Ich sehe permanent Menschen gegen ihr eigenes Nervensystem arbeiten. Auch mich. Entweder tatsächlich unbewusst, weil konditioniert aus zivilisatorischen Gewohnheiten, oder bewusst. Das wird dann Training genannt. (Da bin ich dann raus ...)
Da das Nervensystem dabei jedoch nur minimale oder gar keine Rückmeldung gibt (weil das tatsächlich viel zu viel Wahrnehmungskapazität in Anspruch nehmen würde, fühlt sich das Meiste davon gut oder überhaupt nicht irgendwie an.
Erst wenn Schmerzen auftreten oder man sich fragt, warum jemand mit weniger Aufwand mehr hinbekommt (egal in was) wird kognitiv hinterfragt, woran das liegt, aber es wird nicht gespürt, erstmal.
Extremst plumpes Beispiel ist, um Topic zu bewahren, das Hereinnehmen des Ellenbogens bei einem Fausstoß (da hatte ich mit Herb ab und zu mal was debattiert, weil er STEIF und FEST behauptete, das sei völlig natürlich (siehe oben)
Es ist aber gegen das Nervensystem. Man erkennt es daran, dass man es gesondert trainieren muss. Nicht weil man sowieso trainieren muss um besser zu werden (das ist klar), sondern weil man einen natürlichen Bewegungsablauf dabei unterdrücken muss.
JA, ich weiß, der Begriff natürlich ist nicht zielführend. Wenn du 100 Leute befragst, wie natürliches Gehen funktioniert, wirst du 100 Arten zu Gehen finden und jeder begründet das mit: es ist völlig natürlich.
Selbiges bei Schlägen, Würfen, überhaupt alles. So kommen wir nicht weiter. Und das ist mir 100% bewusst.
Und glaube mir: Ich gehe nicht her und sage, ich wüsste das alles, im Gegenteil: Genau das erforsche ich penibel sowohl an mir selbst als auch an Menschen, die ich einfach ausprobieren und fühlen lassen, was ihnen tatsächlich gut tut mit der geringstmöglichen Mühe.
Anderes Beispiel: Stand
Überall wird - und zwar innerhalb eines dynamischen Geschehens ein Stand aufgebürdet, der jeweils unterschiedlicher nicht sein kann. Und es wird begründet mit den komplexesten Argumenten und wofür ausgerechnet jener Stand unglaublich gut sein soll (und im schlimmen Fall andere Stände total schlecht sind, weil ..... es eben in das ebenso ausgedachte System passt.
Das kanns echt nicht sein.
Es gibt keinen Stand sondern es gibt Statik innerhalb der Schwerkraft und es gibt Dynamik innerhalb der Schwerkraft. Und der Körper weiß ganz genau, ohne Theorie, was er wann wie braucht. Klar hat er es oft vergessen, weil er als Kind zu oft sitzen musste oder weil er in Arbeit x oder Sport y zuviel xy machen musste, weil .....
Aber im Grunde weiß er es- was nicht heißt, dass er es einfach so auch kann. (Stichwort Struktur)
Aber all diese Sachen, die ja auch sonst im Bereich des Lebewesen ewig lang funktionieren und sich nur extrem langsam mit den Genen verändern, können wir einfach schon.
Es ist tatsächlich sehr einfach, aber nicht so einfach, dass man nicht lebenslang Spaß dran finden kann, das zu erleben und zu entdecken.
Also: Ja wir alle arbeiten mehr oder weniger, und auch situativ bedingt, öfter gegen unser Nervensystem und unsere Biomechanik, als uns bewusst ist. Und ich finde das auch nicht schlimm, weil es so viel Potential zum Entdecken hat.
Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.