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ace-of-spades
1.) Dass durch diese Art der Vorauswahl eine Menge potentiel guter Pädagogen aussortiert werden. Die Auswahl eines Pädagogen sollte m.M.n. primär an anderer Stelle bzw. aufgrund anderer, wichtigerer Kriterien erfolgen.
2.) Dass Klimmzüge und 400m-Lauf heutzutage nicht mehr den sportlichen Maßstab darstellen wie vor 100 Jahren. Ausserhalb des Schulsystems gibt es nur noch spezialisiertes Training mit Methoden und Erkenntnissen aus dem 21. Jahrhundert. Wenn ich Klimmzüge und 400m-Lauf können will, kann ich mich darauf trainieren. Deshalb bin ich weder allgemein sehr sportlich noch habe ich sportliche Fachkenntnisse. Früher hat man mal gedacht, dass es so wäre, heute sollte man es eigentlich besser wissen.
Wenn Du darauf trainieren kannst, dann hast Du schonmal einen guten Einstieg in das Sportstudium gefunden. Bei uns war es so dass man im Grundstudium die Mannschaftssportarten und Individualsportarten mit Prüfung absolvieren musste. Die meisten waren verpflichtend. Für die meisten bedeutete das intensive Prüfungsvorbereitung.
Jemand der nicht die Eingangsprüfung geschafft hätte, hätte wahrscheinlich früher oder später kapitulieren müssen. Hätte aber die Ausbildung der anderen "belastet". Bei uns war es noch so dass auch eigentlich die meisten wirklich einen sportlichen Hintergrund hatten, also schonmal im Leistungsbereich waren. Das fand ich schon sehr wichtig.
Neben dem eigenen Können mussten Übungsstunden theoretisch vorbereitet und praktisch durchgeführt werden.
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Nö, aber wie gesagt, es wurden eine Menge evt. besser geeigneter Leute vorher aussortiert. Wie entscheidend danach der Bildungsteil für ein erfolgreiches Studium ist, geht über meinen Kenntnisstand hinaus, evt. kann uns da jemand Einblicke geben?
Ich kann nur für den Diplomstudiengang sprechen. Wie gesagt, im Grundstudium musste viel Praxis absolviert werden. Im Hauptfach wurde diese in Hauptfächern vertieft, aber mehr mit dem Schwerpunkt Trainingsplanung, Leistungssport.
Der Großteil des Sportstudiums ist Theorie. Beim Lehramt ist der Anteil Pädagogik auch im Sportstudium wesentlich höher.
Dazu braucht man ja auch ein 2. Fach und den Studiengang Bildungswissenschaften.
Es müssen Praktikas in der Schule absolviert werden und dann kommt ja das Referendariat.
Man könnte eigentlich sagen dass der Anteil Pädagogik und Didaktik gerade bei angehenden Sportlehrern höher ist als bei anderen Fächern
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Und noch was aus dem Nähkästchen: Meine Schulsportlehrer haben mir nur wenig beigebracht, z.B...
- In Schubladen denken, der Sportler ist halt ein Versager in Mathe und andersrum erst recht
- Leute öffentlich demütigen und das auch noch Kindern breitbandig beibringen ist eine gute Sache
- Die "guten" dürfen ruhig auch mal brutal werden, wenn der blöde "schlechte" den Ball verbolzt
- Kranke oder Leute mit Einschränkungen sind ebenfalls fest in eine Schublade zu verpacken
- Motivation =den Boot Camp Drill Sergeant machen
Wie etwas genau geht... nein, das hat keiner jemals gemacht.
Das ist bedauerlich. Ich hatte Sportlehrer die hatten Sport glaube ich im Aufbaustudiengang erworben. da passierte wenig bis garnix, methodische Übungsreihe schien ein Fremdwort. So war Sport eher Zeit die man füllen musste ohne Lerninhalte
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21. Jahrhundert geht, wie ich finde, genau anders herum
- Es sind Kinder, man motiviert sie unabhängig ihrer Leistung
- Gerade die schwächsten brauchen mehr Motivation und Förderung
- Man versucht beständig durch detailierte Instruktionen ihnen bei der Verbesserung ihrer Leistung zu helfen
- Es sollte ein friedliches Miteinander und Teamgeist gefördert werden und nicht Konkurrenzdenken und Mobbing
- Im Sport ordentlich Mitmachen, gerade bei Leistungsschwachen, sollte mit mindestens einer 3 benotet werden. Die Note sollte in Relation zu den Möglichkeiten des Individuums stehen, wenn Hansi Klöppsle mit seinen 120kg versucht die 1000m zu schaffen, hat er dafür eine gute Note verdient
Sehe ich genauso.
Hansi Klöppsle wird keine Eins mit nach Hause bringen können, weil ich an das Leistungsprinzip glaube(sonst wird es noch alberner für alle).
Er sollte aber mit Befriedigend belohnt werden wenn er sein möglichstes tut.
Eigentlich hat ein Sportlehrer dies in der Hand. Er kann folgendes zur Notengebung heranziehen:
- Lernzuwachs / Fortschritte
- Sozial-affektives Verhalten
- sportliche Leistung / sportliche Konstitution
Ich höre eher das Problem von Sporlehrern dass der Druck sehr groß ist gute Noten quasi zu verschenken.
Siggi Eigenlobs Eltern tanzen an wenn der Nachwuchskaderathlet wegen seinem asozialem Verhalten und Verweigerung mit einer schlechten Note abgewatscht wird.
Ich habe mal als Surflehrer einen Sportleistungskurs betreut. 2 pupertierende Mädchen haben die ansonsten motivierte Truppe aufgemischt.
Da ich dem Lehrer, der gerne in der Zeit ein bisschen chillte, die Noten geben sollte, gabs für die beiden von mir ne 5 für teilweise Anwesenheit.
Er hat mir dann erklärt wie es läuft, er will keine Elternkonferenz und nur seinen Frieden. also gabs ne Drei:rolleyes: