Ich denke auch, daß das einer der grundlegend wichtigen Aspekte ist.
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Nur damit ich dich richtig verstehe:
Du sagtest, dass bisher alle Leute die Prüfung bestanden hätten.
Nach deiner Aussage sind diese Prüfungen seit vielen Jahren in eurem Dojo "Tradition".
Das bedeutet, dass noch niemals jemand die Prüfung abgebrochen hat.
(wenn ich jetzt mal Wiederholungen ausschließe)
Nochmal zum Sortieren:
Der "Prüfling" wird nachts in eine private Baumschule geführt, wo er bereits körperlich erschöpft und unbewaffnet von mehreren "Prüfern" mit Schlagstöcken, Ketten, Knüppeln und Maglites verprügelt wird. Dabei werden auch Rippen und Knochen gebrochen, was nach deiner Aussage als Arzt aber eine "Bagatelle" darstellt, weswegen die Prüfung noch lange nicht abgebrochen wird.
Dazu wird der "Prüfling" noch so in einer Art und Weise gedemütigt und erniedrigt, dass du das in einem öffentlichen Forum lieber nicht näher beschreiben möchtest.
Und da wollte noch nie einer aufgeben, abbrechen? Hatte die Schnauze voll?
Dann habt ihr definitiv die härtesten Jungs unter Euch, die ich mir vorstellen kann.
Und das seit vielen Jahren.
@Kelte
Möchtes du solange nachbohren, bis du die Antworten hast, die du haben willst?
Ich hab den Eindruck du geniesst es irgendwie.
Wäre auch nicht das erste Mal.... .
nein, wenn ich jemanden, der nicht mehr reagiert, weiterhin Elektroschocks wachsender Stärke gebe, dann ist der Tod natürlich ein tragischer Unfall.;)
Da geht es eher um Gehorsamkeit gegenüber Autoritäten, die Gewalt kommt also gerade durch die Sozialisierung zustande.
Die Leute wurden ja nicht zu "Wilden", im Gegenteil die waren teilweise vor einen großen Konflikt gestellt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram...rsuchspersonenZitat:
„Ich beobachtete einen reifen und anfänglich selbstsicher auftretenden Geschäftsmann, der das Labor lächelnd und voller Selbstvertrauen betrat. Innerhalb von 20 Minuten war aus ihm ein zuckendes, stotterndes Wrack geworden, das sich rasch einem Nervenzusammenbruch näherte. Er zupfte dauernd an seinem Ohrläppchen herum und rang die Hände. An einem Punkt schlug er sich mit der Faust gegen die Stirn und murmelte: ‚Oh Gott lass uns aufhören‘. Und doch reagierte er weiterhin auf jedes Wort des Versuchsleiters und gehorchte bis zum Schluss.“
...
Nur ein Proband von Hundert bedauerte seine Teilnahme.[1] Die meisten Teilnehmer gaben an, etwas über sich gelernt zu haben und Autoritätspersonen daher in Zukunft misstrauischer gegenüberstehen zu wollen. Demgegenüber berichten andere Langzeitstudien von Nervenzusammenbrüchen und posttraumatischen Belastungsstörungen, und einzelne Teilnehmer hatten noch vierzig Jahre später, als sie nochmals untersucht wurden, gesagt, sie seien diesen Schock, dieses Trauma nie mehr losgeworden, also ein Trauma, Täter gewesen zu sein.[12] Der Freiburger Psychologe Joachim Bauer folgert, „dass dieses Experiment die betroffenen Personen gegen ihre eigene Intuition, gegen ihre natürlichen mitmenschlichen Instinkte ... dazu gebracht hat, hier der Autorität zu folgen
... nu, ich bohr jetzt tatsächlich auch mal nach:
ich hab vor gefühlten hundert Beiträgen zu diesem Thema bereits gefragt,
ob die tollen Kämpfer, die sich da auf die ganz große Gewalt vorbereiten,
möglicherweise der Allgemeinheit zur Last fallen, indem sie sich bei trainingsbedingten Gesundheitsschädigungen auf das soziale Netz verlassen ...
hat mir bis jetzt keiner drauf geantwortet ...
gruß hafis
Wer hätte gedacht, dass eine Vorbereitung zu 100% Erfolgsquote führen kann...
Hm.
Ich frag mal andersrum:
In einem deiner letzten Postings hast du irgendwelche "Zustände" des Prüflings während dieser Prüfung bezeichnet, irgendwas mit Fight, Flight und Freeze usw. Dabei sagtest du, dass es einen "für alle Beteiligten unschönen Zustand" gibt (ich vermute "unschön" primär für den "Prüfling"), wo man NIEMALS abbrechen darf, weil das extrem gefährlich wäre. (Für den "Prüfling" oder die "Prüfer" ?)
Steht nicht bereits diese Aussage von dir im Widerspruch zu deiner Behauptung, der "Prüfling" könne jederzeit abbrechen?
Seltsam, dass sich einige so aufregen.
Die Wurzel von jedem KK-Training ist doch die Vorbereitung auf einen Krieg.
In den CMA zB.gibts viele ähnliche Prozedere, ähnlich denen, die Kanken beschrieben hat.
Da gehen gewisse Leute immer wieder durch, das Ergebnis ist ein Mindset - u.a. zB.die Bereitschaft, äusserster Gewalt zu begegnen.
Mit dem Brainwashing, wie wir es von diversen Militärausbildungen kennen, hat es aber wenig gemeinsam, aber: mit beiden Wegen werden nunmal Leute auf Konflikte vorbereitet. Beiden sind evt.unschön, aber funktionieren am Ende halt. Im Sparring eins auf die Nase kriegen ist auch nicht obergeil, aber man lernt dazu.
Diese Art Prüfungen sind ja wohl für Leute, die von Gewalt schon so sehr gefangen sind, dass sie in einer intensiveren KK ne intensive Auseinandersetzung damit suchen.
In der Kindererziehung erlebe ich beruflich in der Grundschule eher die Tendenz, Dinge nicht auskämpfen zu lassen, sondern eher eine Einigung, ein Verständniss zu fördern
(aufzupfropfen?).
Sollte ein jeder durch ausgesteuerte Schmerz- und Gewalterfahrungen gehen ?
Tun das Kinder durch ihre unerlaubt durchgebrachten Schlägereien letztlich selber ?
Wurde Kelte zu wenig geschlagen ? Warum hat sich alles so auf verbale Stressgewalt bei ihm verschoben ?
Macht sublimierte Gewalt nicht noch viel k******, wenn sie den Opfern tagtäglich um die Ohren flattert ohne klar benannt und ausagiert zu werden ?
Wurde definitiv zu wenig zuhause geschlagen :
Das Gürteltier
Mir kam da ein Gedanke zu dieser doch sehr krassen "Prüfung". Gilt da eigentlich auch Gleichbehandlung der Geschlechter? Sowas ist für uns in Deutschland nun ja sehr wichtig. Um es mal konkret zu machen: hat da beispielsweise schon mal ein 19 jähriges Mädchen diese Gewalt/Angst Prüfung abgelegt? Wie waren die Gefühl der Männer dabei sie so brutal fertig zu machen? Und gerade im Bezug auf Frauen stellt sich ja noch ein weiteres Anforderungsprofil an so eine Prüfung. Die Art der Demütigung und des gewaltätigen Missbrauchs wäre von potentiellen Angreifern höchstwahrscheinlich auch sexuell motiviert. Wird sowas auch in euren Prüfungen "abgedeckt"? Oder ist da dann doch eine Grenze erreicht?
Hallo Hafis,
ich kann Dir keine Auskunft geben,
wie bei diesem exklusive Hobby - die Arztbehandlungen abgerechnet werden.
Du kannst mal bei der Krankenkasse nachfragen, die Antwort wird lauten für die Behandlungskosten müssen die " Verursacher " haften.
Bei Sportverletzungen in einem Verein gibt es daher auch extra Sport- Versicherungen, die einiges abdecken.
Nur in diesem Beispiel wüßte ich keine Versicherung, die für die Kosten der Arztbehandlung oder für den Krankenhausaufenthalt aufkommt.
Bei einer Schlägerei, wenn die Polizei tätig wird, kann der oder die Verantwortlichen festgestellt werden.
Für die Arztkosten, den Arbeitsausfall wird dann der Verursacher zur Kasse gebeten, ..
Sicher kann Dir der Veranstalter da eine Auskunft geben.
Noch einen Gruß soto
:D
Die jüngste Frau war Mitte 20, die an einer solchen Prüfung teilgenommen hat.
Natürlich ist es als Prüfer etwas anderes eine Frau anzugreifen als einen Mann, aber das ändert nichts an dem Ablauf der Prüfung, zumal die Frau auch wußte auf was sie sich einläßt, sie ist ja mitnichten wehrlos sondern kann und muss auch gut austeilen.
Was in einer solchen Prüfung abläuft werde ich nicht sagen, nur das nichts strafrechtlich relevantes passiert.
Grüße
Kanken
Wie um alles in der Welt verteidigt sich eine unbewaffnete junge Frau gegen eine Gruppe von Männern (Kampfsportler), die mit Ketten, Knüppeln und Maglites auf sie einprügeln -nachts in einem Wald- und "teilt dabei noch gut aus"?
Normalerweise würde ich ja sagen, kein Problem, wenn die Kerle sich zurückhalten und den Angriff mehr oder weniger nur "simulieren".
Da aber nach deiner Aussage bei diesen Prüfungen Rippen eingeschlagen und Knochen gebrochen werden, klingt das aber auch nicht sehr plausibel.
Aber vergessen wir mal so "technische Details" und unterstellen, dass die von dir beabsichtigte Grenzerfahrung für den Prüfling (ich bleibe jetzt einfach mal bei der jungen Frau) positive Nachwirkungen hat.
Du sorgst für ein entsprechendes Ambiente, dunkler Wald, und ein paar Kumpels spielen die bösen Angreifer mit Ketten, Knüppeln usw. Die Angreifer schlagen nun nicht einfach drauf (was die Prüfung einfach sofort beenden würde), sondern passen ihre Angriffe dem aktuellen Kampf der Frau an, mit dem Ziel, sie langsam niederzukämpfen. (Gewinnen kann und soll sie ja nicht)
Das heißt, die Frau kommt aufgrund der Demütigungen, Erniedrigungen und des Kampfes mit den Männern irgendwann mal zu dem Punkt, wo sie sich aufgibt - dort, wo vermutlich die "Grenzerfahrung" beginnt oder beginnen soll.
Nur, warum bricht sie da nicht die Prüfung ab? Spätestens zu diesem Punkt, wo sie sich selbst aufgibt, würde sie doch erst recht die Prüfung aufgeben? Die einzig logische Erklärung wäre, dass sie es nicht darf.
Denn diese Tür zu dieser "Grenzerfahrung" wäre nur unter Zwang erreichbar.
Ok. Die Frau wurde besiegt und fertig gemacht (ein durchaus vorhersehbares Ergebnis bei der Überzahl und Waffenverteilung) und ist nun aktuell ein Häufchen Elend.
Und dann? Gehen alle nochmal aufs Klo und dann nach Hause? Soll sie dann nochmal kämpfen ... und Überraschung ... die Jungs lassen sie dann gewinnen und ab diesen Zeitpunkt hält sie sich für unbesiegbar? Wo soll da ein Sinn sein?
Andere Frage.
Du sagst, dass die "Prüfer" alle sehr genau aufpassen, dass der Frau nichts passiert, dass ihr sogar Freunde aus dem Dojo seid, euch kennt. Sie geht also mit euch letztendlich in den dunklen Wald, weil sie euch kennt, euch vertraut.
Ist aber damit nicht von Anfang an dein "Experiment" unter dem Ziel einer Grenzerfahrung durch einen möglichst realen Kampf, reale Gewalt zum Scheitern verurteilt?
Niemals wird die Situation doch mit einem echten Angriff auch nur ansatzweise vergleichbar sein. Euch vertraut die Frau, sie weiss, dass ihr nichts passieren wird. Niemand wird sie ernsthaft verletzen, niemand wird sie vergewaltigen, niemand töten.
Und sie hat die Situation unter Kontrolle, kann jederzeit nach deiner Aussage abbrechen.
Wozu also der Aufwand? Da könnt ihr doch gleich zu Hause im Dojo bleiben. Da ist es sogar noch hell, warm und trocken.
Und besiegen könnt ihr die Frau auch dort. Sogar beim normalen Training.
Tut mir leid, selbst wenn ich mir Mühe gebe... die von dir beschriebenen Prüfungen ergeben so keinen Sinn.
Ich bleibe dabei:
Diese Prüfungen sind vorgeschoben. Sie sind ein Spiel mit der Macht. Für die "Prüfer".
Diese genießen dabei ihre Macht über das Opfer, die Erniedrigung, die Demütigungen, die sie ihm zufügen.
Vergleichbar einem Initialisierungsritus, wo die Neuen gequält und misshandelt werden. Vergleichbar SM-Spielen.
Nur eben bei euch als "Prüfung" verpackt.
Das ist in meinen Augen das einzig nachvollziehbare Ergebnis und die einzig nachvollziehbare Motivation.
Sorry, aber das ist Bullshit.....
So wie ich Kanken verstanden habe, werden die Prüflinge in der Prüfung über ihre persönlichen, anerzogenem Grenzen hinaus geführt. Die Prüflinge müssen zeigen, dass sie auch in scheinbar auswegslosen Situationen noch kämpfen können.
Wer sagt denn, dass eine 25jährige Frau mit der gleichen Schlaghärte wie ein 25jähriger Mann angegriffen wird? Das glaube ich nicht. Wenn man so will, halten sich die Prüfer zurück. Oder anders ausgedrückt: Sie fordern den Prüfling genau in dem Maße, wo bei ihm die Türen aufgehen. Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Und daher auch der Stress und die Verantwortung der Prüfer. Oder liege ich da falsch @kanken?
Und nein: Grenzerfahrungen sind nicht nur unter Zwang möglich. Ich habe niemals eine Prüfung in der Art wie Kanken sie beschrieben hat, absolviert. Aber eine Andeutung davon bieten schon die Stressdrills. Da gibt man nicht auf weil man es nicht darf, sondern weil man es nicht will. Ich will weiterkämpfen, oder auch: Man wird langsam rangeführt, nicht aufzugeben. Auch weitermachen, wenn man müde ist. Quasi regeagieren.
btw: Das gilt auch für Frauen. Ich will kein Extrawurst.
Grüße
Polarlicht
Bitte beantworte doch endlich mal die Frage, ob du überhaupt irgendwas mit kämpfen machst.
Jemals ein VK-Kontakt Sparring gemacht? Stressdrills?
Einige Sachen muss (zumindest in Maßen) erlebt haben, um sie beurteilen zu können.
Mir scheint's immer mehr, dass alle deine Aussagen auf Theorie und Hirngespinsten beruhen.
Selbst erfahrene LK-Karateka haben teilweise noch absurde Vorstellungen von VK-Sparring / Training...
Woah. Kaum liest man hier mal paar Tage nicht mit und schon geht's rund. Eieiei.
Nur mal so allgemein zur Prüfung mit Grenzerfahrung. Kanken ist nicht der einzige der Prüfungen in dieser oder ähnlicher Weise durchführt. Jetzt mal ohne den jeweiligen detaillierten Inhalt vergleichen zu wollen. Auch in unserem Krav Maga Verband werden Prüfungen mit Grenzerfahrungen durchgeführt. Das ist auch gut so, nur so findet man seine Grenzen und lernt was es heißt sich zu verteidigen. Erfahrung mit Gewalt hat es Kanken glaube ich genannt.
Ich finde es gut, dass es so etwas gibt. Eher überrascht hat es mich, dass es solche Prüfungen auch im Karate gibt. :)
Kampfkunst ist seit jeher ein Mittel, um Grenzerfahrungen zu machen und an diesen als Kämpfer zu reifen. Im Ursprung als Kriegskunst ein rein pragmatischer Zweck, um effektiv auf dem Schlachtfeld zu sein, ist im Laufe der Jahrhunderte dies auch als Werkzeug zur Charakterschule geworden, im Kern ein grundphilosophisches Element vieler Kampfmethoden/-künste/-sportarten.
D.h. natürlich nicht, dass Kampftraining nicht auch einen pragmatischen Grundzweck heute noch haben kann, sei es sich verteidigen zu lernen oder in Wettkämpfen zu bestehen.
Wer gezielt lernen möchte, sich mit realer Gewalt auseinanderzusetzen, der muss so nah wie möglich dort herangeführt werden. Kyokushinkai macht es richtig, es geht nicht um Grenzerfahrungen oder -überschreitungen an sich, sondern um die Schärfung des Geistes. Ich kann es aus dem Kendo vergleichen: Dort gibt es eine wunderbare Übung namens "kirikaeshi", das macht man bis die Lunge rausfällt und noch darüber hinaus. Es geht darum, dass der Geist sehr stark ist, viel stärker als der Körper und man doch noch, wenn man glaubt, man sei total fertig, doch noch innere Reserven hat. Diese tief sitzenden Energiereserven des Willens sind es, die dafür sorgen, dass Menschen in Extremsituationen über sich hinauswachsen. Ohne "kirikaeshi" und ähnlich Erfahrungen, hätte ich es im Kendo-Turnier z.B. nicht geschafft nach der regulären Kampfzeit gut 20 Minuten Encho (Verlängerung bis der finale Treffer fällt) durchzustehen und einen viel höher graduierten zu besiegen. Ich zehre heute noch von der Willensstärke, die mir Kendo in 10 Jahren durch diese und ähnliche Überschreitung persönlicher Grenzen gegeben hat.
Erfahrungsgemäß sind aus meinem persönlichen Fundus die Kämpfer die am härtesten trainieren und kämpfen, oftmals die nettesten, höflichsten und vernünftigsten Menschen, während häufig die Leute aus den Kampfstilen, die mehr rumspielen und 1000 fancy Kunstgriffe ausführen, oftmals arrogant, unhöflich und egoistisch sind. Leute, die richtig hart trainieren und auch Vollkontakt kämpfen, schmieden ihr Ego positiv aus, sie formen ihren Charakter, viele andere plustern es nur künstlich auf und kompensieren damit falsch ihre Ängste und Zweifel, die sie dereinst zur Kampfkunst geführt haben. Gleich die Handbremse, niemand muss sich davon angesprochen fühlen, es ist rein MEINE PERSÖNLICHE Erfahrung mit verschiedenen Vertretern verschiedener Kampfstile. Ich verallgemeinere das nicht, ich sage nur, dass es oftmals so ist im Dunstkreis meiner bisherigen Erfahrungen damit.
Ich finde als gutes Beispiel die Folge von Fight Quest über Kyokushinkai, die diese Einstellung widerspiegelt:
Hallo itto ryu,
da habe ich eine Antwort, die ich annehmen kann.
[QUOTE]
Daher wird ein Kyokushin kai Kan Karate-ka, ein Boxer, ein Kickboxer ( Vollkontakt ), sich anders auf einen " Wettkampf " vorbereiten als ein Judo-ka für eine WM.
Im Verein der Senior und die Kindergruppe einfach Karate als eine sportliche Betätigung ansehen.
Jetzt komme ich aber nicht mehr mit!Zitat:
Wer gezielt lernen möchte, sich mit realer Gewalt auseinanderzusetzen, der muss so nah wie möglich dort herangeführt werden. Kyokushinkai macht es richtig, es geht nicht um Grenzerfahrungen oder -überschreitungen an sich, sondern um die Schärfung des Geistes. Ich kann es aus dem Kendo
Grenzerfahrungen möchtest Du lernen, wo im Dojo?
Selbst bei kanken seiner Prüfung gibt es diese Grenzerfahrungen nicht, denn alle kommen von der " Übung " mehr oder weniger gesund nach Hause.
Nehmen wir als Vergleich, fällt mir nicht anders ein.
Die Ausbildung bei der Bundeswehr als Einzelkämpfer dort werden die Soldaten an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und noch darüber hinaus geführt. Ja und es gibt Abbrecher, die nicht mehr können und den Lehrgang verlassen.
Das ist ein Lehrgang wirklich in der Natur und mit vielen " Einspielungen" von ständig neuen Herausforderungen. Ich denke, wer diesen Lehrgang besteht kann stolz auf seine Leistung sein.
Dann stellst Du Deine " Estremsituation " vor!
Ich stimme Dir aus ganzem Herzen zu, das sind super Erfahrungen die das Leben des " Kampfkünstlers " prägen.Zitat:
Menschen in Extremsituationen über sich hinauswachsen. Ohne "kirikaeshi" und ähnlich Erfahrungen, hätte ich es im Kendo-Turnier z.B. nicht geschafft nach der regulären Kampfzeit gut 20 Minuten Encho (Verlängerung bis der finale Treffer fällt) durchzustehen und einen viel höher graduierten zu besiegen. Ich zehre heute noch von der Willensstärke, die mir Kendo in 10 Jahren durch diese und ähnliche Überschreitung persönlicher Grenzen gegeben hat.
Aber möchtest Du das als " Kriegskunsterfahrung " als Grenzerfahrung bezeichnen?
Aber immer im Hinterkopf behalten, wird es wirklich gefährlich wird der Kampf unterbrochen.Zitat:
Erfahrungsgemäß sind aus meinem persönlichen Fundus die Kämpfer die am härtesten trainieren und kämpfen, oftmals die nettesten, höflichsten und vernünftigsten Menschen, während häufig die Leute aus den Kampfstilen, die mehr rumspielen und 1000 fancy Kunstgriffe ausführen, oftmals arrogant, unhöflich und egoistisch sind. Leute, die richtig hart trainieren und auch Vollkontakt kämpfen, schmieden ihr Ego positiv aus, sie formen ihren
Daher sind diese " Mutvorbereitungen " oder wie Du es auch nennen möchtest, für den wirklichen " Soldaten " auf den sich einige " Kampfkünstler " berufen, wirklich sinnvoll?
Nur ein einziges Beispiel, das jeder im Internet aufrufen kann.
Am 19. Mai 2007 gab es einen schweren Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan in Kunduz, verursacht durch einen Selbstmordattentäter.
Glaubst Du die Ängste davor und die Nachbereitung muß nicht durch mentale Hilfestellung durch Fachleute, gemindert werden?
Denn dort gibt es keinen " Ausbilder " der ruft STOPP.
Wir üben eine Kampfkunst aus, wir spielen....
keiner ist auf einem Schlachtfeld ....
das mußte ich einfach mal schreiben,
soto
Diese konkret schon. Geht gar nicht anders.
Kanken's "Grenzerfahrungen" basieren laut seiner Aussage und Beschreibung auf realer Gewalt, realer Macht, die man erlebt. Reale Gewalt bedeutet Zwang.
Da beim Kampfsport jeder Sportler selbst entscheidet, wie weit er geht, ob er weitermacht, hat Kampfsport üblicherweise nichts mit realer Gewalt zu tun. Das bedeutet, dass die von kanken beschriebene "Grenzerfahrung" im sportlichen Rahmen nicht darstellbar ist.
Ich habe mal ein wenig gegoogelt, ich find ad hoc keine Versuche, Experimente mit "Grenzerfahrungen", die kankens Beschreibung auch nur im Ansatz entsprechen. Daraus schließe ich, dass solche "Erlebnisse/Experimente" entweder wertlos oder der Weg dahin ethisch bzw. rechtlich nicht vertretbar sind.
Lediglich das Stanford-Experiment geht nach meinem Denken mit viel Fantasie ein ganz klein wenig in die Richtung, auch wenn das Ziel des Experiments ein anderes war.
Das Experiment ist übrigens fehlgeschlagen und wurde abgebrochen.
Laut Kanken ist der Sinn dieser Prüfungen, Grenzen zu überschreiten. "Türen zu öffnen". Das klingt zunächst unglaublich spannend, positiv. Ist es aber nicht. Grenzen existieren aus realen, notwendigen Gründen. Diese zu überschreiten bedeutet noch lange nicht, mich anschließend im Garten Eden zu befinden. Ich könnte mich genauso in der Hölle wiederfinden.
Grenzerfahrungen bedeuten im weitesten Sinn, dass ich ein "System" außerhalb seiner normalen Parameter betreibe, um beispielsweise Leistungsreserven offenzulegen. Nur: Solche "Tests" sind destruktiv. Der Motor auf dem Prüfstand kann dabei kaputtgehen. Und kein Ingenieur kann sicher vorhersagen, was passieren wird, trotz Vorbereitung.
Sonst wäre der Prüfstand letztendlich sinnfrei.
Freunde sind für mich zentrale Stützen und Eckpfeiler meines Lebens. Würde ich durch diese Freunde echte, reale Gewalt erfahren, würden sie mich verletzen, demütigen und Schmerzen zufügen, selbst wenn ich es nicht mehr will (und NUR dann kann man von realer Gewalt sprechen), würde das mein Verhältnis zu ihnen mit Sicherheit dauerhaft beschädigen. Mich regelrecht entwurzeln.
Kanken will angeblich Grenzen überschreiten. Durch das Erleben von realer Gewalt beim Prüfling. Aber damit überschreitet er zwingend ethische und rechtliche Grenzen, weil das macht nun mal reale Gewalt aus.
Ich denke, dass sich fast keiner der hier Anwesenden, den wirklichen Schrecken und die Gewalt eines Krieges vorstellen kann und entsprechende Erfahrung vorzuweisen hat. Ich denke auch, dass eine Prüfung, sei sie so hart wie sie sein will, nie mit dieser Gewalt vergleichbar ist und wir sollten uns hier auch nicht erdreisten, das miteinander zu vergleichen.
Grenzerfahrung bei einer Prüfung hier in kontrollierter Umgebung ist niemals damit vergleichbar was die Menschen im Krieg erfahren!
Allerdings kann man jeden Menschen an seine physische und psychische Grenze führen. Bei uns behüteten wohlstandsverwöhnten Leuten, wie es die meisten Menschen in D sind, ist diese Grenze an einer ganz anderen Stelle, als bei jemandem, der richtige Gewalt erlebt oder erfahren hat. Diese eigene Grenze zu finden und zu erkennen, dass es auch nach der Grenze noch weiter geht und man nicht aufgeben darf, ist doch das Ziel einer solchen Prüfung. Vergleichbar mit einer echten lebensbedrohlichen Situation ist das dennoch nie. Wär auch irgendwie doof, wenn die Prüflinge reihenweise sterben würden.
Es kann auch Grenzen geben, die zwar aus bestimmten Gründen existieren, die aber kontraproduktiv und beeinträchtigend sind.
Angst ist z.B. für das Leben unerlässlich, hilft sie doch Gefahren zu erkennen und zu vermeiden.
Hat jedoch jemand eine Phobie, dann bewertet er rel. harmlose Sitautionen als bedrohlich und schränkt sein Leben dadurch ein, wo es nicht notwendig ist, weil er objektiv harmlose Situationen vermeidet.
Gegen solche Phobien setzt man Konfrontationverfahren ein, d.h. man wird gezielt und kontrolliert an die angstauslösende Situation herangeführt und in der Situation alternative Handlungskonzepte erlernt.
Die Angsreaktion "erstarren" oder totstellen mag in bestimmten Situationen vorteilhaft sein, in anderen nicht.
Ne, da verwechselst du was.
Derartig Grenzen zu verschieben nennt man schlicht Training. Indem ich jeden Tag ein Stückchen weitergehe, komme ich voran. SO verschiebe ich persönliche Grenzen. In kleinen Schrittchen. Über Monate, Jahre. Wohldosiert, um Schäden zu vermeiden.
Dazu braucht es aber keinen dunklen Wald, keine Ketten, keine Knüppel, keine Maglites, kein Horrorszenario.
So eine Kulisse würde ich aufbauen, wenn ich scharf auf Gewaltspiele wäre, auf Demütigungen, Erniedrigungen. Wenn ICH aus meinem Alltag ausbrechen will. Der Prüfling wäre da aber nur Mittel zum Zweck MEINER Lust.
Ich finde, hier projiziert jemand seine eigenen unbefriedigten Fantasien auf andere Leute und vermischt sie mit Träumen und völlig falschen Vorstellungen.