bandagen , ohne Handschuh . Nur zur Sicherheit .
    Geändert von Cam67 (03-03-2025 um 23:31 Uhr)
    Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)

  2. #77
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    Zitat Zitat von FireFlea Beitrag anzeigen
    Würde ich schon sagen. Bei Pratzen trainiere ich ab und an auch mal mit den anderen Knöcheln aber versuche generell, mit Zeige- und Mittelfinger zu treffen. Ein tsuki ist aber bei mir generell selten in voller Länge, ich habe mir den Kyokushin tsuki angewöhnt (weil ich auch meine Basis in einem Tochterstil habe) mit hängendem Ellbogen und "geknickter" Faust. Hier ab Sekunde 10 die ersten Sekunden danach sieht man es bei Mas Oyama.




    Edit, so:

    http://fightingarts.com/content01/gr...wer_punch4.jpg

    stammt aus dem Artikel:

    http://fightingarts.com/reading/article.php?id=166
    Da der Thread noch nicht sooo alt ist und ich gerade noch ein Video dazu gefunden habe:


  3. #78
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    Hier ist ja eigentlich nur *ing *ung. Daher nur kurz, da es auch mit meinen Ausflügen in die CMA zusammenpasst. Imho ist auch im Karate eine gesunkene Schulter und damit einhergehend ein nach unten "fallender" Ellenbogen für einen korrekten Stoß wichtig. Das ist sehr ähnlich in der Theorie. Dafür muss ich den Stoß aber nicht künstlich verkürzen, sondern der Ellenbogen "hängt" so tief, wie es für die Länge in der Ausführung der Technik erforderlich ist. Das bedeutet umgekehrt auch, dass er nicht künstlich (aus der Schulter) angehoben wird.

    Ich denke, das ist ein allgemeines Prinzip, wobei die Schlagmechanik dahinter wieder komplett unterschiedlich sein mag.
    „Grau teurer Freund, ist alle Theorie. Und grün des Lebens goldner Baum.“

  4. #79
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    Zitat Zitat von Katamaus Beitrag anzeigen
    Hier ist ja eigentlich nur *ing *ung. Daher nur kurz, da es auch mit meinen Ausflügen in die CMA zusammenpasst. Imho ist auch im Karate eine gesunkene Schulter und damit einhergehend ein nach unten "fallender" Ellenbogen für einen korrekten Stoß wichtig. Das ist sehr ähnlich in der Theorie. Dafür muss ich den Stoß aber nicht künstlich verkürzen, sondern der Ellenbogen "hängt" so tief, wie es für die Länge in der Ausführung der Technik erforderlich ist. Das bedeutet umgekehrt auch, dass er nicht künstlich (aus der Schulter) angehoben wird.

    Ich denke, das ist ein allgemeines Prinzip, wobei die Schlagmechanik dahinter wieder komplett unterschiedlich sein mag.


    Sehe gerade der Link zum Artikel oben geht nicht mehr, hier der aktuelle:

    https://fightingarts.com/a-simple-le...in-your-punch/

  5. #80
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    Zitat Zitat von Katamaus Beitrag anzeigen
    Hier ist ja eigentlich nur *ing *ung. Daher nur kurz, da es auch mit meinen Ausflügen in die CMA zusammenpasst. Imho ist auch im Karate eine gesunkene Schulter und damit einhergehend ein nach unten "fallender" Ellenbogen für einen korrekten Stoß wichtig. Das ist sehr ähnlich in der Theorie. Dafür muss ich den Stoß aber nicht künstlich verkürzen, sondern der Ellenbogen "hängt" so tief, wie es für die Länge in der Ausführung der Technik erforderlich ist. Das bedeutet umgekehrt auch, dass er nicht künstlich (aus der Schulter) angehoben wird.

    Ich denke, das ist ein allgemeines Prinzip, wobei die Schlagmechanik dahinter wieder komplett unterschiedlich sein mag.
    Es gibt keine diversen Schlagmechaniken. Natürlich ist jeder Körper etwas unterschiedlich proportioniert, doch das Nervensystem und die Biomechanik ist genetisch festgelegt. Klar braucht es viel Übung, gegen seine eigene angeborene Biomechanik anzutrainieren.
    Daher Respekt für jeden, der jahrzehntelang dagegen übt. Das muss man erst mal bringen.
    Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.

  6. #81
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    Zitat Zitat von derKünstler Beitrag anzeigen
    Es gibt keine diversen Schlagmechaniken. Natürlich ist jeder Körper etwas unterschiedlich proportioniert, doch das Nervensystem und die Biomechanik ist genetisch festgelegt.
    Unterschiedliche Schlagmechaniken oder Trittmechaniken bedeutet doch nicht daß dam Nervensystem oder an der Biomechanik (z.b. Aufbau und Funktion der Gelenke ) gedreht wird , sondern es bedeutet daß man die beteiligten Elemente welche bei allen in einer Bewegung vorhanden sind , einfach nur etwas unterschiedlich nutzt. So simpel.

    In anderen Worten bedeutet es , daß es sich unterscheidet wie man Funktionen wie Rotation , Anteversion oder Depression oder ähnliches gezielt mit einbaut oder etwa bewusst hemmt in einer Bewegung . Wie stark man z.b. einen Hüfteinsatz bei einem Tritt oder einen Schultereinsatz bei einem Schlag intergriert oder bewusst zurück hält , um Kräfte aufzubauen und/oder freizulassen ......

    Daraus ergeben sich sehr wohl unterschiedliche Schlagmechaniken .
    Wäre ja mal schön , wenn zu erklären würdest was denn dein "dagegen Arbeiten" und wo gegen bitte , denn sein soll ? Gegen das Nervensystem oder gegen die Biomechanik arbeitet doch keiner. Wie auch ? Du sagst doch selbst , es ist genetisch festgelegt. ich würde eher sagen , es ist physiologisch festgelegt.

    Was man aber machen kann , ist die Funktionsweise für sich vorteilhafter zu benutzen. Entsprechend der eigenen Zielstellung . Und da kommen dann tatsächlich Nervensystem und auch Biomechanik zum Einsatz. Oft erst intuitiv und wenn erkannt wie was für sich selbst funktioniert , dann methodisch.

    Einfachstes Beispiel wären z.b. das Erzeugen aber auch das Weglassen von Vorspannungen durch entsprechende Positionierungen der Extremitäten . Ausholen beim Werfen ist ein bekanntes Beispiel.
    Geändert von Cam67 (29-12-2025 um 21:11 Uhr)
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  7. #82
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    Ich sehe permanent Menschen gegen ihr eigenes Nervensystem arbeiten. Auch mich. Entweder tatsächlich unbewusst, weil konditioniert aus zivilisatorischen Gewohnheiten, oder bewusst. Das wird dann Training genannt. (Da bin ich dann raus ...)
    Da das Nervensystem dabei jedoch nur minimale oder gar keine Rückmeldung gibt (weil das tatsächlich viel zu viel Wahrnehmungskapazität in Anspruch nehmen würde, fühlt sich das Meiste davon gut oder überhaupt nicht irgendwie an.
    Erst wenn Schmerzen auftreten oder man sich fragt, warum jemand mit weniger Aufwand mehr hinbekommt (egal in was) wird kognitiv hinterfragt, woran das liegt, aber es wird nicht gespürt, erstmal.

    Extremst plumpes Beispiel ist, um Topic zu bewahren, das Hereinnehmen des Ellenbogens bei einem Fausstoß (da hatte ich mit Herb ab und zu mal was debattiert, weil er STEIF und FEST behauptete, das sei völlig natürlich (siehe oben)

    Es ist aber gegen das Nervensystem. Man erkennt es daran, dass man es gesondert trainieren muss. Nicht weil man sowieso trainieren muss um besser zu werden (das ist klar), sondern weil man einen natürlichen Bewegungsablauf dabei unterdrücken muss.

    JA, ich weiß, der Begriff natürlich ist nicht zielführend. Wenn du 100 Leute befragst, wie natürliches Gehen funktioniert, wirst du 100 Arten zu Gehen finden und jeder begründet das mit: es ist völlig natürlich.
    Selbiges bei Schlägen, Würfen, überhaupt alles. So kommen wir nicht weiter. Und das ist mir 100% bewusst.
    Und glaube mir: Ich gehe nicht her und sage, ich wüsste das alles, im Gegenteil: Genau das erforsche ich penibel sowohl an mir selbst als auch an Menschen, die ich einfach ausprobieren und fühlen lassen, was ihnen tatsächlich gut tut mit der geringstmöglichen Mühe.

    Anderes Beispiel: Stand
    Überall wird - und zwar innerhalb eines dynamischen Geschehens ein Stand aufgebürdet, der jeweils unterschiedlicher nicht sein kann. Und es wird begründet mit den komplexesten Argumenten und wofür ausgerechnet jener Stand unglaublich gut sein soll (und im schlimmen Fall andere Stände total schlecht sind, weil ..... es eben in das ebenso ausgedachte System passt.
    Das kanns echt nicht sein.
    Es gibt keinen Stand sondern es gibt Statik innerhalb der Schwerkraft und es gibt Dynamik innerhalb der Schwerkraft. Und der Körper weiß ganz genau, ohne Theorie, was er wann wie braucht. Klar hat er es oft vergessen, weil er als Kind zu oft sitzen musste oder weil er in Arbeit x oder Sport y zuviel xy machen musste, weil .....

    Aber im Grunde weiß er es- was nicht heißt, dass er es einfach so auch kann. (Stichwort Struktur)
    Aber all diese Sachen, die ja auch sonst im Bereich des Lebewesen ewig lang funktionieren und sich nur extrem langsam mit den Genen verändern, können wir einfach schon.
    Es ist tatsächlich sehr einfach, aber nicht so einfach, dass man nicht lebenslang Spaß dran finden kann, das zu erleben und zu entdecken.

    Also: Ja wir alle arbeiten mehr oder weniger, und auch situativ bedingt, öfter gegen unser Nervensystem und unsere Biomechanik, als uns bewusst ist. Und ich finde das auch nicht schlimm, weil es so viel Potential zum Entdecken hat.
    Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.

  8. #83
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    Zitat Zitat von derKünstler Beitrag anzeigen
    Ich sehe permanent Menschen gegen ihr eigenes Nervensystem arbeiten. Auch mich. Entweder tatsächlich unbewusst, weil konditioniert aus zivilisatorischen Gewohnheiten, oder bewusst. Das wird dann Training genannt. (Da bin ich dann raus ...)
    Da das Nervensystem dabei jedoch nur minimale oder gar keine Rückmeldung gibt (weil das tatsächlich viel zu viel Wahrnehmungskapazität in Anspruch nehmen würde, fühlt sich das Meiste davon gut oder überhaupt nicht irgendwie an.
    Erst wenn Schmerzen auftreten oder man sich fragt, warum jemand mit weniger Aufwand mehr hinbekommt (egal in was) wird kognitiv hinterfragt, woran das liegt, aber es wird nicht gespürt, erstmal.
    .
    Hmhm , Schmerzen als Indikator für ein gegen das Nervensystem arbeiten im Sinne von schädlich oder ungesund oder unphysiologisch , ist mir zu simpel gedacht.

    Unser Körper ist in erster Linie ein Anpassungssystem. Es verarbeitet Reize die er bekommt . z.b. auch Stellungen , sich wiederholende Bewegungsabläufe . Ausrichtung gegen die Schwerkraft usw. und versucht die antworten darauf mit nur soviel Energieaufwand wie nötig hinzubekommen. was zur Folge hat daß sich auch "biomechanisch nicht so günstige bewegungsabläufe im Alltag . z.b. durch Arbeit , trotzdem ökonomisiert werden . Aber auch natürliche Abläufe wie z.b. Laufmuster , Wurfmuster.

    Das sagt aber NICHTS darüber aus , ob diese ökonomisierten individuellen Muster biomechnisch optimal sind. !!! . Du kennst sicher auch genug Menschen , v.a. Kinder , die nur mittelmässig bis schlecht werfen können , trotz allgemein genetisch (wie du es nennst ) festgelegten Nervensystems . Mit Laufschule , mit Wurftraining , lassen sich ihre "natürlichen Abläufe verbessern hinsichtlich einer konkreten Vorgabe. z.b. weiter werfen zu können oder Knieschonender zu laufen . Als Beispiel.

    Training ist nunmal nicht pauschal ein Arbeiten gegen Nervensystem oder irgendeiner Biomechanik.
    Und Schmerzen treten z.b. immer AUCH auf , wenn der Körper mit Veränderung konfrontiert wird , da er aus seiner "Anpassung" heraus gerissen wird. Und sich dagegen sträubt. Es gibt also auch auf körperlicher Ebene eine Form von Trägheit die in beide Richtungen wirkt. Beim Starten von etwas , wie z.b. Umstrukturierungen aber auch beim Beenden , wie z.b. ein Trainingsstopp , aber die damit aufgerufenen Prozesse noch eine weile weiter wirken.

    Du stellst es mir zu einfach dar und auch deine Erklärung ist mir zu einfach, weil sie aktuell das von mir beschriebene nicht berücksichtigt.
    das bedeutet nicht , daß jedes Training gut wäre im Sinne von vorteilhaft für jemanden , aber es bedeutet eben auch nicht , daß Disziplin und/oder Training automatisch ein Arbeiteten gegen den Körper ist.

    Extremst plumpes Beispiel ist, um Topic zu bewahren, das Hereinnehmen des Ellenbogens bei einem Fausstoß (da hatte ich mit Herb ab und zu mal was debattiert, weil er STEIF und FEST behauptete, das sei völlig natürlich (siehe oben)
    Der tiefe Ellenbogen ist bestimmt nicht natürlich ^^, da stimme ich dir zu , aber ,...er ist funktional. Da muss man sich halt entscheiden was die eigene Zielvorgabe ist . auch in jeder Arbeit gibt es Bewegungsabläufe die für die Arbeit funktional ist , aber nicht unbedingt toll für unseren Körper. Zwei verschiedene Dinge.
    Geändert von Cam67 (29-12-2025 um 22:50 Uhr)
    Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)

  9. #84
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    Sieht man doch schon daran wenn man einen ungeübten beliebigen Typen von der Straße einen Boxschlag ausführen lässt.
    18/20 Leuten machen es dann genau falsch und versuchen durch mehr Anspannung im Arm ein mehr an Schlaghärte zu erzeugen.... Was biomechanisch komplett das falsche ist aber eben der natürliche Instinkt von 18/20 Menschen
    -

  10. #85
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    Zitat Zitat von Royce Gracie 2 Beitrag anzeigen
    Sieht man doch schon daran wenn man einen ungeübten beliebigen Typen von der Straße einen Boxschlag ausführen lässt.
    18/20 Leuten machen es dann genau falsch und versuchen durch mehr Anspannung im Arm ein mehr an Schlaghärte zu erzeugen.... Was biomechanisch komplett das falsche ist aber eben der natürliche Instinkt von 18/20 Menschen
    Es ist nicht der Instinkt, sondern die Konditionierung. Und die ist mächtig.
    Und sie beginnt früh. Und ist unbewusst. Ein Kleinkind, das noch weitestgehend unkonditioniert ist, wird mehr Körper einsetzen, um mehr Kraft zu bekommen. Entwicklungsbedingt nicht sehr fokussiert, es müsste das öfter machen, aber grundsätzlich völlig natürlich.
    Ein Erwachsener, der überhaupt nicht mehr spürt, was Körpereinsatz bedeutet, wird auf das erstbeste zurückgreifen, die lokale Anspannung. Und genau das ist das Dilemma. Und das hat nicht mit Technik zu tun, sondern mit Erinnerung.
    Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.

  11. #86
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    Zitat Zitat von derKünstler Beitrag anzeigen
    Es gibt keinen Stand sondern es gibt Statik innerhalb der Schwerkraft und es gibt Dynamik innerhalb der Schwerkraft. Und der Körper weiß ganz genau, ohne Theorie, was er wann wie braucht. Klar hat er es oft vergessen, weil er als Kind zu oft sitzen musste oder weil er in Arbeit x oder Sport y zuviel xy machen musste, weil .....

    Aber im Grunde weiß er es- was nicht heißt, dass er es einfach so auch kann. (Stichwort Struktur)
    Aber all diese Sachen, die ja auch sonst im Bereich des Lebewesen ewig lang funktionieren und sich nur extrem langsam mit den Genen verändern, können wir einfach schon.
    Es ist tatsächlich sehr einfach, aber nicht so einfach, dass man nicht lebenslang Spaß dran finden kann, das zu erleben und zu entdecken.
    .
    Interessante Aussage. der Körper weiss es also , aber er kann es aktuell nicht .

    Und wie veränderst du diesen Zustand ? Durch gezielte Reize . Und DAS ist nichts anderes als Training . Nicht im sportlichen Sinne aber im Sinne von "den Körper zur Anpassung zwingen" . In dem Fall zu einem besseren Stehen. Du kritisierst etwas was du schlussendlich doch selber tust. Wann immer du deine Leute zu einem natürlicheren Zustand verhelfen willst , zu einem biomechanisch besseren Laufen usw. wirst du etwas verändern müssen an ihnen . Und das in Form von Reize . Auch das Tragen von biomechnisch günstigerem Schuhwerk sind Reize. das Einnehmen von bestimmten Positionen oder das Wegfallen lassen von Anspannungen usw. , das sind alles gezielte Reize die du gibst .Und gibst du sie jemanden wiederholt, DANN unterwirfst du ihn einem Training ,auch wenn du es nicht so nennen würdest.
    Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)

  12. #87
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    Ist das nicht der Ansatz von BJJ - nicht zu sehr wollen, nicht verkrampfen, spielerisch miteinander trainieren - oder gutem Sparring im Striking: Viel Frequenz, Kombis abliefern, aber locker schlagen, entspannt, nicht auf KO gehen um so zu miteinander wachsen?

    Total Counter-Intuitive, und sicher nicht die Energie, die einem ,,draussen" begegnen wird, aber sehr zielführend. Innere Stile dann noch mehr auf ,,in sich hinein hören" und ,,vergiss jetzt mal den Kampf".

  13. #88
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    Zitat Zitat von derKünstler Beitrag anzeigen
    Ein Kleinkind, das noch weitestgehend unkonditioniert ist,.
    und ist deshalb auch unkoordinierter ...

    Das Kleinkindbeispiel hinkt immer ein wenig. Seine Muskulatur ist noch nicht stark genug , seine bewegungen noch nicht koordiniert genug ,um grosse Beschleunigungen und grosse Kräfte zu entfalten , deshalb kann es sich auch leisten mit dieser geringen Körperspannung zu agieren . Deshalb agiert es aber auch sehr bodennah . je stärker die Muskulatur wird , je schwerer der Körper wird , und je fester die Knochen desto mehr Grundpannung wird auch benötigt um die nötigen Kraftlinien zu erzeugen welche wiederum die Knochen und Gelenke schützen . Auch vor den eigenen Kräften schützen , vor den eigenen Dynamiken und Beschleunigungen . negativ wie positiv.

    Ein Verharren in einem Kleinkindzustand wäre da eher fatal. Man muss nicht zum Kleinkind werden um sich Spannungsarm bewegen zu können.
    Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)

  14. #89
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    Zitat Zitat von Royce Gracie 2 Beitrag anzeigen
    Sieht man doch schon daran wenn man einen ungeübten beliebigen Typen von der Straße einen Boxschlag ausführen lässt.
    18/20 Leuten machen es dann genau falsch und versuchen durch mehr Anspannung im Arm ein mehr an Schlaghärte zu erzeugen.... Was biomechanisch komplett das falsche ist aber eben der natürliche Instinkt von 18/20 Menschen
    18/20 untrainierte Typen von der Straße machen es so und auch 18/20 trainierte "Mainstream" Karateka, denen die ganze Zeit was von "mehr Kime" erzählt wird.

  15. #90
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    Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
    Hmhm , Schmerzen als Indikator für ein gegen das Nervensystem arbeiten im Sinne von schädlich oder ungesund oder unphysiologisch , ist mir zu simpel gedacht.

    Unser Körper ist in erster Linie ein Anpassungssystem. Es verarbeitet Reize die er bekommt . z.b. auch Stellungen , sich wiederholende Bewegungsabläufe . Ausrichtung gegen die Schwerkraft usw. und versucht die antworten darauf mit nur soviel Energieaufwand wie nötig hinzubekommen. was zur Folge hat daß sich auch "biomechanisch nicht so günstige bewegungsabläufe im Alltag . z.b. durch Arbeit , trotzdem ökonomisiert werden . Aber auch natürliche Abläufe wie z.b. Laufmuster , Wurfmuster.

    Das sagt aber NICHTS darüber aus , ob diese ökonomisierten individuellen Muster biomechnisch optimal sind. !!! . Du kennst sicher auch genug Menschen , v.a. Kinder , die nur mittelmässig bis schlecht werfen können , trotz allgemein genetisch (wie du es nennst ) festgelegten Nervensystems . Mit Laufschule , mit Wurftraining , lassen sich ihre "natürlichen Abläufe verbessern hinsichtlich einer konkreten Vorgabe. z.b. weiter werfen zu können oder Knieschonender zu laufen . Als Beispiel.

    Training ist nunmal nicht pauschal ein Arbeiten gegen Nervensystem oder irgendeiner Biomechanik.
    Und Schmerzen treten z.b. immer AUCH auf , wenn der Körper mit Veränderung konfrontoert wird , da er aus seiner "Anpassung" heraus gerissen wird. Und sich dagegen sträubt. Es gibt also auch auf körperlicher Ebene eine Form von Trägheit die in beide Richtungen wirkt. Beim Starten von etwas , wie z.b. Umstrukturierungen aber auch beim Beenden , wie z.b. ein Trainingsstopp , aber die damit aufgerufenen Prozesse noch eine weile weiter wirken.

    Du stellst es mir zu einfach dar und auch deine Erklärung ist mir zu einfach, weil sie aktuell das von mir beschriebene nicht berücksichtigt.
    das bedeutet nicht , daß jedes Training gut wäre im Sinne von vorteilhaft für jemanden , aber es bedeutet eben auch nicht , daß Disziplin und/oder Training automatisch ein Arbeiteten gegen den Körper ist.
    Ich erlebe Schmerzen völlig anders, nicht an mir (auch) aber vor allem an vielen Menschen, die ich erleben darf. Sie kommen allmählich in völlig normalen Alltagshandlungen, sie verunmöglichen ein weiteres Tun und Machen im Alltag, obwohl alles gleich bleibt. Ich interpretiere das als "weil alles gleich bleibt" (und 20 Jahre gut ging. Ja und das betrifft Menschen, die Sport treiben genau so wie Menschen, die nur ihrem Job nachgehen. Weil ihr System nicht mehr stimmig ist und irgendwann mit Anpassung Schluss ist.
    Anpassung ist überaus wertvoll und nützlich. Anpassung an Übungen, Wiederholungen (egal wo - Sport, Alltag, Job..) an Veränderungen. ABsolut top, dass es Anpassung gibt, sondern wären wir bei kleinsten Veränderungen sofort dysfunktional.
    Was ich dabei vermisse ist die Erinnerung an den Zustand der "Mitte". An die pure Anpassung an Schwerkraft. Die funktioniert in den ersten Lebensjahren perfekt und weicht dann erzwungenen Daueranpassungen, die dem Mensch eben nicht gut tun. Kompensiert wird das gerne durch weitere Anpassungen, die eben andere sind und deshalb wie ein Ausgleich wirken, die aber mit dem Urzustand genau so wenig zu tun haben.

    Und gerne nehme ich an, dass dies vereinfachend wirkt. Wäre es so einfach, würde man nicht drüber sprechen müssen. In Wahrheit ist es aber einfach, sehr einfach und wird durch sehr viele komplizierte Theorien alles andere als verbessert. Glaube mir, ich bin an der Front von Menschen, die "hinten raus" fallen, weil sie alles machen, was die Theorie sagt und dennoch zurückfallen. Ich spreche also nicht theoretisch. Einfachste Rückerinnerungen honoriere ich mit hohem Mehrwert. Fast schon lächerlich.

    Da wir uns hier aber im KK- Metier bewegen, will ich das nicht so ausbreiten, sondern lediglich erwähnen, dass dieses Prinzip universell ist. Verbessere mich: Ich halte dieses Prinzip für universell. Und das je stärker, je mehr ich persönlich das praktiziere, älter werde und es weitergebe.


    Der tiefe Ellenbogen ist bestimmt nicht natürlich ^^, da stimme ich dir zu , aber ,...er ist funktional. Da muss man sich halt entscheiden was die eigene Zielvorgabe ist . auch in jeder Arbeit gibt es Bewegungsabläufe die für die Arbeit funktinal ist , aber nicht unbedingt toll für unseren Körper. Zwei verschiedene Dinge.
    Warum trennst du natürliche (angeborene) Biomechanik mit Funktionalität? Wäre ein tiefer Ellbogen funktional, hätte dieses Bewegungsmuster Einzug in die Genetik des Körpers und des Nervensystems erhalten und wäre Standard. Und natürlich gibt es Situationen, in denen mit tiefen Ellbögen gearbeiten werden muss, deshalb kann man das ja. Es aber als erdachtes Dogma zu erheben um Theorien zu befriedigen, bringt uns auf der Suche nach Effizienz nicht weiter.
    Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.

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